Kruse & Nuernberg (Lazy Days): „Mit „Let’s Call It A Day“ hat sich ein Traum erfüllt“


In diesem Jahr feiert das Duo Kruse & Nuernberg, das in der Hansestadt Hamburg zu Hause ist, die Veröffentlichung seines Debütalbums. Im Vorfeld sprach Florian Kruse mit uns über das neue Werk, wer sie beim Album unterstützt hat und wie lange sie an „Let’s Call It A Day“ saßen.

trndmusik: Am 1. Oktober 2012 veröffentlicht ihr euer erstes gemeinsames Album. Wie lange habt ihr an dem Werk gesessen?

Kruse & Nuernberg: Die Idee kam während der Australien Tour, die im Februar und März 2011 stattfand. Ein befreundeter Promoter fragte uns auf dem Weg zum Gig in Melbourne, warum es denn noch kein Album von uns gibt und wir dachten uns: Er hat Recht. Gleich nach der Tour haben wir uns rangesetzt. Insgesamt haben wir über eineinhalb Jahre daran gesessen. Wir haben uns aber auch nie stressen lassen und auch weitere EPs sowie Remixes produziert. Nur was wirklich in unser Album Konzept gepasst hat, haben wir in einen gesonderten Ordner auf unserem Studio Rechner gepackt und gesammelt bis wir der Meinung waren, jetzt ist es vollständig.

trndmusik: Das Album beinhaltet elf Tracks. Auf was dürfen wir uns allgemein freuen? Wie ist die Kollektion musikalisch aufgebaut?

Kruse & Nuernberg: Der Titel des Albums stand schon früh fest und grundsätzlich haben wir das Thema „Let’s Call It A Day“ aufgegriffen und versucht einen Tagesablauf musikalisch zu kreieren. Dabei wechseln wir die Genres und ändern das Tempo. Dennoch haben wir versucht eine Klangfarbe für das ganze Album zu finden. Wir wollten ein durchgehend warmes, organisches Klangbild erzeugen und dem Album eine eher positive Stimmung geben. Musikalisch kann man sich auf einen Cross Over Mix freuen.

trndmusik: Ihr beide lebt aktuell in der Hansestadt Hamburg. Hat euch die Metropole für das Album inspiriert? Oder wo habt ihr euch die Ideen für die jeweiligen Tracks geholt?

Kruse & Nuernberg: Klar inspiriert uns Hamburg und wir sind mit dem Norden hier sehr verbunden. Die Ideen kommen aber aus vielen Richtungen. Wir interessieren uns sehr für Bands wie Metronomy, Phoenix, Little Dragon und so weiter. Besonders gefällt uns die Kombination aus echten Instrumenten und synthetischen Klängen. Inspiriert wird man aber natürlich überall.

trndmusik: Für „Let’s Call It A Day“ habt ihr euch Unterstützung von Stee Downes, Nathalie Claude und Vincenzo geholt. Wie kam der Kontakt zu den drei Künstlern zustande?

Kruse & Nuernberg: Fangen wir doch mal mit Vincenzo an: Er ist mein Bruder und hat uns spontan letztes Jahr im Studio besucht. Wir haben an einem Tag alle Spuren für den Track aufgenommen und in späteren Sessions nur noch arrangiert und gemischt. Nathalie Claude ist eine alte Bekannte von uns. Wir haben schon vorher Tracks mit ihr produziert, die zum Teil auch auf Lazy Days raus kamen. Stee Downes ist ein großartiger Sänger und nach „I Want You In My Soul“ von unserem Kumpel Basti aka Lovebirds war es ein großer Wunsch mit ihm zusammen zu arbeiten. Basti gab uns netterweise seinen Kontakt und wir haben uns sofort gut verstanden und aus einem Track wurden schnell drei! Das war nicht geplant, aber wir sind sehr froh, dass es sich so ergeben hat.

trndmusik: Bereits am 25. Juni 2012 erscheint die erste Single: „Last Chance“. Wieso kommt gerade der Song als erstes in den Handel? Ist er etwas besonderes?

Kruse & Nuernberg: Ich denke, dass dieser Track eine der stärksten Nummern auf dem Album ist und eine breite Masse anspricht. Der Gesang von Stee hat einen starken Wiedererkennungswert und die Hookline tut ihr übriges. Außerdem ist Sommer und „Last Chance“ ist ein absolutes Sommerthema. Ich bin gespannt, was passiert!

trndmusik: Wird es nach oder vor der Veröffentlichung des Albums eine Release-Tour geben?

Kruse & Nuernberg: Wir werden versuchen die Tour schon im September 2012 zu starten und es gibt auch bereits ein paar Anfragen. Wie es wirklich kommt, werden wir in den nächsten zwei Monaten erfahrten. Unser Booking Agent Kai von Sensational Booking ist da auf jeden Fall dran.

trndmusik: „Let’s Call It A Day“ wird auf dem kanadischen Label Lazy Days Recordings erscheinen. Wieso gerade das Label?

Kruse & Nuernberg: Label Chef Fredric Blais aka Fred Everything ist gebürtiger Kanadier und lebt in San Francisco. Er prägt die House-Szene seit über einem Jahrzehnt und wir sind froh, mit einem so erfahrenen Mann zusammen zu arbeiten. Lazy Days ist zu unserem Heim-Label geworden – Wenn man das so sagen kann. Wir fühlen uns gut aufgehoben und die Zusammenarbeit funktioniert gut trotz der großen Zeitverschiebung. Er lässt uns genügend Freiräume für unsere Ideen und entscheidet nicht einfach alleine. Außerdem investiert das Label noch in Vinyl-Pressungen und CDs. Die Vorstellung das Album nur digital rauszubringen, wäre furchtbar gewesen.

trndmusik: Kurz nach dem Release eines Albums ist man natürlich erstmal froh, dass die Veröffentlichung endlich durch ist. Habt ihr aber nun schon neue Projekte in Sachen Veröffentlichungen am Start? Oder wird es nun erstmal eine Pause geben?

Kruse & Nuernberg: Wir produzieren fleißig weiter und arbeiten natürlich an Tracks, die nach dem Album kommen könnten. Wir schauen immer nach Vorne und ruhen uns nicht aus. Wir haben in der Zwischenzeit auch andere Künstler produziert und versuchen mit solchen Projekten unseren Horizont zu erweitern und zu lernen.

trndmusik: Sind schon Remixe zu eurem Album geplant?

Kruse & Nuernberg: Es wird eine Special-10’ Vinyl geben von den „Last Chance“ Remixen. Hier haben wir gleich drei Remixes von Spirit Catcher bekommen, die unglaublich funky und verspielt sind. Die Remixe für die zweite Single sind schon in der Planung. Wir wollen aber nicht zu viel vorweg nehmen und setzen auf den Überraschungseffekt!

trndmusik: Nach zahlreichen EPs steht euer Album nun in den Startlöchern. Hat sich mit der Fertigstellung der Kollektion ein Traum für euch erfüllt? Wolltet ihr das schon immer erreichen?

Kruse & Nuernberg: Wir glauben, ein Album ist immer etwas ganz Besonderes für einen Künstler und das kann man auch nicht mehr nehmen. Der Prozess war anstrengender als gedacht und hat unglaublich viel Zeit und Energie verschlungen. Das Gute an einem Album ist das Experimentieren. Man kann sich ausleben und neue Dinge ausprobieren. Wir wollten auf gar keinen Fall ein reines Dance-Album produzieren. Wir hatten den Anspruch, etwas Besonderes zu kreieren und haben unsere Grenzen ausgetestet und waren teilweise selbst überrascht von dem Ergebnis. Wir wollten ein Album erstellen, was überall funktioniert. Ob zu Hause auf der Anlage oder beim Auto fahren. Ein Traum hat sich erfüllt – Das kann man so sagen!