Lexer: “Ich bin in meiner Heimat noch ein elektronischer Lonesome Cowboy”


Lexer, junge 22 Jahre, aus dem schönen beschaulichen Bad Lausick im Osten der Repuplik, einen Underdog möchte man ihn nennen für seinen Mut seinen Sound wagemutig in seiner Heimat zu zelebrieren, obwohl dort fast noch keiner etwas was damit anfangen kann.

Er ist einer, der jungen Künstler, die sich vor allem über das Medium Facebook ins Gespräch gebracht haben und nun dabei ist auch und vor allem die alten Bundesländer zu verzaubern. Seine Vorbilder sind Marcapasos, Tom B., Marek Hemmann oder Fritz Kalkbrenner. Jetzt, nach seiner Remixarbeit für den Track „The Funeral“ von „Band of Horses“ ,ist er nun auch seinem Traum etwas näher gerückt, die erste eigene Single auf den Markt zu bringen.

Sie erscheint nun Mitte Oktober und trndmusik.de ist für Euch exklusiv dabei.

trndmusik.de: Lexer Du lässt in Deinen Sets immer sehr viel Deiner eigenen Persönlichkeit mit einfließen, erzähl uns ein wenig was in Dir als Künstler vorgeht wenn Du Dich an die Plattenspieler bzw. den Rechner stellst und bei der Gelegenheit mit was arbeitest Du bzw. legst Du auf?

Lexer: Ja, das empfindet ihr ganz richtig. In meine Sets fließt unsagbar viel meiner Persönlichkeit ein, wie auch bei jedem DJ, auf seine ganz eigene Art. Gefühle und Leidenschaft sind es was ich mit meinem Sound transportieren möchte, für mich ist das Essensziel. Musik bestimmt für viele Menschen deren Leben, denn ohne Musik ginge es einfach nicht auf dieser Welt. Sie ist in ihrem Ursprung so manifestiert mit uns das ich genau das wiedergeben möchte. Musik muss unter die Haut gehen und zum Nachdenken anregen und ich glaube das gelingt mir gerade ganz gut. Mein Sets gestalte ich mit dem Pioneer CDJ 2000 aber wenn ich weiß, dass es Plattenspieler im Club gibt, was heutzutage schon erschreckend selten geworden ist, dann packe ich mir für mein Set auch immer noch ein paar Scheiben ein, um den Anfängen des Djing Respekt zu zollen! Vinyl gibt Dir einfach ein ganz anderes Feeling, denn ein Plattenknistern kann Dir keine MP3 der Welt wiedergeben.

trndmusik.de: Wie bist Du denn zur elektronischen Musik gekommen? In Deiner Heimat sagtest Du uns ist in der Hinsicht noch vieles im Märchenschlaf und Du fühlst Dich oft als “Lonesome Cowboy”, nun wirst Du sie also alle wecken? Erzähle uns wie?

Lexer: Vorweg, die Musik kam zu mir, nicht ich zu ihr. :)
Schon seit ich denken kann habe ich Musik um mich, sei es in guten oder in schlechten Zeiten, sie nimmt mich ein und gibt mir seit eh und je Kraft und Sicherheit. Eines Tages wusste ich, dass ich selbst Musik machen musste und die Liebe zur elektronischen Musik wuchs und wuchs, sie zu transportieren um andere damit zu begeistern wurde mein Traum. Nun, da ich diesen Traum lebe, ist es schon sehr überwältigend für mich zu sehen das Menschen zu meinen Sets tanzen, lachen und sich öffnen. Natürlich ist es schwierig sich hier in Bad Lausick mit dieser Art der Musik und meinem Style durchzusetzen, aber genau das ist mein Ziel gewesen zu Beginn und ich denke doch das mir ein “Erwachen” bereits gelungen ist. Die Szene wird immer größer und es trauen sich immer mehr Menschen an diese Musik heran. Der Osten geht also definitiv ab und durch das auflegen erfülle ich mir zudem den Wunsch, hier aus meiner Ecke mal herauszukommen, andere Bundesländer kennenzulernen und dadurch auch ein anderes Publikum erleben zu dürfen!

trndmusik.de: Du wirst in der Szene und den Clubs als Newcomer des Jahres gefeiert, wie fühlt sich das für Dich an und wie organisierst Du Dich als Künstler?

Lexer: Es ist wirklich enorm wie schnell sich das alles nun entwickelt hat und manchmal erschreckt es mich noch ein wenig. 2012 ist definitiv mein Jahr, in welchem ich vieles was ich mir gewünscht und vorgenommen habe auch umsetzen konnte. Zudem gibt es immer mehr Newcomer neben mir, welche auch viel auf dem Kasten haben und mir liegt es am Herzen diese jungen Künstler mit einzubeziehen. Ich finde man sollte in der Musikszene mehr an einem Strang ziehen und das Geben und Nehmen sollte im Vordergrund stehen. Ich organisieren mich momentan noch selbst, ich habe bisher weder einen Bookingassistenten noch einen Manager. Ob man das als Künstler unbedingt braucht kommt immer darauf an was man anstrebt. Bei mir geht es in erster Linie um die Freude am Ganzen und nicht ums Geld.

trndmusik.de: Deine Helden sind u.a. Fritz Kalkbrenner, wie hat sich das ergeben? Gehörst Du zur Generation “Berlin Calling” gesehen und los gehts?

Lexer: Jetzt muss ich ein wenig lachen, nein, zu dieser Generation gehöre ich nicht auch wenn mich der Film natürlich bestätigt in meinem Wirken, es ist eine Lebenseinstellung und Fritz und Paul Kalkbrenner verfolgen mich schon Jahre, lange vor dem Film. Fritz liegt mir dabei als Produzent mehr, er ist ein Vorbild für mich auf den ich hinaufschaue und mir sage, “Hut ab was dieser Mann zaubert!”, und das tut er immer und immer wieder. Genau dort möchte ich als DJ und Produzent auch mal hin. :)

trndmusik.de: In Deinen Sets fällt auf, dass Du gerne Edit’s einarbeitest vor allem auch aus alten Klassikern, woher hast Du diesen Bezug? Wie war das denn generell bei Euch so nach der Wende? Du bist ja sozusagen ein Kind der Freiheit Deiner Eltern. Haben sie viel Musik gehört?

Lexer: Ich finde das genau diese alten Tracks das i-Tüpfelchen in so einem Set sind und stilistisch gesehen natürlich auch um die alte Zeiten nochmal aufleben zu lassen. Von der Wende habe ich nicht mehr viel mitbekommen aber meine Eltern haben mir die Zeit vor dem Mauerfall näher gebracht und es war wichtig sich damit auseinandergesetzt zu haben. Meine Mutter hat sich mittlerweile sehr in die Musik verliebt die ich spiele und hat mich mit ihren 40 Jahren nun auch bereits einige male in die Clubs begleitet und getanzt. Das ist etwas was mich sehr stolz macht und ich meinen Hut vor ihr dafür ziehe. Ich werde unterstützt und das ist ein tolles Gefühl als Sohn.

trndmusik.de: Dein großer Traum selbst zu produzieren ist in Erfüllung gegangen, Deine Remixe u.a. der Remix für Band of Horses mit “The Funeral” hat ziemlich eingeschlagen. Nun kommt Deine erste Single? Erzähl uns ein wenig was sie für Dich bedeutet.

Lexer: Alles ging mit diesem Remix los und dann kam der Punkt an dem ich etwas eigenes produzieren wollte. Es hat eine Weile gedauert aber jetzt hoffe ich das sich die Arbeit gelohnt hat und die Platte gut ankommt. Meine erste Produktion bedeutet mir natürlich sehr viel, denn damit geht ein weiterer Traum in Erfüllung. Sie spiegelt meinen Style wieder, da Anpassung nicht das ist was ich von meiner Musik selbst erwarte. Seid gespannt!

trndmusik.de: Was macht den privaten Lexer aus, wo sind neben Deiner Musik die Ziele angegliedert? Wirst Du in Bad Lausick bleiben oder möchtest Du doch einmal hinaus in die große Stadt? Wir können ja das Rhein-Main-Gebiet sehr empfehlen. :)

Lexer: Meine Ziele sind natürlich im privaten Leben eine sichere Zukunft zu sichern, das heißt ganz klassisch gesehen, eine eigene Familie zu gründen, ein eigenes Haus zu beziehen, einen festen Job zu haben. In Bad Lausick werde ich auf lange Sicht nicht bleiben, ich habe vor, sehr bald in eine Großstadt zu ziehen, aber eher aus arbeitstechnischen Gründen. Der Arbeitsmarkt hier ist doch sehr begrenzt und DJ zu sein ist für mich momentan vor allem noch eines, ein Hobby und die Liebe zur Musik. Ich gehe, wie ein ganz normaler Mensch, fünf Tage die Woche arbeiten und an den Wochenenden lebe ich die Musik. Das ist genau die Abwechslung die ich brauche! Das Rhein Main Gebiet ist sehr interessant für mich, aber mit meinen 22 Jahren habe ich noch genug Zeit mich zu entscheiden wohin mich mein Leben mal verschlägt. Dort aufzulegen zu dürfen wäre ein Anfang.

trndmusik.de:Du hast für unsere Leser ein exklusives Set gebastelt, was macht der Lexer in naher Zukunft, wohin geht der Weg musikalisch?

Lexer: Ich möchte nicht das die Leute von mir etwas bestimmtes erwarten, eher möchte ich den Leuten versuchen immer wieder etwas Neues zu bieten, ob mit Set’s, Remixaufträgen oder Edit’s. Meinen Fans soll es nie langweilig werden, schließlich sollen sie auch in den nächsten Jahren noch einen Lexer hören wollen. 

trndmusik.de:Wenn Du in drei Sätzen beschreiben müsstest was Leben und Musik für Dich bedeutet, wie würdest Du es formulieren?

Lexer: Mehr als drei Sätze aber mehr als eine Aussage für mich, ich zitiere: “Weisst du was ich manchmal denke? Es müsste immer Musik da sein. Bei allem was du machst. Und wenn’s so richtig scheiße ist, dann ist wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle wo, wo es am allerschönsten ist, da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.”

Viel Spaß bei Lexer’s exklusivem Set, welches er zudem einer sehr wichtigen Frau für sich widmet.

Das Interview führte Sabrina Anna.

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