Deutscher Musikmarkt: Vinyl steigert Umsatz um 30 %


Nach jahrelanger Talfahrt schöpft die Musikindustrie neue Hoffnung dank Streaming-Diensten. Der deutsche Musikmarkt ist im vergangenen Jahr dank neuer Internet-Angebote noch stärker gewachsen als zunächst angenommen. Das kleine Vinyl-Revival geht weiter, doch größten Anteil am Markt hat ein anderes Medium.

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Bild: „Vinyl Diner“ von Krystian Olszanski (CC BY 2.0 / Creative Commons)

Umsatzsteigerung für Vinyl

Der Musikmarkt hat im vergangenen Jahr in Deutschland zugelegt – und das noch besser, als die ersten Prognosen aus dem Januar 2016 vermuten ließen. Ende 2015 stand ein Plus von 4,6 % und ein Gesamtumsatz von rund 1,55 Milliarden Euro zu Buche, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) am Donnerstag mitteilte. Ein großes prozentuales Plus verzeichnete Vinyl. Die Schallplatte konnte ihren Umsatz um 30,7 % steigern. Damit liegt der Gesamtanteil bei den Tonträgern bei 3,2 %. In 2014 hatte Vinyl nur einen Anteil von 2,6 % zu verzeichnen. Die Renaissance der Schallplatte als Nischenangebot geht also weiter.

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Streaming mit größtem Wachstum

Den größten Wachstum im vergangenen Jahr verzeichnete das Streaming. Das Geschäft mit Musik-Streaming – wie es Dienste wie Spotify, Apple Music, Deezer oder Napster anbieten – hat sich mit einem Wachstum von 106 % mehr als verdoppelt. Es macht nun 14,4 % der gesamten Erlöse aus. Major Lazers Track „Lean On“ war dabei der meist gestreamte Song 2015 in Deutschland. Die digitalen Downloads liegen knapp davor mit 15,6 %. Die CD sorgt trotz eines Umsatzrückgangs von 4,2 % nach wie vor für den Großteil des Geschäfts. Trotz der Einbußen liegt sie mit einem Gesamtanteil von 60,8 % deutlich an der Spitze. Der komplette Anteil physischer Tonträgerverkäufe (CD, Vinyl, DVD/Blu-ray) liegt bei 68,6 %.

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Der deutsche Musikmarkt wächst und wächst und wächst

In Deutschland stieg der Umsatz im vergangenen Jahr damit erstmals seit 2009 wieder über die Marke von 1,5 Milliarden Euro. Zur Jahrhundertwende war das Geschäft aber noch über eine Milliarde Euro größer. Für den deutschen Musikmarkt ist es das dritte Wachstumsjahr in Folge. Dabei nimmt das Tempo zu: 2013 gab es das erste Plus nach 15 Jahren mit schmalen 1,2 %, im Jahr darauf waren es 1,8 %.