Tanzbarer House, der eine Geschichte erzählt – das neue Mixtape von Viktor Talking Machine


Viktor Talking Machine

Das Duo Viktor Talking Machine haben vor zwei Monaten ein neues Mixtape veröffentlicht – der zweite Beitrag ihrer Reihe „Music With Sleeves“. Wir sprachen mit dem Produzenten-Gespann aus Halle an der Saale über das Set,

trndmsk: „Music With Sleeves“ ist eure eigene Podcastreihe. Nun ist der zweite Mix von euch erschienen. Wie seid ihr an den Mix gegangen? Welche Idee steckt dahinter?

Viktor Talking Machine: Wie auch schon beim ersten Mix liegt der Fokus auf nachhaltigem, tanzbarem House, der eine Geschichte erzählt. Klingt ziemlich kompliziert, ist aber letztendlich unsere Maxime, wie wir an Musik rangehen und wie wir diese hören. Die Idee einen zeitlosen Mix zu schaffen, ist im Vergleich zum Ersten noch wichtiger und genoss somit mehr Aufmerksamkeit. Wir trafen uns früh in Halle, haben Platten sortiert und selektiert. Am späten Nachmittag waren wir mit unserer Selektion zufrieden und haben das Set bei kühler Limonade gemischt.

Warum habt ihr euch so lange Zeit zwischen den beiden Mixes gelassen?

Als wir die Reihe starteten, hatten wir den Plan, alle drei Monate eine neue Session zu veröffentlichen. Schnell haben wir aber gemerkt, dass wir durch die vielen qualitativ hohen Anfragen, es nicht uns leisten können, den Mix auf dem Level zu halten, wenn wir alle drei Monate veröffentlichen. Also haben wir uns keine zeitliche Einteilung gesetzt, sondern veröffentlichen, wenn wir es für richtig halten und die Muse eine Nacht mit uns verbracht hat.

Wie unterscheidet sich die Trackauswahl zum Beispiel zu eurem Liveset aus dem Sisyphos?

Mitschnitte sind im Vergleich zu Sets aus dem Kontext gerissen. Man reagiert auf die Menschen, auf den Abend, geht auf die Leute ein und hat im Idealfall eine intime Beziehung zu ihnen. Diese Intimität fehlt den Leuten einfach, wenn sie einen Mitschnitt hören und nicht dabei waren. Daher schaffen es auch nur, sehr wenige Sets von uns veröffentlicht zu werden. Bei einem Podcast können wir den roten Faden von Anfang bis Ende selbst spinnen. Es gibt keinen Einfluss von außen da ist, außer vielleicht die Sonne die durchs Fenster scheint. Dieser fertige Mix wird nicht im Club gehört, sondern meist nur vor kleinem Publikum oder sogar als einsamer Begleiter. Könnte also sein, dass ein Liveset tanzbarer ist und ein Mix verkopfter. Und dann, kommt doch wieder alles anders als geplant.

Was waren eure Highlights aus dem letzten Jahr? Was werdet ihr so schnell nicht vergessen?

Das letzte Jahr war überragend und lässt uns immer noch ehrfürchtig zurück blicken. Da waren die vielen Menschen, die wir kennen- und liebengelernt haben, und mit denen wir so viele schöne Momente in Clubs, auf Festivals, in Wohnzimmern und Hotels verbracht haben. Da wären die vielen Gigs, die wir gespielt haben auf Festivals und in Clubs, wie im Sysiphos, auf dem Feel, der Wilden Renate, dem Odonien, dem Eli. Da ist unsere eigene Radiosendung, die seit einem Jahr ein fester Bestandteil ist und bei der wir immer wieder unglaublich interessante Menschen begrüßen dürfen. Es sind viele Momente, die das Jahr unvergesslich machen.

Was steht bei euch noch so an in der nächsten Zeit?

Zurzeit sind es die üblichen Verdächtigen: Studio und Club. Wir verbringen viel Zeit, an unserem Sound zu arbeiten und im Studio zu forschen. Klassisch betrachtet arbeiten wir an neuen Veröffentlichungen und Remixen, ohne dabei eine Deadline im Kopf zu haben. Wir planen generell nicht so weit im Voraus, sondern denken immer, dass alles organisch wachsen sollte und sich Dinge einfach ergeben, wenn man nur hart genug daran arbeitet.