Lenient Tales: „Wir bieten Künstlern für ihre Kreativität und Expressivität eine Plattform“


„Our First Year“ – mit einer Compilation feiert das Berliner Imprint Lenient Tales seinen ersten Geburtstag. „Es ist eine große Zusammenstellung der Deepness – ganz weit weg von der trendigen und kommerziellen Housemusic“, so das Label. Vertreten sind unter anderem Parra for Cuva, Trashlagoon, Jona Mayr und Jonas Woehl mit Werken. Wir sprachen mit den Machern über das erste Jahr – und eine Nummer feiert schon vor der Veröffentlichung bei uns Premiere.

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trndmsk: Am 27. März 2015 erscheint die 15. Katalognummer Eures Labels, Lenient Tales. Es ist zeitgleich auch das einjährige Jubiläum des Imprints. Auf was dürfen wir uns freuen?

Lenient Tales: Auf eine Stunde feinst-selektierte, hochwertige elektronische Musik von Künstlern, die der Liebe zur Musik wegen Musik machen! Wir befinden uns auf Raumschiff Deep House, Electronica und italienischem Madrigal.

Wie fiel die bisherige Resonanz zur Compilation aus?

Die Tracks auf der Compilation sollen gezielt ein spezielles Publikum ansprechen, das Kreativität und Eigenheit im elektronischen Genre feiert. Dies funktioniert hervorragend, wie die Promofeedbacks von Extase, PureFM oder Animal Trainer zeigen. Besonders im Underground kommt der Sound sehr gut an. David Guetta feiert die Tracks bereits sehr intensiv.

Wie habt Ihr die Werke für die Zusammenstellung ausgewählt?

Die Werke wurden von Jona Mayr blind mit einer Schlafmaske ausgewürfelt. Er hat mit einem hohen Einsatz dafür bezahlt.

2014 habt Ihr das Imprint gegründet. Wie verteilt Ihr die Kompetenzen? Und was war der Anlass für die Labelgründung?

Wir sind im Team zurzeit vier nette Tiere: Mantu (A&R), Pete (Product Manager) Daniele (Digital/Social Media Manager) und Lola (Label Assistant). Wir sind nicht sehr kompetent, aber krasse DJs sind wir alle. Unser Büro ist eine Wellblechhütte in Kreuzberg und wir freuen uns jederzeit über Essenspenden (Sushi und Rittersport Schokolade) und unsere Tür steht jederzeit offen für Besuch. Eigentlich haben wir gar keine Tür, sondern eine Schiebetür, die damals von Brux. Anlass für die Labelgründung war es, Künstlern, die eine experimentellere Schiene fahren, eine Plattform für ihre Kreativität und Expressivität zu bieten. Unter Vertrag nehmen wir diejenigen, die gerne in Hallenbädern ohne Sturzhelm die Rutsche bedienen.

Wie zufrieden seid ihr mit dem bisherigen Werdegang des Imprints?

Wir sind noch nicht satt, aber die Resonanz und die Feedbacks zeigen, dass wir auf dem absolut richtigen Weg sind. Ein Highlight des letzten Jahres war auf jeden Fall die Debütplatte von Parra for Cuva – „Majouré“ – die inzwischen weltweit ihre Fans gefunden hat. Außerdem großartige Erstingswerke von Jonas Woehl und Syno oder die verspulten musikalischen Schlingeleien von Trashlagoon und Jona Mayr.

Was wird demnächst bei Euch rauskommen? Habt Ihr schon weitere Pläne in den Schubladen?

Als nächstes steht das Erstlingswerk des kanadischen DJs und Produzenten Happy Medium in den Startlöchern. Die EP heißt „Rolling Shades of the Sun“ und wird am 17. April 2015 erscheinen. Wir feiern’s derbe, also freut euch drauf! Außerdem wird es eine sehr feine Remix EP von Parra for Cuvas „Champa“ geben. Die ist aber noch ein geheimes Geheimnis und es steht noch nicht final fest, wann wir sie frei lassen.

Das Interview führte Benjamin Reibert.