Jonas Saalbach: „Ich bin nicht der Gute-Laune-House-Konfetti-Typ“


lost

„Ehrlich klingende Techno-Musik, durchdrungen von starken Bässen, anmutigen Instrumentierungen und verträumten Melodien“ – mit diesen Attributen beschreibt der Berliner Jonas Saalbach seine Produktionen. Am 3. September 2014 brachte der Produzent nun seine neueste EP raus. Auf dem Hamburger Label Einmusika Recordings erschien seine 3-Track-EP „Lost“. Der junge Musiker sprach mit uns über die neue EP, die das widerspiegelt, was er am Techno liebt und schätzen gelernt hat.

trndmusik: Wie hast Du für die drei Tracks inspirieren lassen?

Jonas Saalbach: Hinter der „Lost“ EP steckt in diesem Sinne keine spezielle Idee oder Konzept. Trotzdem bin ich sehr froh, in welche Richtung sie sich entwickelt hat. Die EP spiegelt im Endeffekt durch die drei Tracks wider, was ich an Techno lieben und schätzen gelernt habe: treibende Grooves und fesselnde Melodien. Ich stehe einfach schon immer auf hypnotisierende Flächen und Gänsehaut-Harmonien. Von meinem Einmusika-Kollege Tschoris höre ich im Studio immer: „Nee, Digger – das ist viel zu viel Trance“. Aber genau das mag ich. Voluminöse melancholische Musik im Club, zu der die Leute zusammen tanzen und bestens gelaunt sind, ist ein Kontrast, der mich flasht. Ich bin eben nicht so der Gute-Laune-House-Konfetti-Typ und ziemlich froh, wie sich die Szene zurzeit musikalisch entwickelt. Für meinen Geschmack darf es ruhig treiben, etwas düster und auch traurig klingen.

trndmusik: Wo ist die EP produziert worden?

Jonas Saalbach: Entstanden ist die EP kurz nach einem neuen Studiobau in Berlin gemeinsam mit Dahu von Steyoyoke und Tschoris. Da mich der neue Arbeitsort sehr inspiriert hat, konnte ich alle Tracks relativ schnell durchproduzieren. Ich glaube den Arpeggi von „Anesthesia“ habe ich am Küchentisch per Maus und Kopfhörer eingespielt. Im Winter setze ich mich auch mal in die Bibliothek, lese ein Buch und schreibe einen Loop. Die Umgebung zu wechseln, kann sehr hilfreich und inspirierend sein. Kopfhörer sind also immer dabei, um einen Gedankenblitz sofort in Ableton einspielen zu können.

trndmusik: Was folgt nach Deinem Release auf Einmusika?

Jonas Saalbach: Meine nächste EP nennt sich „Aura“ und ist eine Kollaboration mit meinem Freund Tony Casanova auf Click Records aus Amsterdam. Die Jungs organisieren ursprünglich ziemlich erfolgreiche Partys und starten jetzt mit ihrem Label durch. Releasetermin ist der 8. September 2014.

Da ich die Szene in den Niederlanden generell gerne mag, freue ich mich außerdem auf Manual Music und Subjekt zu releasen. Danach geht es zu einem tollen Berliner Label zurück: Moodmusic und mit Sicherheit auch zu meinem Homelabel – Einmusika Recordings. Dazwischen kommen ein paar Remix auf Amselcom, Crossfrontier Audio und Save Room, dem Imprint von Kruse & Nürnberg.

Tracklist:

01. Jonas Saalbach – Lost
02. Jonas Saalbach – A Spiritual Thing
03. Jonas Saalbach – Anesthesia