Eine elegant und hypnotisch fließende Version – Constantijn Lange remixed La Boum Fatale


LaBoumFatale

Auf dem im letzten Jahr erschienenen Debütalbum „Holygram“ zeigt sich La Boum Fatale kompakter und selbstbewusster, gradliniger und kratziger als auf allen vorangegangenen Veröffentlichungen auf kürzeren Formaten. Der Berliner Musiker und Produzent Antonio de Spirt versetzt sich mit seinem musikalischen Alter Ego in seine eigenen 1990er Jahre und spielt mit Reminiszenzen an diese seltsame Zeit. Der überwiegende Teil des Albums besteht aus gemeinsamen Arbeiten mit Künstlern, deren Output de Spirt am Herzen liegt. Dabei stellt er die Musik als Experimentierfeld zur Verfügung und ist gelassen genug, im Grunde keine Bedingung zu stellen.

Zwischen Resignation und Hoffnung

So gibt auch das überlaufende „When We Fall“ dem offenen Ansatz Recht. Den Gesang steuert Sebastian Cleemann bei, die Stimme hinter so unterschiedlichen Projekten wie dem leisetretenden Loopfolk von Petula als auch der schrillen Neon-Polit-Avantgarde-Disko der Berliner Band U’N’S. Über dem sich immer weiter aufschwingenden Stück pendelt der Text zwischen Liebe und Gesellschaft, zwischen Resignation und Hoffnung und stellt sich die Frage, warum es eigentlich so gut geht, während um einen herum doch alles auf den Abgrund zusteuert. „Wie lebt es sich so als Teil des Problems?“ überlegt Cleemann und fügt melancholisch hinzu: „Geht so.“

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Die Suche nach den Sounds auf mikroskopischer Ebene

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit reicht La Boum Fatale folgerichtig weiter. Der aus Nordeutschland stammende und nun in Berlin lebende Musiker Constantijn Lange sucht darin Sounds auf mikroskopischer Ebene und steuert eine elegant und hypnotisch fließende Version bei. Christoph Vogel, der mit dem früheren La Boum Fatale-Mitglied Levente Pavelka das Deep-House-Duo Suburb betreibt, geht mit seinem Remix etwas offensiver und wesentlich technoider an die Arbeit, während der Japaner Masaki Uchida furchtlos das ursprüngliche Stück komplett dekonstruiert.

Erscheinen wird die Kollektion am 9. Februar 2017 bei Sinnbus Records und wird über Bandcamp erhältlich sein.

trndmsk: Woher kam die Idee für Deinen Remix? Wie bist Du an das Original rangegangen?

Antonio und ich kennen uns schon seit 2008, da wir gemeinsam in Hamburg studierten. Ich habe das Projekt La Boum Fatale jahrelang beobachtet und wollte schon immer gern mal einen Remix für ihn machen. 2016 war es dann endlich soweit! Und natürlich das Label Sinnbus Records, da meine Produktionen zunehmend in die Indie Electronic Dance Music-Richtung gehen.

Mir gefiel besonders, dass das Original-Stück tolle Vocals beinhaltet. Ich remixe sehr gerne Stücke mit Vocals, da sie mir eine bestimmte Struktur im Kopf vorgeben. Des Weiteren mochte ich die Idee der Akustik-Gitarren im Original. Die habe ich dann aufgefasst und weitergesponnen, indem ich selbst weitere Gitarren aufgenommen habe.

Wie und wo ist der Remix entstanden?

Das Stück wurde vergangenen Sommer in meinem derzeitigen Studio produziert. In zwei Tagen war es fertig, und es hat gewittert.

Was steht nach der Veröffentlichung bei Dir selbst an? Arbeitest Du aktuell an eigenen Projekten?

Im Frühjahr erscheint eine weitere Single von mir – auf Vinyl. Ausserdem arbeite ich derzeit an meinem Debütalbum, das hoffentlich Ende diesen Jahres erscheinen soll, Doppel-LP und auf Vinyl. Ich werde viele Gigs diesen Sommer spielen, viele Festivals und andere spannende Veranstaltungen. Und ich baue derzeit mein eigenes Studio. Wer mehr von mir und meinem momentanen Liveset hören mag, kann sich gerne meinen Mitschnitt aus dem KaterBlau anhören.

Tracklist:

01. La Boum Fatale – When We Fall (Radio Edit)
02. La Boum Fatale – When We Fall (VIP)
03. La Boum Fatale – When We Fall (Constantijn Lange Remix)
04. La Boum Fatale – When We Fall (Christoph Vogel Remix)
05. La Boum Fatale – When We Fall (Masaki Uchida Asencion Remix)
06. La Boum Fatale – Razor Wires