Rampue (Audiolith): „Ohne die ganzen Touristen wäre fast jede Party nur halb so gut“


Der in Berlin lebende Musikproduzent und DJ Rampue releaste mit „Sonne, Park und Sterni“ am 7. Dezember 2012 auf dem Imprint Audiolith Records, ein Independent-Label aus Hamburg-Bahrenfeld, einen Ohrwurm. Zu den Künstlern, die er gut findet, gehören unter anderem der chilenisch-US- amerikanische Musiker Nicolas Jaar, Grizzly, das Berliner Duo Trickski sowie die Band Kraftwerk aus Düsseldorf. Unserer Reporterin Mareike Köhler beantwortete der junge Künstler einige Fragen.

Quelle: www.paulaidanperry.de

Quelle: www.paulaidanperry.de

trndmusik: Mit 13 Jahren hast Du angefangen Beats zu produzieren. Was hat Dich dazu verleitet?

Rampue: Mein Bruder und die Musik selber haben mich dazu verleitet.

trndmusik: Wie lange hat es gedauert, bis Du deinen eigenen Sound gefunden hast?

Rampue: Sehr lange. Ich weiß auch nicht, ob ich ihn jetzt gefunden habe. Man entwickelt sich ja auch ständig weiter.

trndmusik: Was für Musik hat Dich auf diesem Weg begleitet?

Rampue: Eigentlich fast alles an elektronischer Musik.

trndmusik: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Audiolith?

Rampue: Ich bin auf Audiolith so gegen 2005 aufmerksam geworden. Irgendwann entstand dann der Kontakt zu Plemo und Juri Gagarin. Über Remixe und Co-Produzenten-Arbeit für Plemo bin ich dann irgendwie durch die Hintertür reingekommen.

trndmusik: Dein erster Gig. Was schießt Dir da in den Kopf?

Rampue: Katastrophe. Es war fast gar nichts los und ich war extrem aufgeregt.

trndmusik: Für welchen Track kann man Dich immer wieder begeistern?

Rampue: Orbital – Halcyon on + on und noch viele andere.

trndmusik: Was denkst Du: Wie wird sich elektronische Musik in zehn Jahren anhören?

Rampue: Uff, das ist eine schwierige Frage. Ich weiß nicht, ob Musik in der Form, wie wir sie kennen, in zehn Jahren noch da sein wird.

trndmusik: Was findest Du beim Produzieren am schwierigsten?

Rampue: Den Sound so hinzubekommen, wie ich mir das vorstelle. Oft klatsch ich meine Tracks so zu, dass sie schnell matschig klingen.

trndmusik: Hast Du beim Produzieren eine bestimmte Herangehensweise?

Rampue: Nein, ich fang einfach an. Sehr oft kommt auch nur Scheisse raus.

trndmusik: Du hast einige Remixe für Deine Labelkollegen gemacht. Steht bald wieder was in der Richtung an?

Rampue: Klaro, eigentlich immer, wenn ich was mit dem Original anfangen kann.

trndmusik: Kannst du die Reaktion auf den Touristenanschwung in Berlin, wo Du aktuell lebst, verstehen?

Rampue: Ich bin in Karl-Marx-Stadt geboren, aber ich kann die Reaktionen teilweise nicht verstehen. Natürlich nerven mich beim Ausgehen auch die Leute, die total übertreiben, weil sie das Wochenende ihres Lebens haben wollen, aber ohne die ganzen Touristen wäre fast jede Party nur halb so gut.

Das Interview führte Mareike Köhler.