Alle Farben (Kallias): „Ich habe mit meinen Sets den Nerv der Zeit getroffen“


Der Berliner Frans Zimmer aka Alle Farben ist mit seiner Musik gerade in aller Munde. Dabei bespielt der DJ und Musikproduzent kleine wie auch große Festivals in Deutschland, Irland, Israel, Österreich, Spanien und der Schweiz.

Der gelernte Konditor betont in unserem Interview, wie wichtig ihm seine Fans sind. Denn genau die machen ihm zu dem, was er ist und helfen ihm zu seinem derzeitigen Ruhm und Bekanntheitsgrad über die deutschen Grenzen hinweg. Dabei bleibt er seinen Berliner Wurzeln treu und verschenkt bei Gigs gerne mal T-Shirts oder andere Merchandise-Artikel an das feiernde Publikum. Im Interview verrät Frans seine Lieblingsfarben, warum alles momentan bei ihm so gut läuft und was ihm das schwarze Gold bedeutet.

trndmusik: Gibt es einen speziellen „Alle Farben-Sound“? Wenn ja, dann klingt er wie …

Alle Farben: Einen speziellen „Alle-Farben-Sound“ gibt es eigentlich nicht. Ich denke, was es ausmacht, sind die vielen schönen Melodien, die langen Auf und Abs, die eine Geschichte erzählen. Die Liebe zum Detail ist wichtig! Es kann ein Klassik-Stück oder ein Techno-Track sein, der für mich die richtigen Emotionen in meinen Sets rüberbringt. Ein „Alle Farben-Sound“ für Zuhause ist ein anderer, als der im Club. Dort agiere ich mit dem Publikum. Im Podcast erzähle ich eine Geschichte, die man sich mitnehmen kann, die einen begleitet.

trndmusik: Azurblau, kirschrot, waldgrün, zitronengelb – Welche ist deine Lieblingsfarbe?

Alle Farben: An einem schönen Sommertag ist es ein leuchtendes Gelb. Im Winter ist es vielleicht eher ein schönes Blau. Das ist bei mir tagesformabhängig. Farben haben viel mit Emotion zu tun.

trndmusik: Wie legst du am liebsten auf? Vinyl, CD, digital oder alles zusammen?

Alle Farben: Ich komme ursprünglich aus der Vinyl-Ecke, bin aber mittlerweile bei Traktor Scratch gelandet. Mit dem Medium CD konnte ich noch nie etwas anfangen. Auch meine Podcasts entstehen immer als Livemitschnitt. Vinyl hat für mich immer noch eine Magie, einen gewissen Zauber. Man kann die Musik anfassen, sie hat Substanz.

trndmusik: Deine Fanseite bei Facebook hat rund 28.000 Likes. Wie erklärst du dir die hohe Beliebtheit?

Alle Farben: Ich glaube, dass macht meine Präsenz aus. Jeder kann meine Musik hören. Soundcloud macht meine Podcasts jedem schnell zugänglich. Wer meine Musik mag, fängt an mir zu folgen. Ich stehe einfach nicht still. Ich denke, ich habe mit meinen Sets den Nerv der Zeit getroffen.

trndmusik: Du verzeichnest Bookings in Erfurt, Bonn oder Ilmenau. Zudem bist Du bei zahlreichen Festivals im In- und Ausland dabei. Was magst du lieber? Gemütlich und intim mit 250 Menschen im Hamburger Uebel&Gefährlich oder große Festivals mit Tausenden von Menschen?

Alle Farben: Es hat beides etwas. Da könnte ich mich nicht entscheiden. Es ist schön, dass meine Gigs so unterschiedlich sind, dass ich an einem Tag das wohlige, kleine Privatgefühl habe und am nächsten Tag vor zehntausenden Leuten spielen kann.

trndmusik: Auf was freust du dich im Sommer am meisten

Alle Farben: Die fröhliche Stimmung der Menschen, die Ausgelassenheit, die sommerliche Entspanntheit, die vielen glücklichen Momente, wie zum Beispiel den Moment morgens zum Sonnenaufgang zu spielen und viele glückliche Gesichter zu sehen und mit der Sonne im Rücken einen neuen Tag in schöner Stimmung zu beginnen.

trndmusik: Welche derzeitigen Projekte gibt es für die Zukunft?

Alle Farben: Geheim, geheim. Aktuell verfolge ich viele Projekte mit Sängern und anderen Musikern. Im Herbst steht eine EP an. Es ist ein Projekt, das mir schon lange sehr am Herzen liegt. Endlich konnte ich Eduard Möricke in etwas einfließen lassen, an dem ihr hoffentlich genauso gefallen findet wie ich.

Das Interview führte Sarah Schlifter.