Die breite Palette des Luca Musto – erste Solo-EP erscheint bei Feines Tier


situations

Luca Musto ist ein wahrhafter Enthusiast, wenn es um Soul, Jazz sowie Blues und natürlich elektronische Musik geht. Besonders der sogenannte Slow-House, bei dem man in groovende Beats und hypnotisierende Melodien versinkt, hat es dem Musiker mit italienischen Wurzeln angetan. Nun also kommt die erste Solo-EP des jungen produzenten raus, der noch vor Kurzem ein tolles Set für MUZO kreierte. „Situations“ ist mit vier Tracks bestückt, in denen Musto deepe und impulsive Atmosphären mit dem passenden Beats erzeugt. „Ticon“, „Movements“, „Sileo“ und eben „Situations“, produziert mit Louve, zeigen deutlich, welch breite Palette an elektronischen Vibes der Künstler verfügt. Erscheinen werden die Stücke in den kommenden Wochen auf dem Kölner Imprint Feines Tier.

trndmsk: Luca, wieso hat es so lange mit der ersten Solo-EP gedauert?

Luca Musto: Nicht die EP hat so lange gedauert – es lag vielmehr am Umstand, das ich Qualität vor Quantität stellen möchte. So kam es auch, das ich mit zwei Instrumentalisten für den Titeltrack gearbeitet habe, auf dem auch die Sängerin Louve aus Paris zu hören ist um ihn perfekt abzurunden. Bis Anfang des Jahres war ich außerdem in verschiedene andere Musikprojekte involviert, was mich zeitlich natürlich auch beanspruchte. So führte eins zum anderen und Zeit vergeht ja bekanntlich auch im Flug.

Woher kam die Idee für die 4-Track-EP? Wo hast du dir die Inspiration geholt?

Das Thema „Situations“ ist schon lange in meinem Kopf herumgeschwirrt. Das ganze geht zurück bis zu den Anfängen meiner Studienzeit wo ich einen, bis heute unveröffentlichten Track mit dem Namen produziert habe. Ich stellte ihn damals auch online und kam dadurch schließlich mit Louis Levantal in Kontakt, der starke Künstler in seiner Agentur MUZO zusammenführt. Für mich ist diese EP der Ausdruck dafür, wozu gewisse Situationen im Leben führen können.

Eine große Inspirationsquelle ist bei mir schon immer Blues gewesen. Dieser Schmerz, die raue Atmosphäre in den Tracks die dich in einen gewissen Modus bringt – das macht Musik für mich aus. Schlussendlich geht es mir um Emotionen.

Wie und wo sind die Nummern entstanden?

Ich kann kaum produzieren wenn ich unterwegs bin, dafür bin ich umso aktiver wenn ich in meinem Studio arbeite. Die EP ist zwischen 2013 und 2016 im Süden Deutschlands entstanden, hat aber auch in Köln, Berlin und Paris einige Einflüsse mitgenommen.

Wieso erscheint deine erste eigene EP bei Feines Tier?

Im April hatte ich das große Vergnügen für das feine Getier im Jackwho in Köln zu spielen, was eins meiner Highlights gewesen ist. Es war einer dieser Abende, an dem einfach alles gestimmt hat. Natürlich verfolge ich die Crew auch schon länger, doch nach diesem Abend war klar wo lang es gehen würde.

Hast Du bewusst auf Remixer verzichtet?

Jaein. Es gab natürlich einige Ideen, doch im Grunde hat sich leider nichts herauskristallisiert, sodass wir uns am Ende dagegen entschieden haben. Ich bin froh, das die Tracks auch für sich alleine stehen können und einen gewissen Sinn ergeben – auch wenn und gerade weil kein Remixer an Bord ist.

Was steht nach der Veröffentlichung bei Dir an? Arbeitest Du bereits an weiteren Projekten? Oder muss man nun wieder länger warten, bis die nächste Solo-EP kommt?

Na das möchte ich nicht hoffen. Auf der anderen Seite war ich noch nie ein Fan davon, den Markt mit Veröffentlichungen zu überschwemmen. Musik hat für mich nach wie vor einen hohen Stellenwert und sollte mindestens genauso bewusst produziert wie konsumiert werden. Es wird jedenfalls bald neues Material von Musto & Rietze geben, außerdem wird demnächst der erste MUZO Labelsampler erscheinen, auf dem ich auch vertreten bin.

Tracklist:

01. Luca Musto – Ticon
02. Luca Musto – Movements
03. Luca Musto – Sileo
04. Luca Musto feat. Louve – Situations