Wenn Mode und Musik miteinander verschmelzen – Freeride Millenium released seine erste Veröffentlichung


laporc

„Wir haben für unsere Sachen das Label Freeride Millenium gegründet“, erzählt einer der Macher des Münchner Imprints. Das Label an sich bestand schon vorher – aber zunächst nur für konzeptionelle Kunst und Mode. „Daniel Rajcsanyi, mein Partner, hatte es ins Leben gerufen. Er ist im Moment beim Designer Henrik Vibskov in Kopenhagen bis September.“ Sobald er zurück ist, wollen sie die Mode und die Musik mehr miteinander verschmelzen lassen. „Alles, was wir machen, machen wir durch unser Netzwerk“, betont der Labelmacher. Da ist zum Beispiel noch die Fotografin Rosi Offenbach, die mit dem Regisseur Simon Reichel ein Video für die erste Veröffentlichung anfertigte, und die Künstlerin Sarah Hilmer: „Jeder arbeitet mit jedem, und wir beobachten, was für Früchte unsere Verschmelzung trägt.“

Isolation als Thema der ersten Katalognummer

Das erste Release in Sachen Musik wird nun am 18. Mai 2016 unter dem Titel „La Porc De La Discoteque“ erscheinen. Produziert wurde die gleichnamige Nummer vom offenen Projekt Jorkes, „zu dem alle eingeladen sind, die etwas beitragen wollen“, beschreibt der Labelmacher das Alias. „Wir haben uns beim ersten Release mit der Isolation beschäftigt“, verrät der Labelbetreiber. „In den eigenen Gedanken sein, obwohl man in Gesellschaft ist. Keinen Kontakt mehr zu seinem Umfeld zu haben. Drogen als vermeintlicher Ausweg endlich das Schwein zu sein, dass man sich so sehr wünscht. Emotionen raus lassen, die man aufgrund der Ketten der Gesellschaft nicht zulassen will. Endlich die Freiheit zu haben, die uns eigentlich jeden Tag zur Verfügung steht.“

Ein hypnotischer Track voller Darkness

Musikalisch ist ein hypnotisches Werk herausgekommen, das von seiner Darkness und den immer wieder auftauchenden Vocals lebt. Ergänzt wird das Original von zwei Remixen, die von Mikasch und dem Stuttgarter Duo Erasmus & Krieger abgeliefert wurden. Erstgenannte Produzentin aus dem Schwarzwald bringt das Original mit ihrer Interpretation quasi zum Licht. Das Produzenten-Gespann Erasmus & Krieger hingegen hat aus dem Stück einen hypnotischen Tanz in süßer Einsamkeit erschaffen. Die zweite, kommende EP, „Thank You“, wird genau die Kehrseite des Ganzen darstellen: Verschmelzung mit der Liebe, Dankbarkeit und eine Hommage an die Zweisamkeit werden die Themen sein. Die EP ist via Beatport erhältlich.

trndmsk: Woher kam die Idee für die Nummer „La Porc De La Discoteque“? Wo habt Ihr Euch die Inspiration geholt?

Jorkes: In einem dunklen Raum, voller Menschen, voller Dröhnung, voller Gestampfe. Es wirkte wie ein Ameisenhaufen. Diszipliniert und organisiert. Alles vorgegeben. Man bekommt viel blabla mit in dieser Situation. Hört man es? Oder nicht? Man erkennt wie alles vorgefertigt ist; In Situationen, die eigentlich endgültige Freiheit bedeuten. Und was passiert? Montag, 15:00 Uhr oder Samstag, 4:20 Uhr werden gleich. Weil irgendwie alles gleich ist. Da stellt man sich unweigerlich die Frage nach Befriedigung der Triebe. Du willst dir alles geben, nur um dich in den Zustand des Schweins zu katapultieren. Bedingungslose Befriedigung deiner tiefsten Bedürfnisse. Du wirst das „Porc“, die anderen bleiben die Ameisen. Du bist dein eigener und einziger Meister und Sklave.

Wie und wo ist das Werk entstanden?

Nach dieser Erfahrung haben wir diese Emotionen verarbeitet. Es war irgendwie unruhig zu sehen, wie Unfreiheit auf uns wirkt. Und dann entsteht das, was entsteht. Ein Blitz trifft dich und du fängst an Stück für Stück diese Emotion und diese Erfahrung zu programmieren. Eine reinigende Erfahrung. Jede MIDI-Spur, die man spielt, jedes Vocal, dass du einsprichst, streift ein wenig von dieser Erfahrung ab und öffnet dich für Neues.

Wie wurden die beiden Remixer ausgesucht?

Nach Gefühl. Es ist eine Balance zwischen dem was wir gemacht haben und dem, was wir nicht machen konnten. Wir kannten alle ein wenig und wollten sehen, welchen Blickwinkel sie auf alles haben. Und so ist es gekommen. Erasmus & Krieger haben den Song auf ihre Essenz reduziert. Mikasch hat dem Ganzen einen Glanz gegeben, was nur sie kann.

Wieso habt ihr das Label überhaupt ins Leben gerufen?

Wir haben uns einen Spielplatz für unsere Freunde und uns gewünscht. Und jetzt ist er da. Und wir fangen an zu spielen. Ein Ort, in dem du einfach machen kannst, was du willst. Und dann kommen Menschen vorbei, die den gleichen Fluss haben wie du. Man macht das alles für die guten Gefühle, die man so einfängt.

Was steht nach der Veröffentlichung bei Euch an? Arbeitet Ihr bereits an weiteren Projekten?

Eben ist das Video von „La Porc De La Discoteque“ fertig geworden. Wir planen noch weitere Ausstellungen, welche wir bereits in München und Stuttgart hatten. Am 20. Juni 2016 erscheint „Thank You“ mit einem Remix von unseren Freunden Ménage à Trois aus Manchester. Dazwischen bereisen wir alle diesen Planeten und sind wie Schwämme – alles aufnehmen und erleben.

Tracklist:

01. Jorkes – La Porc De La Discoteque
02. Jorkes – La Porc De La Discoteque (Mikasch Remix)
03. Jorkes – La Porc De La Discoteque (Erasmus & Krieger Remix)