SFX meldet Insolvenz an


SFX, zu dem unter anderem Beatport und das Festival Tomorrowland gehören, hat am heutigen Montag offiziell ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Die angehäuften Schulden in Höhe von fast 300 Millionen US-Dollar sollen durch diesen Schritt abgebaut werden. Für Robert F.X. Sillerman bedeutet dieser Schritt das Aus als CEO.

SFX

Unternehmenswert von 927 auf unter 10 Millionen US-Dollar gefallen

Die Entwicklung bei SFX hatte sich in den vergangenen Monaten abgezeichnet: Im Dezember 2013 betrug der Börsenwert des Unternehmens, das unter anderem Festivals wie Tomorrowland veranstaltet und Firmen wie Beatport aufgekauft hatte, noch 927 Millionen US-Dollar. Im Janur 2016 war dieser Wert erstmals unter zehn Millionen US-Dollar gesunken. Aus diesem Grund habe SFX laut einem Bericht von Resident Advisor ein Insolvenzverfahren in Betracht gezogen. Zum neuen Monat hat der Megakonzern die Pläne in die Tat umgesetzt. Die Ära von Robert F.X. Sillerman, dem Gründer und CEO des Unternehmens, soll damit zu Ende gehen. Anleger des Unternehmens hatten sich in den letzten Monaten beschwert und teils vor Gericht geklagt, dass Sillerman das Unternehmen mit Absicht in den Ruin treiben würde. Sillermans Versuch, SFX wieder zu privatisieren, scheiterte.

Sillerman bleibt Vorstandsvorsitzender

Mit der angestrebten Restrukturierung, die 300 Millionen US-Dollar Schulden streichen soll, kann SFX nun von der Börse genommen und als Privatunternehmen weitergeführt werden. Sillerman bleibt somit als Vorstandsvorsitzender im Amt, sucht allerdings einen neuen CEO. „Natürlich haben wir nicht daran gedacht, dass es einmal soweit kommen würde, aber mit der Restrukturierung des Unternehmens haben wir nun die Gelegenheit, all das zu erreichen, was SFX sein kann und sein soll“, schreibt der Unternehmer auf der SFX-Homepage.

Keine Auswirkungen auf Festivals in Europa

Das Insolvenzverfahren wird vom The Wall Street Journal als Gläubigerbeteiligung beschrieben. Eine Methode, um Schuldner eines Unternehmens in Zukunft am Unternehmen selbst zu beteiligen. Dadurch soll die Aktivität des angeschlagen Konzerns auch in Zukunft gesichert werden. Das in den USA eingeleitete Verfahren hat vorerst aber keine Auswirkungen auf Festivals wie Nature One. Zum Unternehmen gehören neben Beatport auch i-Motion, React Presents und Made Event.