Christian Gaßmann (burningdown): “Sperrstunde in Wien? Im 21. Jahrhundert nicht nachvollziehbar”
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Als Siebenjähriger kam Christian Gaßmann mit seinen Eltern von Thüringen nach Bad Homburg – Hessens schönster Kurstadt, rund 20 Kilometer von Frankfurt entfernt. Und genau dort – in Deutschlands Technohochburg (neben Berlin) – findet er die elektronischer Musik für sich. Wie so viele andere DJ’s, die sich heute im Bereich der elektronischen Musik wiederfinden, ist Christian auch im Herzen ein HipHopper. Seine frühen Helden waren Grandmaster Flash und Curtis Blow. Irgendwann wollte er mehr und ließ sich von den Clubs wie das Omen, XS und das Dorian Gray inspirieren und treiben. Bis heute hat ihn die Zeit stark geprägt. 1999 ruft er sie Eventreihe burningdown ins Leben, mit der er bisher im Sam Lord (Frankfurt), im Nachtleben (Frankfurt), Tanzhaus West (Frankfurt), Basement (Wiesbaden), Tiffany Club (Bad Homburg), Club 8 (Hamburg), Roxy Club (Wien) und vielen anderen Locations gastierte. Vor drei Jahren ziehte es Christian samt Freundin und Hund nach Wien. Im Interview mit trndmusik berichtet der DJ über Sperrstunden in den Clubs der österreichischen Hauptstadt, seine aktuellen Projekte und wie es mit burningdown in der Alpenrepublik weiter geht. trndmusik: Schon Anfang der 90er Jahre hast du angefangen dich für elektonischen Musik zu interessieren. Wie kam es dazu und gab es Künstler oder Bands, die dich inspiriert haben, zu dem was du heute machst? Christian Gaßmann: Dazu kam es, weil mir Rap nicht gereicht hat und ich mich immer weniger mit den Protagonisten der Szene identifizieren konnte. Ich war auf ein paar Raves und der Sound, die Leute und das Ganze drum herum war viel exstatischer und interessanter für mich. Da waren Anfang der 90er The KLF, Cosmic Baby, Inner City, LFO oder Dee Lite, die mich sehr inspiriert haben und meinen Sound bis heute prägen. trndmusik: Würdest du behaupten, dass dich die “wilde” Zeit im Omen und im XS musikalisch geprägt hat? Wenn ja, wie weit? Christian Gaßmann: Diese Zeit war natürlich sehr wichtig für mich. Ich war wie viele andere meiner Freunde zu der Zeit im Omen und XS zu Gast und habe dort Clubkultur erlebt, die mein Leben bis heute geprägt hat. Nicht zu vergessen aber auch die Music Hall das Dorian Gray und die WILDPITCH-Donnerstage im Nachteben, die auch legendär waren. trndmusik: 1999 startest du deine eigene Eventreihe burningdown zunächst in Bad Homburg im Gambrinus. Mit was identifizierst du die Partys? Christian Gaßmann: burningdown ist ein Undergroundprojekt und steht für “Raw Music Celebration with true DJ’s” seit 1999. Ohne Namedroping oder Hypes hat es die Veranstaltung geschafft, sich seit mehr als zehn Jahren in verschiedenen Städten zu etablieren. Am Start waren schon Peter Schumann, Philipp Lenz, Lex Juno, Paul Brtschitsch, Emad Parandian, Mr. Rod, Bobby Rules und viele mehr. trndmusik: Vor drei Jahren hat es dich nach Wien verschlagen. Führst du von dort aus burningdown weiter? War es schwer mit Musik aus Hessen sich in Wien zu etablieren? Christian Gaßmann: Es geht in Wien mit burningdown weiter. Diesen Monat schließt der altehrwürdige Roxy Club, in dem wir bis jetzt mit vier Veranstaltungen zu Gast waren. Danke dafür noch mal an die Roxycrew! Wir scouten allerdings schon neue Locations. Bis dahin habe ich ein Booking bei der Complex Veranstaltung im Market Club. Mein Musikstil kommt in Wien gut an. Die Leute respektieren mich und sind offen neuen Einflüssen gegenüber. Das macht mich glücklich und deshalb bin ich sehr gerne in Wien. trndmusik: Wie unterscheidet sich die Clublandschaft und die Szene in Deutschland zu Österreich? Gibt es spürbare Unterschiede? Christian Gaßmann: Ich kann nur über Wien meinen Senf abgeben. Merkmale gibt es allerdings spürbar. Das fängt an mit einer Sperrstunde in Wien, die ab 6:00 Uhr morgens gilt! Das ist meiner Meinung nach für Clubbetreiber, Künstler und die elektronische Musikkultur nicht gerade ein optimales Umfeld. Für mich ist es nicht nachvollziehbar, wieso man im 21. Jahrhundert nicht so lange in einem Cub bleiben darf, wie man möchte. Die Szene ist für die Größe der Stadt sehr überschaubar, was wohl auch daran liegt, dass man eben nicht so lange Musik hören oder spielen darf, wie man möchte. Es herrscht hier außerdem eine extreme Veranstaltungskultur – das heißt, dass viele Clubs lieber Externveranstaltern das Booking der Künstler überlassen. Ich persönlich finde das zum Kotzen, da z.B. ich als DJ dann Veranstalter bin und somit wieder wirtschaftlichen Zwängen unterliege. Anyway. trndmusik: Wie hast du deine Residency-Zeit in Hamburg erlebt? Christian Gaßmann: Die Zeit in Hamburg war großartig! Meine Residenz im Stubbs hat meinem Musikgeschmack schon in Richtung Deephouse verändert. Zu Gast waren Boris Dlugosch, Mouse T., Terrence Parker und viele andere House DJ’s. Das Stubbs war ein Geheimtipp unter DJ’s und Nachtschwärmern. Leider hat der Club 2002 seine Pforten geschlossen. trndmusik: Wie würdest du deinen eigenen Sound beschreiben? Christian Gaßmann: Disco, Techno, House, Electro? Für mich ist das schwer als DJ meinen Sound zu definieren. Heute kann man eigentlich nicht mehr sagen, ich spiele House, weil viele Leute enttäuscht sind, dass sie nicht das hören, was sie sich darunter vorstellen. Vor allem im elektronischen Musikbereich hat sich das Spektrum in den letzten 20 Jahren minimum verzehnfacht, was ich als DJ natürlich großartig finde. Ich gestalte meine Sets abwechslungsreich, verliere nie das Tanzbein aus dem Auge und gebe immer mein Bestes. trndmusik: Was möchtest du mit deiner Musik noch erreichen? Gibt es aktuelle Projekte und Visionen? Christian Gaßmann: Zurzeit wird eine neue Location für burningdown gesucht. Auf lange Zeit gesehen, wäre ein eigener Club das Beste für mich. Und natürlich Pusherman bei “Soundthugz Records” – einem frischem Label für Tech und Deephouse. In ferner Zukunft werde ich mich wohl auch mal ins Studio setzten und ein paar eigene Tracks zum Besten geben. Das Interview führte Sarah Schlifter. |

08.03.2013 Vienna / Club-U / Everybody´s Darling
FUNKY CHRIS & CHRISTIAN GASSMANN
01.03.2013 Vienna / Elektro Gönner / Lost in Bass
DJ OKIM & CHRISTIAN GASSMANN
burningdown 25.01.2013 club auslage vienna
MUSIC:
MR.ROD – rootknox – eluxrecords / frankfurt main
BOBBY RULES – soundthugzrecords / vienna
CHRISTIAN GAßMANN – burningdown
CLUB AUSLAGE
lerchenfeldergürtel 43 1160 vienna
rootknox.com
eluxrecords.com
soundthugz.com
facebook.com/burningdown
27.10.2012 electricboogiemusic at hölderlins bad homburg
music: mr.rod/rootknox – christian gaßmann/vienna
TREE HOUSE FROM AUGUST EVERY SUNDAY 18.00 AT FLUC PRATERSTERN 5 1020 VIENNA
MUSIC: BOBBY RULES / soundthugz, EMBDA / burningdown & FRIENDS
06.07.2012″lost in bass” at elektro gönner!! vienna
christian gaßmann/burningdown
okim/lost in bass
freaka/digitalmovieloops
dj christian gaßmann // burningdown @ “Lost in Bass” 7. juni ” volksgarten pavillon vienna