„Conundrums Collide“ und „Dutch Apostrophes“ – die neuen Tracks von Rico Puestel


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Es ist mal wieder Zeit. Zeit für neue Stücke von Rico Puestel, die via trndmsk zum freien Download bereit stehen. Nachdem der Kieler Musikproduzent vor knapp einem sein Werk „Cantaloupes“ veröffentlichte, zieht er nun mit zwei neuen Tracks nach: „Conundrums Collide“ und „Dutch Apostrophes“.

trndmsk: Woher kamen die Ideen für die beiden Nummern? Wo hast Du Dir die Inspiration geholt?

Rico Puestel: Inspiration erscheint mir weder abhol- noch erwerbbar, sondern sollte beim aktiven Ausüben kreativer Arbeit als Grundmaß und Grundvoraussetzung agieren und ein zentrales Axiom jener Arbeit sein. Wer bei der schieren Vielfalt von irrationalen bis rational verwertbaren Impressionen im wachen Bewusstseinszustand, in Träumen, in all den Strängen von reflektionsfähigen kleinen bis großen Momenten eines Menschenlebens ernsthaft behauptet, nach Inspiration suchen zu müssen, muss gegebenfalls das ganze Fundament des eigenen Schaffenshorizonts neu gießen, um daraufhin einen optimierten Überbau zu konstruieren.

Mein unerlässlicher Fluss von Intuition und fortwährend selbstinduzierter Inspiration, gespeist aus diesem omnipräsenten Kreativnebel, ist, solange der Lebensstrang nicht abreißt, unersättlich. Ebenso war es pure intuitive Inspiration, das Grundkonzept und damit im wesentlichen die Betitelungen und somit Themen der Stücke zu schaffen um daraufhin im Rahmen jener Konzeptgebung einfach zu beginnen und zu erschaffen. Unabhängig jener Umstände, gab es bei den zwei vorliegenden Stücken noch ein übergeordnetes Konzept, das dem Rahmen für die musikalisch-inhaltliche Auseinandersetzung eine umfangreichere Absteckung verlieh.

Wie und wo sind sie entstanden?

Wie gewohnt in meinem kleinen Kämmerchen der Werdung, meiner gewohnten Arbeitsweise und Routine sowie jenem technischen Minimalismus folgend, mit dem ich vor nun fast 20 Jahren begonnen habe, elektronische Musik zu produzieren. „Conundrums Collide“ und „Dutch Apostrophes“ leben zudem erneut von wilden Versatzstücken improvisierter Gesangsaufnahmen meinerseits und repräsentieren damit zugleich ein stilistisches Mittel, von dem ich mich momentan ein wenig, mindestens temporär, distanzieren werde.

Wieso bietest Du gleich zwei Tracks als freien Download an? Haben sie zu keinem Label gepasst?

Das vorhin angesprochene „übergeordnete Konzept“ beschreibt genauer mein Album „Savanguard“, das im November 2015 auf SOSO erschienen ist. Im Rahmen genau jener Welt entstanden auch diese zwei Stücke, die, so kalt und berechnend das klingen mag, dem Schnitt zum Opfer gefallen sind. Das ist weniger eine Frage der Qualität, sondern ein Fragenkatalog und -horizont, gründend in Gefilden der Homogenität und des reinen Pragmatismus, vor allem im Hinblick, dass die Audio-CD bei 80 Minuten ihr Ende findet.
Seit jeher, eher reifend statt rostend, verblieb bei mir die fortwährende Frage, was letztlich mit diesen Stücken passieren wird und somit wurden sie nach einer gewissen Ruhe/Reifezeit nun wohl ihrem intuitiv angemessenen Zweck in Form dieser Schenkung zugeführt – zum einen im Hinblick auf die Zeit, die seit „Cantaloupes“ über trndmsk vergangen ist, zum anderen als musikalischer Abschluss dieses Jahres.

Was steht nach der Veröffentlichung bei Dir an? Arbeitest Du bereits an weiteren Projekten?

Ich arbeite kontinuierlich an gesamtheitlich letztlich nicht unterbringbaren Projekten und auch in diesem Jahr wurde mit insgesamt mehreren Stunden Musik wiedermals reichhaltig veröffentlicht, während ich mir mit [ahrt] zugleich einen neuen konzeptuellen Nährboden geschaffen habe, der, nicht nur im Hinblick auf die Veröffentlichungen von Kassetten, auf unterschiedliche Facetten des Prinzips der Entschleunigung setzt.
Im nächsten Jahr werde ich, vor allem aufgrund jener vorangegangenen Umstände, bei meiner musikalischen Ausfuhr gewissermaßen betont auf die Bremse treten. Man visualisiere eine Autobahnfahrt, bei der die großartigen Sehenswürdigkeiten nahezu unrezipierbar vorbeiziehen und man nur wenige kleine und kurze Momente eines riesigen Potpourris von Eindrücken erhaschen kann.

Mein musikalischer Plan für 2017 ist aufgestellt und es wird, so viel vermag ich hier kundzutun, pointierte Stopps bei wahrlich lohnenswerten Sehenswürdigkeiten geben und eine gewisse Abkehr von dem sinnesüberfluteten Versuch, all das, was wirklich entsteht, in einem engen Jahreskorsett unterzubringen, um zugleich dem „Weniger“ das gewisse „Mehr“ zu verleihen.

DOWNLOAD „Conundrums Collide“ (Rechtsklick, Ziel speichern)

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