Beirut: Kurzfilmer Heinrich Lipner begleitet den Tagträumer²


tagträumer-beirut3

Vor Kurzem veröffentlichte der Tagträumer² eine Mini-Dokumentation, die ihm bei einem Gig im libanesischen Beirut zeigt. Der Kurzfilmer Heinrich Lipner begleitete den Berliner DJ und Musikproduzenten vor drei Monaten mit in den Libanon, wo er einen Workshop zum Thema Vinyl Culture gab. „Abends spielte ich noch auf einem Parkdeck mit einem Saxophonisten“, so Robert Stolt, wie er mit bürgerlichem Namen heisst.

trndmusik: Wie kamt Ihr auf die Idee, den Trip nach Beirut bildlich festzuhalten?

Tagträumer²: Heinrich hatte mir bereits aus dem Material meines Trips nach Israel einen sehr ansehnlichen Trailer gebastelt. Der Beirut-Gig war im Gegensatz dazu glücklicherweise keine „Play-And-Go“-Nummer, sodass wir neben meinen Vinylworkshop und dem Radiointerview eine Menge Zeit für Land und Leute hatten. Als ich dann von seinem Berlinale-Kurzfilmpreis erfuhr, erzählte ich so ganz nebenbei Details von der Reise und dass ich alleine in einem Zweibettzimmer schlafen würde.

Heinrich Lipner: Verständlicherweise war ich vom angedachten Schlafsetup mehr als enttäuscht. Aber als ich dann in Gedanken das Genre unseres Films wechselte, ging‘s wieder.

trndmusik: Wie habt Ihr beiden Euch überhaupt kennengelernt?

Tagträumer²: Ich probiere mit Leidenschaft neue Sportarten aus. Dieses Mal stand „Padel“ auf dem Programm – eine südamerikanische Squashinterpretation mit ganz abgefahrenen Regeln. Dafür braucht man vier Leute. Ja, jetzt motivier mal Leute für ein Ding, das du selbst nicht mal im Ansatz erklären kannst. Als meine Freundin dabei war und das Adressbuch austelefoniert hatte, meinte ein guter Freund, dass er einen gewissen Heinrich anfragen würde – der macht alles mit!

Heinrich Lipner: Robert brauchte, um mir sympathisch zu sein, nicht einmal ein einziges Wort. Er sah an diesem Tag exakt aus, wie der elfte Dr. Who aus der gleichnamigen BBC Serie. Ich bin ein großer Fan!

tagträumer-beirut2

trndmusik: Wurde Dein Workshop zum Thema Vinyl Culture vor Ort gut aufgenommen? Und wie kam es überhaupt dazu?

Tagträumer²: Das Goethe Institut organisiert regelmäßig Workshops zum Thema „Produzieren elektronischer Musik im Ausland“, wobei der eingeladene Künstler im Anschluss auf einem Event spielt. Ich hatte diesen Workshop über Vinyl Culture in China gegeben und dachte mir, im Libanon würde das auch gut passen. Ich limitierte den Kurs aber dieses Mal auf 20 Teilnehmer, da ich jedem eine individuelle Einführung in Sachen Vinylmixing geben wollte.

Was die Leute jedoch am meisten interessierte, war die Frage nach der richtigen Promotion als DJ und vor allem, wie man sein eigenes Label aufbaut. Nach vier Stunden waren die Hauptpunkte abgearbeitet und wir stellten witzige Theorien auf, wie man sich am besten vor Songwünschen schützen könnte und lästerten etwas über DJs, die nur auf den Play-Knopf drücken. Am Ende bekamen alle noch die eine Tagträumer²-Platte geschenkt und waren sehr zufrieden mit den frisch erlangten Skills.

trndmusik: Wie lange wurde an dem Clip schlussendlich gearbeitet?

Heinrich Lipner: Als Tara Jane von Radio Beirut mich fragte, wann der Clip wohl fertig sei, sagte ich: „That’s a really good question. You should ask that to my google calendar. It’s timetable@me.idontknow.“ Und so war es letzten Endes auch. Da ich spontan ein Stelle als Sketchautor unter dem Sohn von Frank Elsner bekam, musste mich Robert mit Deadlineforderungen wie „morgen!“ liebevoll zu einer der legendärsten Nachtschichten der Schnittgeschichte zwingen – zehn Stunden.

tagträumer-beirut1

trndmusik: Werdet Ihr wieder mal zusammenfinden, um eine solche Mini-Doku zu produzieren?

Tagträumer²: Wie unsere Zusammenarbeit für ein weiteres Projekt aussehen wird, wissen wir noch nicht. Am liebsten hätte ich wieder eine spontane Aktion, bei der man nicht so richtig weiß, wie der Film am Ende aussieht.

Heinrich Lipner: Man merkt, dass Robert vom Ergebnis meiner Arbeit nicht überzeugt ist. Wir werden nächstes Mal definitiv zusammen ein Einzelbettzimmer buchen.