„Erst beim Durchhören entsteht der Zusammenhang“ – der Torture the Artist-Podcast von David Mayer


davidmayer

„Das Set habe ich ganz frisch im Juli gemacht, aber Holger Breuer von Torture the Artist hatte mich schonmal im Januar gefragt, ob ich Lust habe, was für die Platform zu machen“, erzählt David Mayer vom Label Keinemusik. Nur zu der Zeit hatte es nicht gepasst. „Ich war gerade in Südafrika und habe die Nachricht übersehen. Sooma, die auf unserem gemeinsamen Keinemusik-Track „Bold“ singt, war auch in Südafrika dabei und hatte ja als eine der ersten aus meinem direkten Umfeld bei Torture the Artist einen Podcast gemacht“, so Mayer weiter. Ausserdem sei seine Minitour in Südafrika über seinen neuen Freund Floyd Lavine entstanden, der auch auf Torture the Artist ein Interview gab: „Wenn man sich die Features, Podcasts und Premieren auf Torture the Artist anschaut, dann sehe ich sofort, dass dort ein für mich familiäres Umfeld repräsentiert wird. Und man fühlt sich natürlich gleich wohl, wenn man einen Bezug zu dem Ganzen hat und sich untereinander kennt und schätzt. So entspannt entstehen dann auch die interessantesten Ideen.“

„Da steckt viel Arbeit drin“

Der Content auf Torture the Artist stimme: „Holger hat konsequent zum zweiten Mal nachgefragt. Das weiss ich sehr zu schätzen und ist für mich ein klares Zeichen, dass da gutes Potential für beide Seiten in der Zusammenarbeit drinsteckt.“ Eigentlich war die Idee, zu seinem aktuellen Relase ein Feature zu veröffentlichen – mit Interview und Podcast. Da das Release aber verschoben wurde, habe er trotzdem schonmal den Podcast vorgestreckt, „damit da keine Lücke entsteht. Kurz bevor mich Holger kontaktierte, ist eben auch ein Interview mit Floyd online gegangen, das ich sehr fresh fand.“ In dessen Rahmen wurde auch über Lavines erste Veröffentlichung auf seinem neuen African-House-Label, Rise Music, gesprochen, das er mit Hyenah und Dede gründete und für das Mayer sehr glücklich war, einen Remix beisteuern zu dürfen. „So schliesst sich dann der Kreis! Das Konzept von Torture the Artist hat sich in der Zwischenzeit bis jetzt nochmal super entwickelt, und ich habe gesehen, wie gut da gearbeitet wird. Da steckt viel Arbeit drin, Design und Artwork sind der Knaller. Als mich Holger also neulich nochmal gefragt hat, habe ich natürlich sofort zugesagt!“

Die Übergänge – Cliffhanger in einer Serie

Viele würden zu Recht denken, dass Nachrichten über Facebook nicht gecheckt werden, meint Mayer. „Ich versuche da zwar noch ein waches Auge drauf zu haben., aber als Holger mir zum ersten Mal geschrieben hatte, war ich gerade im Flieger oder so, die sehr sympathische Nachricht ging jedenfalls leider direkt unter.“ Zum Glück habe er zum zweiten Mal geschrieben und Mayer habe den Chatverlauf mit seiner unverschämterweise noch unbeantworteten Nachricht gesehen: „Da hab ich mich sofort entschuldigt, und wir kamen ins Gespräch.“ Bei einem Clubset wie bei einem Podcast geht es Mayer immer darum, sich selbst nicht zu langweilen und treu zu bleiben und gleichzeitig einen Spannungsbogen hinzubekommen, der dem Publikum zwar nicht unbedingt bewusst auffallen muss, der aber den Zuhörer bis zum Schluss mitnimmt: „Die Übergänge stelle ich mir dabei vor wie die Cliffhanger in einer Serie, die dann die nächste Folge ankündigen. Es kann dann eben auch sein, dass die Story eine ganz unerwartete Richtung nimmt.“ Mayer glaube, wenn man den Mix einfach nur durchskippe, klinge die Playlist total chaotisch. „Erst beim Durchhören entsteht der Zusammenhang, das hoffe ich jedenfalls. Ausserdem startet der Mix mit 112 BPM, geht hoch auf 123 und wird am Ende wieder langsamer. Dazu verwende ich überhaupt nicht immer die aktuellsten Tracks oder so, sondern suche nach Musik, die nach Bauchgefühl in die Story passt. Ich sammle immer Tracks in einem extra Ordner, die ich besonders spannend finde und von denen ich glaube, dass sie sich später besonders als Teil so einer Story eignen könnten.“ Aus diesem Pool habe er auch den art:cast #13 zusammengestellt. „Die Gelegenheit, meinen aktuellen Remix auf Get Physical vorzustellen, habe ich natürlich auch genutzt“, sagt Mayer mit einem Augenzwinkern.

„Ich will ja die Hörer nicht mit Handyspeakerqualität nerven“

Oft ist sein letzter Track in einem Set nochmal etwas Besonderes: „Manchmal aber auch etwas out of Genre, aber vor allem einfach sehr schön. In diesem Fall hatte ich den Track im schönsten Moment einer stimmungsvollen Nacht in einer Kreuzberger Bar gehört und den DJ danach gefragt.“ Zuhause musste Mayer feststellen, dass er ihn nicht schnell genug auf Platte bekommen würde. „Ich wollte das aber unbedingt drin haben! Hab’s dann von YouTube gerippt: „So So Ye“ von Jimi Bazzouka.“ Bei einem Track am Ende könne man das mal machen, ansonsten sei die Qualiät natürlich nicht gut genug: „Ich will ja die Hörer nicht mit Handyspeakerqualität nerven.“ Mayer spiele super gerne seine eigenen Tracks. „Work in Progress“ zum Beispiel, aber auch Tracks, die schon raus sind. „Derzeit arbeite ich mit Floyd Lavine an Tracks, auch mit Nico Stojan und den Stereo MC’s. Diese Demos zu spielen, davon kann ich gerade nicht genug bekommen. Es ist schon ein riesen Plus, wenn man als DJ Sachen testen kann, um die Reaktion zu sehen und dann daraufhin im Studio final die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

Dennoch gibt es drei Tracks von Kollegen, die er aktuell gerne spielt: „Sun My Sweet Sun“ von Red Axes im Remix von Fango, Adam Ports Remix zu Whirlpool Productions‘ Nummer „From Disco To Disco“ und Simple Symmetrys „Best Ice Cream In Guwahati“ im Remix von Marvin & Guy. Sonst stehen von Mayer weitere Releases an: „Auf Objektivity ist meine „Sirocco“ EP mit einem super Remix von Jonathan Kaspar eingeplant. Am 18. September kommt auf Connected die „Drained“ EP, auf der dann auch Sooma wieder singt. Auf den Remix für Boddhi Satva im Oktober auf Offering Recordings freue ich mich auch sehr.“

Tracklist:

Tracklist:

01. Moodymann – Meanwhile Back At Home
02. Shigeto – Pulse
03. Carl & Carol Jacobs – Robot Jam (Part 1)
04. King Britt pres. Oba Funke – Uzoamaka (Dixon Update)
05. Fela Kuti – Alu Jon Jonki Jon (Floyd Lavine Edit) (Free Download)
06. Labuzinski & Max Graef – Vino Rosetto
07. Pongo – Lose My Mind (Stereo MCs Remix)
08. German Brigante – Modulations (David Mayer Remix)
09. Jonathan Kusuma – Mordor Disko
10. Depeche Mode – Where’s The Revolution (Patrice Bäumel Remix)
11. Jimpster – Silent Stars
12. Nico Stojan – Imagination
13. Just Her feat. Kieran Fowkes – Let Myself Go (Yost Movement Mix)
14. Jimi Bazzouka – So So Ye