Die jugendliche Leichtigkeit – Vitus Bachhausen bietet sein Werk „Stuck In This Place“ als Download an


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Ursprünglich wollte Vitus Bachhausen sich mit seinem neuesten Track musikalisch selbst therapieren: „In all meinen Arbeiten habe ich nämlich bisher immer dazu geneigt, sehr verkopft immer mehr Sound-Layers übereinander zu stapeln.“ Das fertige Konstrukt war zumeist ein relativ komplexes Gebilde, das gerade so am Rande des Chaos stand. „Jedenfalls habe ich genau das immer befürchtet. Mit diesem Track habe ich mir dann vorgenommen, deutlich klarere Strukturen zu schaffen: weniger Variation, mehr Repetition. Die Welt ist eh schon komplex genug. Nun ja, wie sich am Endprodukt zeigt, hat das nicht so wirklich funktioniert. Bis zum Schluss hin werden wieder fleißig Ebenen über Ebenen übereinander gestapelt, bis der Turm letztendlich in sich zusammen fällt.“ Getauft wurde das neue Werk mit dem Titel „Stuck In This Place“.

Verdammt kitschig, aber schön

„Während der Arbeit an dem Track habe ich, wie gesagt, zusehends feststellen müssen, dass ich es einfach nicht packe, die Sache mal locker anzugehen“, erklärt der junge Musiker, der zurzeit in London lebt und studiert. Müsse aber ja auch nicht, fügt er hinzu. „Ich liebe die Schönheit komplexer Strukturen. Zu der Zeit habe ich jedenfalls Richard Linklaters Komödie „Dazed and Confused“ gesehen. Und im Gegensatz zu meinem Track war der Film deutlich unbelasteter.“ Der Film spielt in den Schulferien an einer amerikanischen High School, in einer Zeit, in der man von den Lasten des normalen Lebens befreit ist, vielleicht aber zum letzten Mal, bevor man erwachsen sein muss. „“Dazed and Confused“ ist für mich aber nicht nur eine eskapistische Komödie, mit ein paar Gags und Happy End, sondern auch ein existentialistisches Drama mit vielen lässig-subtilen Weisheiten. Eine davon ist im von mir verwendeten Sample zu hören: All I’m sayin’ is, I just wanna lock back and say: That I did it the best I could when I was stuck in this place, had as much fun as I could when I was stuck in this place, played as hard as I could when I was stuck in this place.“ Diese jugendliche Leichtigkeit habe ihm gefehlt – und seiner Musik auch manchmal. „Deswegen habe ich das Sample in meinen Track gepackt – sozusagen als Erinnerung in den Irrungen und Wirrungen, die das erwachsene Leben zunehmend so mit sich bringt. So prätentiös das klingt, der Track ist irgendwie auch eine Metapher für diese Lebensdevise: Nichts ist so einfach, wie du es dir vorstellst, während dich die Zeit immer weiter vorantreibt und am Ende fällt sowieso alles in sich zusammen. Wenn ich dann aber wenigstens zurück schauen und von mir sagen kann, dass ich mein Bestes gegeben und dabei noch lässig ausgesehen habe, ist das zwar verdammt kitschig, aber mindestens genauso schön.“

London – kultureller Melting Pot

Des Studiums wegen zog der Kölner Musikproduzent in die britische Hauptstadt: „London ist schon eine aufregende Stadt. Und gerade im Bezug auf mein Studium, Film and Television, natürlich hochinteressant. Als Kind des Kölner Hinterlands weiß ich sogar, die Anonymität sehr zu schätzen.“ Egotrips seien dort überall möglich: im eigenen stillen Kämmerlein, beim Flanieren auf den Straßen, im Museum oder im Club. „Selbstverständlich ist London aber auch sowas wie ein kultureller Melting Pot. Hier leben – vorbildlicherweise – so viele verschiedene Kulturen auf einem Fleck zusammen und irgendwie harmoniert es. Dementsprechend trifft man auf scheinbar unendlich viele interessante Menschen. Zwar bin ich vornehmlich nicht deswegen hier, aber vielleicht ergeben sich für mich auf diesen Wegen in den nächsten Monaten weitere musikalische Möglichkeiten.“

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