Animal Trainer (Hive Audio): „Wir sind Entertainer und wollen den Leuten Spaß vermitteln“


Vor ihrem Gig beim Utopia Island Festival in Bayern trifft unsere Redakteurin Sarah Schlifter Adrian Flavor und Samy Jackson – zwei extrem bodenständige Typen, die gemeinsam das Duo Animal Trainer bilden und seit über einem Jahrzehnt Musik machen. Mit ihrer Heimat Schweiz sind beide eng verbunden und kommen gerne immer wieder nach Hause. Trotzdem erleben sie Berlin immer wieder als spannende Stadt; als Melting Point von Kreativen und sie haben nach Zürich in der deutschen Hauptstadt die meisten Gigs bisher gespielt. Im Interview sprechen sie über derzeitige Pläne, Unterschiedlichkeiten von Schweizern und Deutschen beim Feiern und ein wenig wehmütig über den Sommer 2014 – der nun spürbar leider vorbei ist.

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trndmusik: Das Utopia Island Festival im wunderschönen Aquapark gehört zu einen Eurer letzten Festivals. Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Gab es denn in dieser Saison irgendwelche Highlights?

Samy: Auf jeden Fall, zum Beispiel SonneMondSterne. Wir haben zu einer vernünftigen Zeit gespielt – um 12:00 Uhr auf der Second Stage. Das war einer unserer größten Gigs bisher. So vor 14.000 Leuten zu spielen, ist schon groß.

Adrian: Die Street Parade war auch wieder sehr geil dieses Jahr! Und das See You in Freiburg! Es waren mega viele Festivals.

trndmusik: Obwohl ihr ja Vollprofis seid: Trotzdem manchmal noch so ein bisschen aufgeregt?

Samy: Ja, klar. Das ist ganz kurz ein gesundes Lampenfieber, was man aber eigentlich nicht mehr hat. Kaum hat man dann angefangen, kommt irgendwann dieses Let Me Entertain You-Gefühl und dann macht’s nur noch Spaß!

trndmusik: Es ist schön zu hören, dass es euch beiden nach so vielen Jahren nach wie vor wichtig ist, die Leute zu „entertainen“..

Adrian: Natürlich, wir sind Entertainer und wollen den Leuten Spaß vermitteln. Auch nicht zu viel Spaß, dass es lächerlich rüberkommt, aber die Leute sollen sich amüsieren.

Samy: Wir amüsieren uns ja auch!

trndmusik: Gibt es einen spürbaren Unterschied zwischen den Feiercrowds in der Schweiz und in Deutschland?

Adrian: Schwer zu sagen. Ohne die Schweizer schlecht zu machen, aber in Deutschland ist man das Feiern schon etwas länger gewohnt. In der Schweiz ist es nicht überall gleich. Es ist viel kleiner und dort hast du Epizentren wie Zürich, Basel oder Bern, wo wirklich was geht. Und wenn du in Deutschland irgendwo auf dem Land spielst, sind es die Leute dort auch nicht so gewohnt. Wir haben aber auch schon in der Schweiz überall richtig gut Party gemacht!

Samy: Lustigerweise ist es total unterschiedlich. Du kommst irgendwo hin und denkst dir: „Ach, das wird bestimmt nicht so geil!“ und dann geht es mega ab und wird total toll. Und dann gibt es Bookings, auf die du dich Monate freust endlich in dem geilen Club in der geilen Stadt zu spielen und dann ist da tote Hose!

Adrian: In der Schweiz haben wir einen etwas höheren Status, als in Deutschland. Dort spielen wir eher als Headliner, während wir in anderen Ländern auch mal das Warm Up spielen.

trndmusik: In den Jahren, in denen ihr jetzt gemeinsamen musiziert, habt ihr die ganze Welt gesehen. Was kann denn da jetzt noch groß kommen?

Samy: Wir waren schon in extrem vielen Ländern, aber es gibt schon noch welche, die wir nicht gesehen haben. In Australien und den USA waren wir echt noch nie! Kanada ist in Planung. Aber auch dann ist man ja noch nicht überall gewesen. Seit letztem Oktober sind wir jetzt in sehr vielen Ländern gewesen und das waren wirklich schöne Erlebnisse!

trndmusik: Round about 66.000 Fans auf Facebook – das ist ja schon mal eine Hausnummer. Gebt ihr da etwas drauf?

Adrian: Vorher waren wir immer so zwischen 10 und 15.000. Seit dem Album ist es schon viel mehr geworden. Das ist schon ein schönes Gefühl, zu wissen, dass da Leute sind, die einen gut finden. Aber wir haben jetzt keinen Facebook-Manager und es sind alles echte Fans! Wir machen das alles selber und uns ist das auch wichtig!

trndmusik: Wie sieht für euch ein gelungener Gig aus?

Samy: Du meinst die Zutaten für einen guten Abend? Meistens bekommst du ja auch einen Schwung von Energie von den Leuten, die da vor dir stehen. Und damit arbeiten wir dann. Es ist ja auch eine Art Austausch zwischen der Crowd und uns! Wir wissen zwar nicht warum, aber wir zwei matchen extrem gut miteinander. Nicht immer, aber meistens. Wenn alle Spaß haben, dann sind wir auch zufrieden.

trndmusik: So als Animal Trainer-Team seid ihr nun acht Jahre unterwegs. Gibt es noch Meinungsverschiedenheiten?

Adrian: Ja klar (lacht). Es ist die längste Beziehung bisher für jeden von uns – außer zu Eltern oder Geschwistern. Es ist schon mittlerweile wie eine Ehe und klar gibt es da auch immer unterschiedliche Meinungen.

Samy: Wir sind auch altersmilder geworden – und toleranter zueinander. Früher haben wir uns auch mal bei einem Gig angeschrieben, aber da sind wir jetzt raus.

Adrian: Wir diskutieren auf einem sehr hohen nicht-beleidigenden Niveau, wo es darum dann geht zusammen weiterzukommen. Meistens gibt es ja auch eine Lösung!

trndmusik: Was passiert denn aktuell bei Euch?

Samy: Nach dem Album haben wir jetzt erst mal ganz viele Remixe gemacht. Die sind jetzt durch. Wir arbeiten aktuell noch an einem Remix, danach sind wir frei und haben keine Deadlines. Wir sind viel im Studio und machen ganz viel Musik. Danach schauen wir, was passiert. Produktionstechnisch geben wir uns gerade viel mehr Zeit, gehen viel mehr in die Details und gehen viel tiefer rein, als wir es bisher gemacht haben. Momentan keinen Zeitdruck und das ist gerade sehr schön!

Das Interview führte Sarah Schlifter.