Nach acht Monaten Arbeit: „Another Night With The Clowns“ von Irwin Leschet


silberschwein

Seit knapp 25 Jahren arbeite Irwin Leschet als DJ aktiv. „Und der Drang, auch mal den Output – also einen Mix – rauszulassen, ist immer da“, erzählt uns der Kölner. „Nur merke ich selber, dass meine eigenen Ansprüche an einen solchen Mix immer grösser werden.“ Für sein neuestes Set, „Another Night With The Clowns“, nahm sich Leschet sehr viel Zeit, denn für den Mix hatte er verschiedene Ansprüche: „Er sollte einigermassen zeitlos sein, die Tracks also nicht so beliebig. Und natürlich musste er perfekt gemischt sein – hier kommt vermutlich meine Zeit als Mashup und Bastard-Pop, so um 2003 bis 2005 herum, durch. Ich finde es klasse, wenn zwei Tracks lange zusammen laufen und dadurch etwas Besonderes, Schönes entsteht.“ Ausserdem war ihm wichtig, das Homogene zwischen den einzelnen Tracks aufzubrechen und verschiedene Musikstile unterzubringen. „Auch das Tempo ändert sich in meinen Mixen gerne mal“, betont der DJ. Um all dem gerecht zu werden, wird erhöht sich seine eigene Messlate immer wieder: „Und dadurch liegen manchmal viele Monate zwischen den veröffentlichten Mixen. Angefangen hab ich mit diesem hier schon vor ca. acht Monaten. Ich habe sehr viele Tracks raus geschmissen und lange mit der Reihenfolge experimeniert. Bei anderen Mixen passte es einfach schon mal schneller.“

Trackauswahl, Abwechslung, Übergänge – und der rote Faden

Im Monat kauft sich Leschet im Schnitt nur fünf bis zehn neue Stücke. „Dann probiere ich diese einzeln mit „alten“ Tracks aus. Im aktuellen Mix habe ich ja sogar zwei Tracks aus 1992 und 1996 drin.“ Wenn er der Meinung ist, dass das super zusammenpasst, kommen diese Tracks in seine iTunes-Playlist: „Die höre ich dann manchmal Monate lang rauf und runter – und probiere immer wieder mal, welche Tracks gut zusammen gehen und dabei wächst im Optimalfall ein roter Faden.“ Leschet spielt auch viel mit der Reihenfolge der Tracks: „Und nach vielem rumprobieren wird dann irgednwann einfach nur noch runtergemixt. Also im Gegensatz zu einer Party, bei der ich nie vorher weiss, wohin es musikalisch geht, steht beim Mixdown meiner SoundCloud- oder Mixcloud-Sets genau fest, was wann passieren soll.“ Trackauswahl, Abwechslung, Übergänge und der rote Faden sind im also besonders wichtig. Und auch mit dem Titel lasse er sich Zeit: „Der soll zum roten Faden passen – in dem Fall eine fiktive Nacht, zum Teil in einer Bar, zum Teil auf einem Open Air, im Auto, im Club … “

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Joris Voorns Remixe sind Trumpf

Die beiden 1990er-Tracks sind Longtime-Lieblinge von Leschet: „Aber aktuell finde ich den Remix von Joris Voorn zu Röyksopps Nummer „I Had This Thing“ sehr touchy. Ich lege ja gerne für Mädels auf, und der passt da perfekt.“ Neben diesem Stück spielt er zurzeit auch gerne „Dem Howl“ von Audion und Troels Abrahamsen – und diesen ebenfalls im Joris Voorn-Remix. „Als drittes würde ich statt einem Track lieber einen Künstler nennen – irgendwas von N’to spiele ich eigentlich immer“, so der vor Kurzem gewordene Vater. „Da ich nun Vater bin, sind die DJ-Nächte etwas weniger geworden. Stattdessen mache ich mir gerade etwas mehr Gedanken, was ich generell neu oder anders machen könnte. Nach zehn Jahren mit Serato Scratch denke ich tatsächlich darüber nach, auf CDJ umzusteigen.“ Ausserdem versucht er momentan, seine Lieblingstracks aus den 1990er Jahren, die gerne mal 136 BPM oder mehr hatten, in ein ca. 105 bis 110 BPM schnelles Set zu setzen: „Hier geht es dann aber nicht mehr mit Platten, sondern ich muss Stücke in Ableton abändern. Langweilig wird mir jedenfalls nicht, und ich freue mich auch, meine Partyreihe Silberschwein mit einer ganz neuen Idee 2017 in das dreizehnte Jahr zu begleiten.“