Pascís: “Durch die Musik von Kompakt bin ich 1999 in Berührung mit elektronischer Musik gekommen”


Vom ehemaligen professionellen Skateboardfahrer, über Marketing- und Salesmanager bei einem großen Sportartikelhersteller ist Pascal Schmidt aka Pascís heute beim Auflegen und Produzieren von elektronischer Musik angekommen. Bedingt durch den Profisport und die dazugehörige Szene hörte der 31-Jährige in den 90ern nur HipHop, bis er durch Bekannte in Berührung mit elektronischer Musik kam. Von da an war es um ihn geschehen. Im Interview spricht der geborene Kölner über seine Musik und die Domstadt. Als kleines Schmankerl bieten wir seinen Track “Stranger” als Free Download an.

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trndmusik: Bitte beschreibe deine Musik kurz selbst. Vermischst du verschiedene Genres miteinander oder bleibst du einem Stil der elektronischen Musik treu?

Pascís: Meine Musik zu beschreiben, fällt mir schwer. Ich produziere sehr intuitiv und eine Bindung an bestimmte Stile spielt dabei für mich eine untergeordnete Rolle. Häufig sind es eigene Melodien, die sich beim Einspielen weiterentwickeln (“Come Again”, “You” & “Dialogue”). Mal gestalte ich meine Tracks aber auch um Fragmente von 80er Jahre Samples (“Captain”) oder um einzelne Vocalpassagen (“Reason” & “Jealousy”). Am besten einfach den Startknopf drücken und sich ein eigenes Bild machen.

trndmusik: Wo kann man Dich in Köln hören?

Pascís: Einmal im Monat lade ich mit meinem Kollegen Willi zu der House&Hedonism Nacht in die ArtyFarty Gallery. Sonst spiele ich gerne im Sixpack, Tausend, Artheater. Momentan habe ich nicht die Ambition, unbedingt Parties zu veranstalten. Der Fokus liegt derzeit darauf, Musik zu machen. Das Ganze soll ja Spaß machen. Wenn natürlich Anfragen reinkommen, dann ist das super und ich freue mich.

trndmusik: Ich bin ein großer Fan von den Jungs und hab sie schon ein paar Mal live gesehen. Du hast einen Remix von den Whitest Boy Alive gebastelt. Wie kam es dazu?

Pascís: Ich bin seit langem Fan von dem Output von Erlend Oye. Seine DJ-Kicks-Platte von 2004 und sein Album “Unrest” (2003) sind für mich gewaltige Meilensteine der Musik.  Es lag für mich also nahe, einen Remix von einem seiner Songs zu machen. Die Wahl fiel dann auf “Don’t Give Up” von The Whitest Boy Alive.

trndmusik: Wie bist Du zur elektronischen Musik gekommen und seid wann produzierst Du eigene Tracks?

Pascís: Durch meine älteren Brüder und die Jungs von Okinawa69 – Kompakt Records – bin ich so um 1999 intensiver in Berührung mit elektronischer Musik gekommen. Die Jungs haben die Visuals für die Kompakt-Parties gemacht und ich absolvierte damals dort mein zweiwöchiges Schülerpraktikum. Im Büro standen Turntables rum und ich bekam mit, wie sie bei Gigs auflegten. Dann fing ich irgendwann an, mir Platten zu kaufen und so um 2007 rum, wusste ich dann ganz genau, dass ich elektronische Musik auflegen will. Ich habe bis dahin eigentlich fast nur HipHop-Platten in meinem Kinderzimmer aufgelegt und Mixtapes auf dem Schulhof verkauft. Irgendwann kam dann auch beim Auflegen der komplette Wechsel zur elektronischen Musik. Man merkt heute oft, dass wohl einige der elektronischen Producer in den 1990ern mit HipHop aufgewachsen oder beeinflusst worden sind. Eigene Tracks produziere ich seit 2012 und es fühlt sich unglaublich gut an.

Das Interview führte Sarah Schlifter.