Düstere Klanglandschaften und analoge Bassfiguren – das Debütalbum „Prisma“ von Martin Merz


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„Prisma“ ist das Debütalbum von Martin Merz. Die Kollektion steht dabei für die Vielschichtigkeit der Geräuschkulisse, die im Album aufgebaut wird. Ein Szenario aus düsteren Klanglandschaften und analogen Bassfiguren paart sich mit Elementen aus Industrial und EBM und entführt die Zuhörerinnen in den Abgrund einer urbanen Zukunft. Obwohl sich das Album genrefrei versteht, lassen die Stücke den nötigen Groove für den Club dennoch nicht vermissen. Ein besonders warmes und stets analog anmutendes Sounddesign zieht sich durch das gesamte Album und verbindet die Tracks zu einem emotionalen Werkstück voller akustischer Details. Merz gelingt ein Debütalbum, dessen Reifezeit man zwischen jedem Taktschlag bis in die letzte Gehirnwindung spürt. „Prisma“ dringt tief ins Unterbewusstsein ein, reißt mit und beflügelt dazu neue Welten zu entdecken. Das Werk wird auf Vordergrundmusik erscheinen und ist via deejay erhältlich. Ein zum Track „Drive“ gibt’s hier:

trndmsk: Wie ist das Video entstanden und welche Idee steckt hinter der Story?

Martin Merz: Ähnlich wie im Album steckt auch das Video voller Andeutungen. Insgesamt schwingt viel Subversives mit. Der Inhalt ist vermutlich nicht so wichtig, wie das Timbre das das Video aufnimmt. Es lässt Raum für eine Geschichte, die der Betrachter selbst einsetzen kann. Wie auf der Platte ist nur ein Rahmen für dein Bild angeboten. Die Umsetzung ist Focal Point Pictures sehr gut gelungen.

Warum hast Du gerade diesen Track aus dem Album dafür ausgesucht?

Weil er zusammen mit dem Video das Album am besten in Kontext setzen kann und für mich zudem noch ein wichtiger Baustein des Albums ist.

Was verbindest Du selbst mit dem Album und wie lange hast Du daran gearbeitet?

Insgesamt etwa zwei Jahre. In dieser Zeit habe ich das Album wieder und wieder gehört. Natürlich sind alle Erinnerungen dieser Zeit mit dem Album verbunden und auch irgendwie verarbeitet worden. Ich denke, dass es immer sehr emotional ist, ein Album nach der Veröffentlichung zu betrachten. Als würde ein guter Freund aus der WG ausziehen. Aber: Dadurch wird ein Zimmer frei. Jetzt freue ich mich auf die Arbeit zu meinem zweiten Album auf Vordergrundmusik.

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Welche Einflüsse hast Du auf „Prisma“ verarbeitet?

Das ist schwer zu beantworten. Ich denke, heute ist man bei der Komposition nicht mehr nur musikalisch inspiriert. Ich jedenfalls habe bei der Produktion immer eine bestimmte Stimmung oder Bilder im Kopf – machmal eine Szene. Auditiv und graphisch sozialisiert worden bin ich im EBM und im Industrial und der Farbe Schwarz. Der Einfluss ist nach meiner Meinung auch deutlich zu hören.

Wie wichtig war es Dir, dass Album auch auf Vinyl zu veröffentlichen?

Sehr! Ich finde schon allein das das Soundbild nach Vinyl schreit. Die Schallplatte unterstreicht zudem die Ernsthaftigkeit und die Mühe, mit der alle Beteiligten an dem Album gearbeitet haben.