Die Geschichte einer Geschichte – Kalipo released seine „Charlie“ EP auf Otake


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„Nachdem ich zwei Alben veröffentlicht hatte“, sagt Kalipo, „wollte ich zur Abwechslung mal an einer EP arbeiten, die mehr auf die Clubs zielt.“ Das tat Jakob Häglsperger, so sein bürgerlicher Name, auch – und zwar mit der „Charlie“ EP, die Mitte November 2016 erscheinen soll. „Somit war das Format klar und die Titelanzahl begrenzt, was die Trackauswahl aber nicht vereinfachte.“ Der gebürtige Bayer saß vor fast 40 mehr oder weniger fertigen Tracks und war erstmal damit überfordert, welche Werke überhaupt relevant dafür sind. „Also hab ich zum einen bei Otake vorgefühlt, welche sie denn passend finden, und zum anderen versucht, das Ganze konzeptionell zu ordnen.“ Wichtig war ihm, die Fragen zu beantworten, welche Geschichte die Musik erzählt und aus welchem Umfeld und unter welchen Umständen sie entstanden ist: „Und da muss man das Kind beim Namen nennen! Die Musik hat ihre inspiration und ihr zu Hause in dunklen Clubs, Orte an denen Tag und Nacht verschmelzen, die Zeit verloren geht und die Bewegung zum Rhythmus alles eint.“ Der Rausch spiele hier wohl oder übel eine tragende Rolle. „Also habe ich versucht, das Ganze in Worte und Metaphern zu verpacken, bin rumgerannt und habe mir ständig Notizen über mögliche Titel gemacht.

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Kalipo braucht ein reduziertes Setup

Irgendwann saß er dann im Auto, im Radio lief gerade ein Klassiker von den Beatles und da fiel ihm auf, wie die alten Hippies damals schon von einer ähnlichen Situation inspiriert gewesen seien: „Und da kam mir dann auch „Charlie“, „The Flying Octopus“ und seine Reise durch eine psychedelische Welt voll mit Tieren, die hier als Synonym für gewisse Dinge stehen. So hat dann das eine zum anderen gefunden.“ Die vier Werke sind in seinem kleinen Schlafzimmer-Studio entstanden: „Ich habe meine Lieblingsinstrumente wieder nach Hause gebracht, raus aus dem eigentlichen Studio, welches leider doch bisschen zu weit entfernt von meinem zu Hause ist. Ich brauche einfach ein reduziertes Setup, auf das ich jederzeit zugreifen kann.“ Damit entstehen bei ihm die besten Ideen: „Wobei ich zugeben muss, dass reduziert hier bisschen relativ zu betrachten ist. Ich benutze größtenteils kleine analoge Maschinen von einem gewissen schwedischen Synthesizer-Hersteller, kombiniert mit großen analogen Synthesizer-Klassikern.“

Die Chemie stimmt

Die EP wird am 14. November 2016 auf dem polnischen Label Otake Records erscheinen. „Vor einem Jahr haben mich Lizaveta und Piotr von Otake Records eingeladen, ein Konzert in Warschau zu spielen, und wir hatten wirklich einen super schönen Abend, an dem wir über Michael Jackson, ihre Katze und die Welt philosophierten“, verrät Kalipo. Ab da war für ihn klar, dass die Chemie stimmt und sie alle Bock aufeinander haben. „Seitdem sind wir in Kontakt und feilen an diesem Release. Ich bin sehr froh, Otake war mir bei allem eine große Hilfe, und ich hatte bis jetzt nur gute Erfahrungen in Polen.“ Dass das Release ohne Remixer auskommt, liegt daran, dass sie sich entschieden hatten, nur vier Tracks auf das Vinyl zu packen, „obwohl ich vor fast 40 Demo-Tracks saß. Da war leider kein Platz mehr für Remixe“, erklärt der Musiker, der sonst aber Remixe mag und auch Bock hat, in Zukunft selbst wieder mehr zu remixen.

Tracklist: 


01. Kalipo – And the Stone of Heart
02. Kalipo – The Flying Octopus
03. Kalipo – Riding the White Camel
04. Kalipo – Watching Elephants on Bikes