Soukie & Windish (URSL): “Denn darum geht es im Leben: mutiger werden“


Angefangen hat es mit HipHop-Loops von Nayan Soukie und der Erkenntnis, dass Fritz Windish Raven der Reggaemusik vorzieht. Seither sind die beiden Ursprungsbremer fleißig am Produzieren. Veröffentlichungen des Duos gibt es seit 2008 unter anderem auf Labels wie Eminor, 200 Records, Acker Records und Liebe*Detail. Am 22. Februar 2013 brachten Soukie & Windish ihr Debütalbum „A Forest“ auf dem Hamburger Label URSL heraus, was uns dazu veranlasste, ein Interview mit Ihnen zu führen.

trndmusik: Seit dem 22. Februar 2013 ist Euer Debütalbum „A Forest“ im Handel erhältlich. Ihr habt unterschiedliche Wohnsitze. Wo und wie habt Ihr das Album produziert?

Soukie & Windish: Viel sammeln und sichern, Up & Downloads, Festplatten, USB Sticks. Voll nervig, aber es ist auch gut, dass jeder sein Studio und sein eigenes Umfeld hat. So kommen mehr Ideen und Impulse zusammen, als wenn man die ganze Zeit gemeinsam an jedem Sound tüftelt.

trndmusik: „A Forest“ heisst übersetzt „Ein Wald“. Habt Ihr den Namen des Longplayers nach der Produktion der Musik ausgewählt, oder habt Ihr ganz gezielt nach dem Namen produziert?

Soukie & Windish: Da gibt es einige Assoziationen. Das Album ist zwischen zwei Städten entstanden. Zwischen Hamburg und Berlin; also ein Intercity-Album. Aber was liegt zwischen den Städten: Wald und Wiese. Die Musik des Albums ist geprägt durch Wald und Wiese, durch viele Jahre Festival mit Ferienkommunismus, unzähligen Open Airs und vielen Clubs, in denen vornehmlich aus Holz gebaut wird. Bass ist Holz und Holz wächst im Wald und die Musik ist auf Bass gebaut, also ist das Album eigentlich ein Haus. Solide und warm. Hää?! Na egal. Und dann kommt noch einer der besten Bassläufe der Musikgeschichte aus einem Wald mit Kurhaus von Weltruf. Da schließt sich dann der Kreis.

trndmusik: Seid Ihr also zwei Naturburschen?

Soukie & Windish: Ne, Stadtkinder mit Bauernhofsehnsucht!

trndmusik: Ihr seid jetzt bis Mai 2013 auf Album-Tour. Freut Ihr Euch auf eine Party besonders?

Soukie & Windish: Spannend sind immer die Gigs an Orten, wo man noch nicht war und wir dann in den Kosmos anderer Menschen eintauchen. Schlafen tun wir auch lieber privat als in irgendwelchen Hotelbunkern. Helsinki wird zum Beispiel bestimmt spannend. Mit finnischer Sauna im Garten und so. Besonders ist aber unser Gig in der Wilden Renate, weil wir dort unser Studio haben und dort das Album entstanden ist.

trndmusik: In Tracknummer acht erkennt man Euch deutlich wieder. Welche Elemente machen Euch aus? Und was gefällt Euch daran?

Soukie & Windish: Erst hieß es immer, unser Stil sei überhaupt nicht prägnant und auf ein mal reden alle vom typischen Soukie & Windish-Style. Uns fehlt da die Reflektionsebene. Wir machen einfach und versuchen dabei, niemanden zu imitieren.

trndmusik: Habt Ihr einen Lieblingstrack auf dem Album?

Soukie & Windish: Das ändert sich von Tag zu Tag. Interessant ist, dass jeder, der an uns herantritt, einen anderen Lieblingstrack hat. Es gibt also nicht den einen Konsenshit auf „A Forest“, das finden wir gut.

trndmusik:>Wie lange habt Ihr letztendlich an dem Album gearbeitet?

Soukie & Windish: Ungefähr ein Jahr.

trndmusik: Was ist die Herausforderung bzw. Freude beim Produzieren eines Albums?

Soukie & Windish: Geduld zu haben und nicht doch schnell drei EPs zu lizensieren, sondern das Zeug beisammen zu halten und den Glauben an einzelne Tracks nicht zu verlieren, nur weil sie einen mal eine Zeit lang nerven und man sie am liebsten in die Tonne treten möchte.

trndmusik: Seid Ihr selber zufrieden mit dem Ergebnis?

Soukie & Windish: Natürlich nicht, sonst könnten wir ja jetzt aufhören!

trndmusik: Werdet Ihr nach Eurer Tour erstmal eine Pause einlegen?

Soukie & Windish: Ne, dann geht ja unsere Spezialzeit, die Open Air-Saison, los. Wir werden im Winter eine Südamerikatour starten und das mit etwas Urlaub verbinden. Herrlich, wenn Freizeit und Beruf sich so gut kombinieren lassen!

trndmusik: Wenn Ihr auf Eure Anfänge zurückblickt: Inwieweit habt Ihr Euch musikalisch weiterentwickelt?

Soukie & Windish: Gar nicht. Im Gegenteil. Wir kommen zurück auf unsere Wurzeln. Fritz Windish singt wieder und Nayan Soukie holt die HipHop-Grooves heraus. Der Rest ist Fortschritt durch Technik.

trndmusik: Gibt es Künstler, die Euch inspiriert haben und/oder es immer noch tun?

Soukie & Windish: Die Bassläufe von The Cure sind schon ein prägender Moment in der Albumproduktion gewesen. Ansonsten bewundern wir alles, was gut und mutig ist, denn darum geht es im Leben: mutiger werden.

trndmusik: Aus aktuellem Anlass: Ganz Deutschland meckert über das Wetter. Welcher Track ruft bei Euch die Frühlingsgefühle hervor?

Soukie & Windish: „Geh aus, mein Herz“.

Wir verlosen zwei Gästelistenplätze für die Veranstaltung am 26. April 2013 in der Wilden Renate in Berlin! Was müsst ihr tun? Entweder schreibt ihr einen Kommentar mit eurer Emailadresse oder ihr schickt einfach eine Email mit eurem kompletten Namen und dem Betreff ( Ich werd‘ ganz wild! ) an win@trndmusik.de!

Das Interview führte Mareike Köhler.