trndmsk Podcast #49 – Amount & Schlepp Geist


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trndmsk: Schleppi und Nayan, was erwartet uns in den nächsten Minuten? 

Amount: Also, zunächst ist der Podcast nicht ganz so hart wie meine DJ-Sets, die auch mal etwas minimaler klingen können, aber auch nicht total slow. Ich finde ja, dass Podcast-Mixe sich nicht zu sehr von dem Sound unterscheiden sollte, den man auch  im Club spielt, was in meinem Fall treibend und auch mal etwas doller ist, aber fast immer mit Inhalt – nicht zu stumpf halt.  

Schlepp Geist: Das sehe ich ganz ähnlich. Ich finde es leicht befremdlich, wenn Clubsound und der Sound im Podcast zu weit auseinander driften und man den Künstler quasi nicht mehr wiedererkennt. Auf der anderen Seite kann man in nem Podcast schon ruhig etwas experimenteller an die Sache herangehen und auch Nummern mit reinpacken, die man nicht zwingend im Club spielen würde. 

Wie habt Ihr die Stücke für den Mix ausgesucht? 

Amount: Ich höre mir immer zigtausend Sets durch und hoffe, das da irgendwie Shazam greift oder ich irgendwie anders ich an die ID komme. Dadurch spiele ich inzwischen viel mehr Musik, die alt sein kann. In diesem Mix kommen wieder Stücke vor, die bis zu zehn Jahre alt sind – hört man aber nicht.    

Schlepp Geist: Das ging ganz einfach. Nayan meinte, ich soll ihm paar Nummern für euren Podcast schicken, nachdem wir uns drauf geeinigt haben, dass er ihn mixt. Durch die räumliche Trennung konnten wir das leider nicht zusammen machen. Ich hab ihm sechs meiner momentanen Lieblinge geschickt und fertig. 

Wie und wo wurde das Set aufgenommen? 

Amount: Ganz gemütlich in meine Studio mit einer schönen Dose Bier am Rechner mit Ableton. Schleppi und ich spielen ja nicht zusammen und sind auch räumlich voneinander getrennt, deshalb gab es Arbeitsteilung. Er hat mir einfach Tracks geschickt, und ich hab es dann mit meinen Tracks zusammen gemischt, was aber sehr gut gepasst hat, da gab es gar keine Probleme.  

Schlepp Geist: Wir sprechen da eine Sprache (lacht).

Gibt es einen absoluten Lieblingstrack im Set von Euch? Und welche drei Songs sind derzeit in jedem Eurer DJ-Sets zu finden?

Amount: Ich finde den letzten Track, „Trieste“ von Ruede Hagelstein, mega. Wenn Sachen detuned sind und das ins Gute, dann hat man mich einfach. Ansonsten: „REM Atonie“ von Soukie & Windish, „Shon“ von Neil Flynn und „Everytime“ im Remix von Pavel Petrov und Gruuve.

Schlepp Geist: Mit Lieblingstracks ist das so eine Sache, da gibt es zu viele, als dass ich mich da festlegen wollen würde. Aber hier trotzdem mal drei Nummern, die ich momentan super gerne spiele, wenn ich denn mal ein DJ-Set spiele: Darlyn Flys‘ Nummer „Orbital“ auf Upon You Records, „Remote Scope“ von Llewellyn auf Riotvan und Krinks Stück „Incident Ray“ auf Hold Your Ground.

Was möchtet Ihr in Eurem DJ- und Produzenten-Dasein noch erreichen? Oder setzt Ihr Euch gar keine Ziele und nehmt einfach alles so, wie es kommt? 

Amount: Ich fände es richtig gut, bis zur Rente einfach im Studio und auf der Bühne bleiben zu können und dabei immer besser zu werden. So gegen Mitte oder Ende 50 würde ich gerne so ein paar reale Quality-Evergreens produzieren, später Ruhm, dass finde ich irgendwie gut. Ansonsten habe ich keine großen Ansprüche. Ich bin glücklich, dass ich gut über die Runden komme und frei bin, das ist eigentlich so für mich die Hauptsache.  

Schlepp Geist: Genau. Wenn die Ohren noch so lange mitmachen, würde ich gerne selbst den letzten Track auf meiner Beerdigung spielen (lacht). Ich habe mit 14 Jahren meinen ersten HipHop-Beat gebaut und mir ging es immer ums Musikmachen – unabhängig davon, ob ich damit Geld verdiene oder nicht. Dass es sich dann so entwickelt hat, dass ich davon meinen Lebensunterhalt bestreiten kann, ist schon Luxus und dafür bin ich unendlich dankbar. Sollte das aber irgendwann nicht mehr der Fall sein, werde ich sicher nicht aufhören, Musik zu machen. Konkrete Ziele gibt es da bei mir eigentlich nicht. Es kommt, wie es kommt.

Gibt es dann bald ein weiteres gemeinsames Release von Euch? Ist das vorstellbar? 

Amount: Ja, ich denke, wir werden noch was zusammen machen! Hoffe ich! 

Schlepp Geist: Auf jeden! 

Wie war die Arbeit zusammen im Studio? 

Amount: Ziemlich lustig. Aber wir haben die Stücke schon beide ziemlich gut solo vorbereitet gehabt. Das heisst: Es wurde hauptsächlich der letzte Feinschliff zusammengemacht. Also easy peasy. Keine großen künstlerischen Zerwürfnisse und keine kreativen Konfrontationen. Aber vielleicht kommt das ja noch, wenn wir uns mal wirklich zusammensetzen und von der Pike auf einen Track gemeinsam produzieren.

Schlepp Geist: Dadurch, dass Nayan sein Studio in Berlin und ich meins in Leipzig habe, haben wir natürlich erst mal getrennt voneinander an den Tracks gearbeitet. Das ist aber eigentlich auch gut so. Keiner musste sich erst an die Arbeitsweise oder die Technik des anderen gewöhnen, und wir konnten beide völlig frei und ungehemmt an den Nummern arbeiten. Trotzdem hatten wir die selben Vorstellungen, was Sound und Ästhetik angeht. Das hat auf jeden Fall gut gepasst.

Was steht in naher Zukunft bei Euch noch an? 

Amount: Dieses Jahr kommt bei mir noch ein Remix für Ost & Kjex mit Bookwood zusammen auf URSL. Und zwei Solo-Platten: eine auf Rural Records und eine Platte auf dem noch nicht existierenden Label vom Wannda Kollektiv bzw. Bahnwärter Thiel aus München. Mit Platte meine ich aber nicht Vinyl. 

Schlepp Geist: Bei mir kommt im August noch eine Schlepp Geist-EP bei meinen Kölner Homies von Feines Tier. Dann noch drei, vier Remixe und Ende des Jahres noch eine Schlepp Geist-EP auf dem neuen Label des Distillery Clubs hier in Leipzig. Außerdem kommen dieses Jahr noch zwei EPs unter einem anderen Pseudonym raus.

Welche Gigs kommen auf Euch zu und wie sieht es in Sachen Produzieren aus?

Amount: Mit Amount bin ich jetzt noch nicht so superviel unterwegs, weil das Projekt noch relativ neu ist. Aber dafür spiele ich schon recht gute Gigs, im Watergate nächste Woche und auf dem Butterland in Hamburg und demnächst auch im Tanzhaus West in Frankfurt. Ansonsten auch gerne mal hier mal da in Berlin. Ich hab gerade wieder eine Rutsche Tracks fertig gemacht und werde diese auch demnächst in ein neues Liveset übertragen.

Schlepp Geist: Ich freue mich auf jeden Fall sehr aufs Garbicz in Polen und aufs Chateau Perche in Frankreich. Aber natürlich genau so auch auf alle anderen Gigs – egal ob Club oder Open Air. Was das Produzieren angeht, möchte ich dieses Jahr auf jeden Fall noch mein erstes Album endlich mal fertig bekommen und dazu das Liveset dann auch.

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(MP3, 320 kBit/s, 1:04:49 Min., 150,9 MB)