Rey & Kjavik: „Ich produziere Musik, du fühlst sie oder lässt es bleiben“


Am 30. Juni 2014 bringt das deutsche Projekt Rey & Kjavik seine neue EP in den Handel: „Prototype“. Bis vor Kurzem wusste man aber noch nicht mal, wer sich hinter dem Alias überhaupt verbirgt. Das Pseudonym lenkt auf die isländische Hauptstadt, Reykjavik, ab – und das ganz bewusst. Der Musikproduzent will seine Musik für sich sprechen lassen und nicht irgendwelche Gesichter oder Tattoos. Im trndmsk-Interview erzählt der Frankfurter, wieso er seine Identität geheim halten will, spricht über seine neue Veröffentlichung – die bei trndmusik Stream-Premiere feiert – und was wir von seinem Label Rey & Kjavik Records erwarten dürfen.

_Rey&Kjavik_Stairs_Pic_by_Mowrez_Pezeshki

Foto: Mowrez Pezeshki

trndmusik: Rey & Kjavik, wer oder was steht eigentlich hinter dem Pseudonym?

Rey & Kjavik: Ganz einfach: Rey & Kjavik.

trndmusik: Wieso willst Du Deine Identität geheim halten?

Rey & Kjavik: Bei mir ging es von Anfang an nur um die Musik. Ich glaube, dass Musik für sich alleine spricht und immer sein Publikum findet. Dabei sollte weder ein Typ, eine Vorgeschichte, Tattoos oder Lederjacken die Hörer vom Wesentlichen ablenken. Ich produziere Musik, du fühlst sie oder lässt es bleiben. Genau so soll es nach meiner Auffassung sein.

trndmusik: Woher kam die Idee zu Deinem Alias? Bist Du Fan der isländischen Hauptstadt?

Rey & Kjavik: Ein Fernseher, ein Fußballspiel, zwei Fans, Island gegen Deutschland, live in Reykjavik. Live in wo? That’s it.

trndmusik: Ende Juni 2014 erscheint Deine neueste EP: „Prototype“. Es soll sich nach Deiner Aussagen, um die bislang beste Produktion handeln, die Du bisher produziert hast. Wieso?

Rey & Kjavik: Ich hatte nach dem Abschluss der Produktion einfach das Gefühl, dass mein eigener Produktionsstandard noch einmal eine ganze Messlatte nach oben geschoben wurde. Ich versuche in jeder Lebenslage das Bestmögliche aus der Situation herauszuholen. Ich glaube, dies zeichnet mich auch aus. Zusätzlich sollte man sagen, das Musik bekanntlich Geschmacksache ist. Es wird sicherlich Hörer geben, die vorherige Tracks von mir besser finden werden als diese EP, was ja legitim und auch gut so ist!

trndmusik: Die 3-Track-EP wird als erste Katalognummer auf Deinem eigenen Label erscheinen. Was war der Grund, ein eigenes Label zu starten?

Rey & Kjavik: Ich habe schon immer getan, wonach mir der Kopf steht. Aktuell war es einfach der Gedanke, meine Tunes alleine zu releasen und dann mache ich das auch einfach mal so. Keine Wartezeiten, kein Vorlauf, kein A&R-Gequatsche und so ein Zeug. Wenn ein Track mein Studio verlässt, dann ist der für mich genau richtig so und dann interessiert mich kein Label-Sound oder eine Meinung Dritter. Like it or leave it, sollte nach meiner Meinung das Motto eines jeden Artist sein! Rey & Kjavik Records ist zu 100 % ich – ohne Vorschriften, nur Absichten!

trndmusik: Wird es auf dem Imprint Rey & Kjavik Records ausschließlich Veröffentlichungen von Dir selbst geben?

Rey & Kjavik: So ist aktuell auf jeden Fall der Plan. Ich werde zusätzlich in gewissen Abständen Remix-EPs releasen. Die Erste zur „Prototype“ EP ist aktuell auch schon in der Mache.

trndmusik: Ihr steht im deutschsprachigen Raum für die Bewegung G-House. Weitere bekannte Acts sind hier Amine Edge und DANCE, die vorwiegend in Frankreich unterwegs sind. Was zeichnet dieses Genre aus und was gefällt Dir so sehr an G-House?

Rey & Kjavik: Das ist genau so ein Thema wie meine Herkunft. Ich wurde da irgendwie hineingespühlt, vermutlich aufgrund der dunklen Art wie ich Housemusik interpretieren, den Vocals und Texten, die ich komplett selbst mache oder den Elementen des HipHop, an denen ich mich aktuell für jedermann hörbar bediene. Tatsächlich mache ich in meinen Augen weder G-House, noch komme ich aus Island. Vielmehr mache ich Housemusik mit meiner eigenen Attitüde: „Made in Frankfurt“!

Das Interview führte Benjamin Reibert.