Edward Park (Fotograf): “Ohne Facebook? Schwer vorstellbar im Moment”


Edward Park ist in der Rhein-Main-Szene schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. Der Fotograf ist aus vielen Clubs und Diskotheken bekannt und allseits beliebt. Wir hatten die Möglichkeit ihm ein paar Fragen zu stellen. Dabei erzählt uns Edward wie er überhaupt zur Fotografie kam, wie er Hausfotograf in Clubs wie dem Cocoon Club oder dem Sky Club wurde und wieso er Mark Zuckerberg sehr dankbar ist.

trndmusik.de: Seit wie viel Jahren betreibst Du das professionelle Fotografieren?

Edward Park: Insgesamt fotografiere ich seit über sieben Jahren. Am Anfang war es allerdings nur ein Hobby neben meinem Hauptberuf als Manager gewesen. Es lief überraschend gut und ich habe aus meinem Hobby zunächst einen Nebenberuf gemacht, um noch etwas extra zu verdienen. Danach hab ich mein Managementjob hingeschmissen und mich nur noch der Fotografie gewidmet. Das heisst, dass ich seit über vier Jahren hauptberuflich professioneller Fotograf bin.

trndmusik.de: Wie bist Du überhaupt dazu gekommen? Durch wen wurdest Du inspiriert? Gibt es da überhaupt jemanden?

Edward Park: Es war eigentlich ein Zufall gewesen. Ich war schon als Kind ziemlich kreativ und künstlerisch unterwegs. Zum Beispiel mit der Schauspielerei, Stories schreiben und mit Freunden kleine Filme drehen. Irgendwann kam eine Freundin und fragte mich, ob ich sie mal fotografieren kann für einen Weihnachtskalender. Naja, ich dachte „Why not“ und holte meine kleine, tolle Digicam, stellte die Spotlights auf, die ich hatte, und fing an zu fotografieren. Da ich mich zudem noch etwas mit Photoshop auskannte, habe ich die Bilder digital danach bearbeitet. Am Ende war sie hoch begeistert von meinen Bildern gewesen, obwohl ich selbst ziemlich skeptisch war. Das bin ich heute immer noch mit meinen Werken!.

Darauf zeigte ich weiteren Freunden die Bilder, die wiederrum begeistert waren und von mir fotografiert werden wollten. Ich habe dann festgestellt, dass es einfacher für mich ist meine Ideen, meine Visionen umzusetzen. Viel einfacher als ein Story zu schreiben oder gar Filme zu drehen. So bin ich bei der Fotografie auf einmal hängengeblieben.

Inspirieren tun mich einige. Ich muss nur jemanden auf der Straße sehen und schon kann es passieren, dass ich plötzlich eine verrückte, tolle aber auch seltsame Idee bzw. Bilder im Kopf habe, die ich umsetzen will oder gar muss! Aber auf die Frage genau zu antworten würde ich sagen, dass mich meine Lieblings-Make-Up-Artist Lili (www.imageme.de) immer wieder auf dumme (kreative) Ideen bringt. Wir machen öfters unsere eigenen Projekte, setzen unsere gemeinsame Ideen um und das Ergebniss ist oft sehr interessant. So interessant, dass einer unserer Werke inzwischen verkauft wurde! Auch wenn es eigentlich meine Idee war mit den Projekten und Shooten war, betone ich lieber, dass es UNSER Projekt war. Denn ohne sie und natürlich auch die Models, hätte ich niemals so gute Werke vollbringen können.

trndmusik.de: Hattest Du bzw. hast Du irgendwelche Vorbilder, denen Du nacheiferst?

Edward Park: Vorbilder … Ich kann ein paar internationale Namen nennen, die den Titel „beste Fotografen“ haben und ich auch ihre Werke bewundere, aber sie sind nicht meine Vorbilder und es kennt sie sowieso keiner. Ich weiß nicht, ob ich Vorbilder habe, denn ich akzeptiere und respektiere alle Werke von allen Fotografen. Fotografie ist Kunst und jeder „Künstler“ vervollständigt seine Werke, weil er es so sieht und ich bewundere ihre Werke auch. Ausserdem gebe ich zu, dass ich diese Werke als Beispiel nehme. Ich lass mich sozusagen davon inspirieren.

trndmusik.de: Viele kennen Dich als Fotograf aus vielen Clubs im Rhein-Main-Gebiet. Wie bist Du denn in das Milieu „Partyfotograf“ gelandet?

Edward Park: Oh, das ist eigentlich durch Zufall passiert. Ich war als Gast im Monza gewesen und zufällig kam der Chef vom Nachtagenten Rhein-Main rein und erkannte mich durch mein Profil auf seiner Seite mit meinen damaligen Bildern. Wir kamen ins Gespräch, vereinbarten einen Termin und ich bekam meinen ersten Einsatz hier in Frankfurt – Ich glaub das war in der Stereobar. Dank vieler Freunde wie z.B. Judit Lesti, der ich echt so viel zu verdanken habe, wurde ich bei den Veranstaltern und Clubs vorgestellt. Das war der Anfang vom Netzwerkaufbau und ich schätze, dass die Veranstalter und die Clubs meine Qualität gesehen und erkannt haben. Vorallem durch meine Performance (Ich fotografiere und entertaine gleichzeitig) begeistert waren und mich deswegen angefangen haben zu buchen. So wurde ich Hausfotograf für viele große Clubs und Veranstaltungen wie dem Cocoonclub, dem SkyClub, der Wild Obsession, dem Jet Club aber von Open Airs wie Homerun, Love Family Park und Green & Blue, um nur einige zu nennen. Es sind aber auch die Clubs, die mir einige Türen geöffnet haben und dafür bin ich auch sehr dankbar und ich hoffe, dass ich durch mein Performance meine Dankbarkeit auch erkenntlich gemacht habe.

trndmusik.de: In welchen Clubs bist Du zurzeit regelmäßig anzutreffen?

Edward Park: In letzter Zeit sieht man mich wirklich mal hier und mal dort. Oft sieht man mich aber im Cocoonclub, SkyClub und im Mantis. Zumindest war das letztes Jahr so. Aber man sollte mir eher die Frage stellen: „Bei welchen Veranstaltungen bin ich zurzeit regelmäßig anzutreffen?“ Aber dann müßte ich Hunderte aufzählen und das würde dieses Interview sprengen. :-)

trndmusik.de: Wie läuft ein normaler Abend für Dich ab? Fotografierst Du jeden, der sich anbietet, oder suchst Du Dir die Personen aus?

Edward Park: Ich bin ja schon lange kein typischer Partyfotograf der „mal hier“ und „mal dort“ rum fährt, um von einer Veranstaltung zur anderen zu spurten und zu fotografieren. Wenn man mich bucht, dann bin ich in der Regel ein Mal für die eine Veranstaltung gebucht. Ich versuche immer mit meinen Bildern eine Story zu erzählen: Wie hat die Party angefangen, wie ist sie verlaufen, wie waren die Leute drauf und wie ist sie zu Ende gegangen, wenn ich so lange durchhalte. Ich möchte mit meinen Bildern den Leuten eine Freude machen, sodass sie zwei Tage später sagen können „Wow! Die Bilder spiegeln die geile Party wider!“. Aber natürlich auch für die Leute, die nicht dabei waren. Sie sollen sagen: „Wow! Anscheinend habe ich da echt was verpasst!“.

Ich versuche wirklich jeden zu fotografieren! Aber ich muß ehrlich sagen, dass ich oft die Personen auch selbst aussuche. Ich kann zum Beispiel schlecht irgendwelche Betrunkene oder sehr junges Publikum fotografieren, wenn der Veranstalter und/oder die Party selbst mehr auf eine bestimmte Klasse/Publikum ausgelegt ist. Es gehört irgendwo zu meinem Job, dass ich aufpasse wen und/oder auch was ich fotografiere. Es ist niemals persönlich gegen die Leute, auch wenn ich sie doch fotografiert habe, aber nicht veröffentliche (diese Entscheidung trifft auch oft der Veranstalter. Selbst nachdem ich die Bilder abgeliefert habe.). Ich fotografiere gerne in Situationen, wo sich die Leute eigentlich nicht trauen, denn das ist widerrum eine Herausforderung für mich als „Künstler“ eine Person fotogen darzustellen! Ich finde, dass es eine Kunst und zudem meine Aufgabe ist, jemanden entsprechend gut mit meiner Kamera in Szene zu setzen!

trndmusik.de: Natürlich fotografierst Du auch gerne auf Open Airs wie dem Homerun Open Air in Gelnhausen. Aber welches Event ist denn dein Lieblingsevent auf das Du Dich jedes Jahr freust?

Edward Park: Ich liebe Open Airs! Natürlich muss das Wetter auch mitspielen. :-) Ich bin da ganz ehrlich: Ich habe keine Lieblings-Open-Airs! Jedes Event ist einzigartig und immer voller guter Stimmung, egal welcher DJ auflegt. Hauptsache Friede, Freude und Liebe! Einfach bei guter Musik in der Sonne mit Sonnenbrille tanzen und diese emotionalen Momente mit meiner Kamera festhalten, das sind die Bilder! :-) Deshalb kann ich sagen: Ich liebe alle Open Airs, wo ich die Ehre habe zu fotografieren!

trndmusik.de: Was war dein bisher kuriosester bzw. schönster Abend in einem Club, den Du als Fotograf erlebt hast?

Edward Park: Hmm, ich habe eigentlich viele schöne Erinnerungen. Jedes Event ist meistens schön auf seine eigene Weise. Aber wenn man mich so direkt fragen würde, dann habe ich drei schöne Erinnerungen und zwar die Afterparties im Cocoon und Jet Club. Die Leute haben stundenlang getanzt, aber danach noch die Power zu haben weiterzumachen im Kingka Beach (Cocoon Club Birthday Afterhour) oder auch bei Jet Club, wo die Leute nur für ein paar Minuten dabei sein wollen, um ihre letzte Energie rauszutanzen und ich dies auch noch mit meiner Kamera aufnehmen darf: Das ist einfach unbeschreiblich! Die Bilder sind übrigens noch online, aber viele bleiben unter Verschluss natürlich. :-)

trndmusik.de: Hast Du zurzeit irgendwelche Projekte am planen? Dürfen wir uns in Zukunft auf irgendetwas spezielles von Dir freuen?

Edward Park: Ich hatte mir letztes Jahr so viel vorgenommen, aber die Zeit war schneller als mein Vorhaben. Deshalb werde ich dieses Jahr auf jeden Fall ein paar Sachen auf die Beine stellen und sie sind sogar im Gange: Edward Park Photography international bewegen, meine Ideen/Visionen, die ich schon sehr lange im Kopf habe endlich umsetzen und letztendlich mein Vernissage, was ich schon seit Jahren geplant habe. Ausserdem habe ich immer wieder meine eigenen, verrückten Projekte und ich hoffe, dass ich mit diesen Werken, die ich am Ende gemacht habe, die Leuten unterhält und zum Nachdenken bringt.

trndmusik.de: Vor zwei Wochen haben wir bei uns auf der Website den Artikel „Music Junkies von Edward Park“ veröffentlicht. Was hat Dich animiert solche Bilder zu schießen?

Edward Park: Erstmal möchte ich euch danken, dass ihr darauf aufmerksam geworden und auf mich zugekommen seid! Nun, ich bin ja ständig in dieser Szene unterwegs und höre auch wie die Leute sagen: „Musik ist wie eine Droge für mich“ oder „Ich kann noch besser und schneller auflegen.“. Mit diesen und anderen Sprüchen kam ich auf die Idee, wie man sie interpretieren kann. So gingen mir dann die Bilder in meinem Kopf rum und ich habe meine Gedanken am Ende einfach umgesetzt. Die Serie hat übrigens fast vier Monate gedauert, bis ich es finaliziert und veröffentlicht habe.

trndmusik.de: Unsere Abschlussfrage: Facebook! Was bedeutet für Dich dieses soziale Netzwerk? Gehts eigentlich noch ohne?

Edward Park: Facebook … „The Social Network“. Ich glaube, dass ich Mark Zuckerberg dafür danken muss, dass er Facebook ins Leben gerufen hat. Soweit ich weiss, war ich einer der Ersten von paar Hundert oder Tausend, die sich bei Facebook Germany registriert hatten. Zu dieser Zeit war ich immer kommunikativ erreichbar über Studivz, WKW, MySpace, Partyportale, usw.. Ich war quasi überall vertreten! Aber Facebook gewann langsam die Obermacht und ich habe gemerkt, dass fast alle von anderen Communityseiten in Facebook waren bzw. sind. Und die Anfragen kamen nur noch über Facebook. Sogar noch mehr als bei den anderen Seiten! Ich gebe zu, dass Facebook inzwischen sowas wie mein zweites virtuelles Ich ist, wo ich für meist geschäftliche Anfragen sofort verfügbar bin. Es geht einfach ohne große Telefonate oder gleich einen Termin machen zu können und dadurch Zeit zu verlieren. Du bekommst eine Anfrage, schreibst ausführlich zurück und hast schon am Ende mehr als einen halben Deal abgeschlossen. Und auch privat! Ich habe lang vergessene und verloren geglaubte Freunde und Klassenkameraden wiedergefunden bzw. man hat mich gefunden. Erst letztens habe ich mit eine alte Klassenkameradin aus der vierten Klasse aus Japan in Frankfurt getroffen, durch Facebookkommunikation! Also … ohne Facebook? Schwer vorstellbar im Moment. Aber wie ich immer sage: Es geht trotzdem irgendwie weiter und wenn Facebook doch mal nicht existieren sollte, dann würde ich mich innerlich aufregen oder gar explodieren, weil ich es noch umständlicher und schwerer haben werde an Aufträgen zu kommen. Aber es wird immer irgendwie weitergehen!

Zum Abschluss: Ich möchte dieses Interview nutzen und noch folgendes sagen: Ich wäre nie soweit gekommen bzw. hätte niemals das alles erreicht ohne die ganzen Leute da draussen! Hiermit möchte ich meinen Dank an allen aussprechen, die an mich glauben, die mir als professioneller Fotograf vertrauen! Ich gebe weiterhin mein Bestes und freue mich wieder und immer wieder die ganzen Menschen auf Veranstaltungen und bei Aufträgen zu fotografieren!

Werke von Edward Park:

 

 

 

Mehr Infos zu Edward Park erfahrt ihr auf seiner Facebook-Fanseite: www.facebook.com/edward.park.photography