Gregor Tresher 2.0 – das fünfte Album des Frankfurters erscheint am 30. Mai


quietdistortion

„Ich hatte mir das Ziel gesetzt, die richtige Balance zwischen dem Vibe aus meiner früheren Musik und dem des modernen Technos, den ich aktuell spiele, zu finden“, sagt Gregor Tresher. Herausgekommen ist sein Longplayer „Quiet Distortion“. Nach „A Thousand Nights“ (2007 auf Great Stuff Recordings), „The Life Wire“ (2009 bei Break New Soil), „Lights From The Inside“ (2011 auf Break New Soil) und „Nightcolors“ (2013 via Break New Soil) ist die Kollektion das fünfte Album, das der deutsche Musiker, der seine DJ- und Produzenten-Karriere in den neunziger Jahren in Frankfurt begann, rausbringt. „Ich will nicht still stehen, sondern mich als Musiker weiterentwickeln“, erklärt Tresher zu der Kollektion.

Basslastige Melodien treffen auf warme Atmosphären

Der 12-Track-starke Longplayer ist vor allem von basslastigen Melodien durchzogen, die in warmen und analogen Atmosphären eingebettet sind. Man erkennt eindeutig die Handschrift Treshers wieder, auch wenn es zu seinen früheren Werken eine moderne Variante geworden ist – Tresher 2.0 sozusagen. Bis auf „Goliath“ sind alle Tracks noch unveröffentlicht. Erscheinen wird „Quiet Distortion“ am 30. Mai 2016 auf dem eigenen Label des Künstlers – Break New Soil.

Gregor Tresher

trndmsk: Gregor, Ende des Monats erscheint dein fünftes Album. Wie lange hast Du an den zwölf Tracks gesessen?

Gregor Tresher: Ungefähr sechs Monate. Ich habe im letzten Herbst angefangen, die ersten Layouts zu produzieren und bin Ende März fertig geworden.

„Quiet Distortion“ ist der Titel des Longplayers. Wie kamst Du auf den Namen?

Ich tue mich immer schwer, die Titel meiner Tracks zu erklären, verwende aber viel Zeit darauf, mir was Schönes einfallen zu lassen. Das dauert mitunter manchmal genauso lange wie die Produktion der Musik. Mir sind Titel wichtig, und ich finde, es zollt der Musik Respekt, wenn man darauf Energie verwendet. Ich bin der Meinung, dass ein guter Titel einfach sehr wichtig ist und durchaus auch schonmal eine Grundstimmung vorgeben kann. Bei diesem Albumtitel geht es sowohl um das stilistische Element der „Distortion“, das bei vielen Tracks leise durchschimmert, aber auch mal im Vordergrund stehen kann. Generell gibt es Verzerrung aber auf vielen Ebenen – nicht nur im musikalischen Sinn sondern auch in anderen Bereichen des Lebens.

Man erkennt eindeutig deine Handschrift, auch wenn es zu deinen früheren Werken eine moderne Variante geworden ist. Trifft also der Ausdruck Tresher 2.0 am besten zu?

Das ist schön zu lesen. Wenn ein Hörer bei Musik die Handschrift eines Künstlers bemerkt, ist das ein tolles Kompliment. Ich denke, dass das Album durchaus Querverweise auf meine Produktionen aus den nuller Jahren hat. Ich versuche mich aber auch stetig weiterzuentwickeln und nicht stehen zu bleiben, denn darum geht es bei elektronischer Musik ja im Grunde. Im Gegenzug fasziniert mich eine gewisse Stimmung bei Musik, nach der ich auch bei der Produktion meiner Musik immer wieder suche. Ich denke (und hoffe), dass man das durchhören kann.

Wo hat die Idee zum neuen Longplayer überhaupt ihren Ursprung? Wo hast Du Dir die Inspiration für die Stücke geholt?

Musikalische Inspiration bekomme ich durch mein Deejaying naturgemäss sehr viel, Neue Musik zu hören ist ja ein wichtiger Teil des Jobs. Ansonsten höre ich privat Musik aus vielen unterschiedlichen Bereichen, und auch das viele Reisen und die vielen Clubs und Parties sind eine stetige Inspiration.

Wie sind die Werke entstanden?

Die Tracks sind allesamt und ausschließlich in meinem Studio in Frankfurt entstanden. Ich kann unterwegs und vor allem auf Kopfhörern keine Musik machen, dazu brauche ich immer die gewohnte Umgebung meines Studios und vor allem eine richtige Abhöre.

Released wird „Quiet Distortion“ auf deinem eigenen Label – Break New Soil. Wieso?

Weil ich hier alle Fäden in der Hand habe. Vom Artwork über Mastering, vom Auswahl der Formate bis zum Veröffentlichungszeitpunkt kann ich alles so planen, wie ich es möchte, und gerade beim Album ist mir das sehr wichtig. Das ist zwar nicht der einzige, aber einer der Gründe, warum ich mein Label damals ins Leben gerufen habe. Gerade Alben sind in der heutigen Zeit für Labels kein großes Geschäft, und auf meinem eigenen Label kann ich mich dazu entscheiden, Geld für Dinge auszugeben, die mir wichtig sind – auch wenn es vielleicht aus geschäftlicher Sicht nicht den allergrößten Sinn macht, aber ums Geld verdienen geht es heutzutage bei der Veröffentlichung von Musik sowieso nicht mehr in erster Linie.

Wie fiel das bisherige Feedback zum Album aus? Was haben die Kollegen gesagt?

Durch die Bank sehr gut! Ich habe das Album bisher nur einigen wenigen Kollegen gegeben, deren Feedback toll war und die die Tracks schon hoch und runter spielen. Gerade nach dem Titeltrack bekomme ich sehr viele Nachfragen, wenn ich ihn spiele. Die große Promotion startet aber jetzt gerade erst, und ich bin auf die nächsten Reaktionen gespannt.

Wie geht es nach der Veröffentlichung weiter?

Im Sommer gehe ich auf große Albumtour, ich werde viele Festivals spielen und unter anderem auch wieder ein paar wenige ausgesuchte Live-Shows. Wir werden auf Break New Soil eine Remix-EP veröffentlichen und gegen Ende des Sommers kommt dann eine neue EP von mir auf Cocoon raus – zusammen mit Petar Dundov.

Tracklist:

01. Gregor Tresher – Numb
02. Gregor Tresher – Surrender
03. Gregor Tresher – Consistency
04. Gregor Tresher – Tyrant
05. Gregor Tresher – Quiet Distortion
06. Gregor Tresher – Safehouse
07. Gregor Tresher – The Kraken
08. Gregor Tresher – Riot Gear
09. Gregor Tresher – Depend
10. Gregor Tresher – Decades
11. Gregor Tresher – Goliath
12. Gregor Tresher – Give It All Away