U60311: Urteil gegen vier Türsteher aufgehoben


Am Ostermontag 2011 prügelten Türsteher des inzwischen wegen Insolvenz geschlossenen Frankfurter Clubs U60311 den britischen Gast John Lee Heath (31) zu Tode. Wegen gemeinschaftlichen Totschlags wurden die vier Männer im September 2012 verurteilt. Das Frankfurter Landgericht hatte für drei langjährige Haftstrafen verhängt, den vierten zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe. Nun gab der Sprecher des Landgerichts, Klaus Wiens, am Dienstagmorgen bekannt, dass das Urteil aufgehoben wurde: „Wir haben die Mitteilung bekommen, dass der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil des Landgerichts in großen Teilen aufhebt.“ Eine Begründung für die BGH-Entscheidung liege jedoch noch nicht vor, so Wiens. Laut einem Bericht der „BILD“-Zeitung hält der BGH die Beweisführung des Landgerichts für den Tötungsvorsatz der Türsteher für nicht ausreichend. Die Frankfurter Richter sprachen damals von einer Spontantat, bei der die Angeklagten das Opfer zwar nicht töten wollten, dessen Tod aber billigend in Kauf genommen hätten.

Nach der BGH-Entscheidung wird der Prozess nun neu aufgerollt. Die Beweise für und wider einen gemeinschaftlichen Totschlag müssen somit neu abgewogen werden.“Die Mandanten können sich wahnsinnig freuen, sie bekommen eine völlig neue Verhandlung. Neue Chance, neues Glück“, so ein Verteidiger der Angeklagten.