Zwischen Tristesse und Pepp: Dopish mit ihrer neuen EP „Aloha“


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Erst Anfang Oktober 2014 gingen Bellville und Fennec & Wolf mit ihrem Label INCROYABLE MUSIC an den Start. Seitdem hat sich Einiges getan. Etliche Podcasts und EPs, zwei Compilations, und Label-Nächte in ganz Deutschland haben dazu beigetragen, dass sich das Kölner Label eine Nische in der artenreichen Umwelt elektronischer Musik erkämpfen konnte. Großen Anteil daran haben sicherlich auch die Künstler, die vor Launch des Labels noch keiner auf dem Radar hatte.

Mit an Bord der Incroyable-Crew ist auch das Duo Dopish. Die zwei Ruhrpottler waren schon über Jahre hinweg einzeln als DJs unterwegs, bis sie sich ihre musikalisch füreinander bestimmten Herzen fassten und das Projekt „Dopish“ ins Leben riefen. Seit dem Release der incroyablen „Kickoff Compilation“ Ende letzten Jahres, auf der ihr Debüt „Closest“ zu hören war, haben die beiden an einem Nachfolger gefeilt.

Das Ergebnis dieser Bemühungen feiert seinen Release am 27. Juli 2015 und hört auf den klangvollen Namen „Aloha“. Rein akustisch hat diese EP wenig mit dem hawaiianischen Ursprung des Titels zu tun hat. Statt eines sommerlich hellen Hawaiihemds haben Dopish bei der Produktion dieser EP wohl eher ein dunkles und abgewetztes Tanz-Tank-Top übergestreift. Der Titel-Track „Aloha“ ist bestückt mit allem, was das zeitgenössische Raver-Herz begehrt: Nachdrücklich wummernde Basslines, melancholisch-atmosphärische Synths, ruhig zwitschernde Pads, etc. Und zwischendurch spricht sogar eine mysteriöse, tiefe Stimme aus den Untiefen des akustischen Raums zu uns. Damit erfinden Dopish das Rad am voll beladenen, nur noch langsam vorwärts kommenden Karren elektronischer Tanzmusik zwar nicht neu – dennoch ist der Track vollends solide und auf der Höhe der Zeit. Das findet wohl auch ein gewisser Niko Schwind, der dem Track kurzerhand einen Remix verpasst hat. Mit einer peppigen Dosis Energie lässt sich die süße Tristesse immer wieder von einem saueren Kraftprotz zurückdrängen. Beide Versionen, jede auf ihre Weise, werden je nach Rezeptionssituation vor Ort sicherlich ihre Wirkung zeigen. Zuerst unscheinbar, aber keinesfalls zu missachten, ist die ebenfalls sehr anhörliche „Rose“, der letzte Titel im Bunde. Dieser Track ist prinzipiell nach einem ähnlichem und populären Muster konzipiert, indem er sich voll und ganz der reconditoiden Melancholie dieser Tage hingibt. Dank der kraftvoll-eingängigen Rezeptur kann „Rose“ aber durchaus einen angenehmen, bleibenden Nachgeschmack hinterlassen.

Insgesamt also eine überzeugende EP von einem Duo, das seinen einzigartigen Sound zwar noch nicht vollends gefunden hat, aber dennoch weiterhin vielversprechend klingt. Hört doch einfach mal selber rein. Die EP „Aloha“ von Dopish gibt’s jetzt bei uns in der Streaming-Premiere:

Ein Artikel von Vitus Bachhausen.