Druckvoller Sound mit eklektischen Elementen aus diversen Genres – das Liveset von Amount vom Garbicz Festival


amount

Oft kommt es anders als geplant. Genauso verlief vor knapp drei Jahren, als Nayan Soukie – Part von Soukie & Windish und Mitbetreiber von dem Berliner Label URSL – das Projekt Amount ins Leben rief. „Jeder Künstler elektronischer Musik kennt das: Es gibt oft viele gute, sogar sehr gute Ideen, die liegenbleiben, weil sie einfach nicht ins Konzept passen“; so Soukie. Amount sollte eigentlich ein nicht zu ernstes freies Projekt werden, bei dem ein loses Netzwerk an Künstlern diese liegen gelassene Schubladen-Musik veröffentlichen sollten, fügt der Musiker hinzu. „Deshalb auch der Projektname Amount, als Summe verschiedener Stücke mehrerer Künstler gedacht. In der Realität entstanden aber nur ein gemeinsames Stück von Schlepp Geist und mir (der letzte Track in dem Mix), eine EP auf URSL und ein Compilation-Titel auf URSL – alles produziert von mir.“ Dann passierte lange nichts, bis letzten Winter Fritz Windish auf Tour in Australien und Südamerika war und Soukie die Zeit nutzte, um Amount als Solo-Live-Projekt neu zu beleben. Rausgekommen ist ein kompromisslos druckvoller Sound mit eklektischen Elementen aus diversen Genres, die in einen halligen Drum-Teppich eingewebt sind. „Man kann dazu Tech-House sagen, sprich eine Kombination aus Techno und House mit gelegentlichen Rave-Einschlag – oder wie ich gerne sage: Disco-Techno.“

Sein zweites Liveset überhaupt

„Fritz Windish macht die Produktionsleitung beim Garbicz Festival und kann auch Bookingvorschläge einbringen“, erklärt Amount. Als er ihn fragte, war Amount ziemlich ins Schwitzen gekommen, da er keine Deadlines mag. „Aber ich habe mir gedacht, ohne Deadline wird es eh wieder nix Konkretes und es ist ein perfekter Einstieg für das Projekt: Ich musste das machen. Dann habe ich ein paar Wochen ziemlichen Stress gehabt, aber umso besser, jetzt steht die erste Version vom Set und ich bin sehr zufrieden damit.“ Es ist sein zweites Liveset, das er bisher gespielt hat: „Das erste habe ich damals nach „A Forest mit Soukie & Windish“ gespielt. Damals war das Set aus Zeitgründen starr und man konnte es quasi nur in eine Richtung spielen. Dadurch erreicht man eine perfekte Performance, was den Ablauf angeht, aber es nutzt sich sehr schnell ab, also habe ich jetzt versucht, ein Set aufzubauen, das flexibel gespielt werden kann.“ Amount versucht, so viel wie möglich live zu spielen: „Das heisst wirklich live zu machen, aber wenn man alleine beim Performen ist und im Leben auch noch andere Sachen zu tun hat, darf es auch nicht zu live sein, damit man nicht überfordert ist während des Auftritts und alles gut funktioniert und man nicht zuviel üben muss. Für die ersten Male habe ich jetzt eine eine Linie, wo ich wie bei einem DJ-Set darauf geachtet habe, dass es einen Flow gibt und die Stücke einen irgendwie mitnehmen. Aber in Zukunft wird das auf jeden Fall erweitert werden.“ Sein Ziel ist, ein flexibles Liveset zu haben, bei dem er auf die Stimmung der Zuhörer eingehen kann.

„Es war irgendwie klar, dass es verballert sein wird“

Amount mag die mutigen Stücke, bei denen es an die Grenze zum guten Geschmack geht: „Das vorletzte Stück mit dem Ethnovocal ist so eins. Eigentlich sind Ethnovocals nicht so mein Ding, aber an nur einer Stelle im Set, das so rauszuhauen, macht Spass und wenn es halt nur einmal kommt, dann kann es richtig reinkicken. Das finde ich nach jahrelangen Raven interessant, ob es jemand schafft 120 Prozent Intensität hinzubekommen.“ Dafür müsse man nach die Grenzen des guten Geschmacks hin und wieder verlassen, findet der Produzent. „Nix ist für mich langweiliger als Dauerkredibilität, die sich nichts traut. Deshalb finden die Leute ja auch auf einmal Britney Spears in der Panorama Bar legendär. Das jetzt das übertriebene Beispiel, aber es trifft trotzdem zu.“ Gespielt hat er in der Nacht zu Sonntag: „Die Leute hatten schon vier Tage Garbicz auf dem Buckel. Es war irgendwie klar, dass es verballert sein wird. So war es dann auch.“

Tracklist:

01. Amount – Voice and Girls
02. bis 09. Not released yet