Adam Port (Keinemusik): „Keinemusik ist ein 28-Stunden-Job“


Der Berliner Adam Port gehörte in den letzten Wochen und Monaten zu einem der gefragtesten Männern seiner Zunft an. Auch sein Heimatlabel Keinemusik, das mehr als nur ein gewöhnliches Label ist, ist gegenwärtig in aller Munde. Wir konnten den Produzenten zu einem Interview gewinnen, wo wir unter anderem wissen wollten, was Adam in 20 Jahren machen wird.

trndmusik: Wann war der entscheidende Moment für Dich zu sagen: Ich mach jetzt Techno!

Adam Port: Das kam nach und nach. Es gab keine Schlüsselszene. Ich habe nach neuen musikalischen Ventilen und Einflüssen gesucht, somit wurde es immer mehr bis schliesslich 100 % elektronisch.

trndmusik: Wann und wie hat sich dein Heimatlabel Keinemusik gegründet? Kanntet ihr euch schon vorher oder habt ihr euch erst durch euer gemeinsames Interesse, elektronische Musik zu produzieren, kennengelernt? Was waren die Beweggründe ein eigenes Label zu gründen?

Adam Port: Rampa hatte die Ursprungsidee vor ein paar paar Jahren und führte uns alle zusammen. Im Jahr 2009 ist der Startschuss gefallen. Erst waren wir nur ein Kollektiv aus Leuten, die sich mochten und musikalisch austauschten. Später wurde das ganze zum Label. Mit den Schritt wollten wir eine Plattform schaffen, wo wir unsere eigene Musik veröffentlichen konnten ohne Probleme und irgendwelchen A&Rs.

trndmusik: Und eine Frage, die bestimmt häufig gestellt wird: Wieso der Name Keinemusik? Spontane Idee gewesen?

Adam Port: Nein, es war unglaublich ausgetüfteltes Konzept. ;-)

trndmusik: Auf eurer Website schreibt ihr von Keinemusik, dass wenn eine Platte erscheint, sie eigenhändig verpackt, künstlerisch veredelt, gestempelt und noch einmal zärtlich in den Arm genommen wird. Ist Keinemusik also ein 24-Stunden-Job für Dich? Und ist dabei jeder Künstler für seine Projekte selbst verantwortlich oder alles nur im Kollektiv?

Adam Port: Musik im Allgemeinen und Keinemusik ist ein 28-Stunden-Job. Jeder von uns hat eigentlich die Freiheit bei seinen Release zumachen, was er will. Aber wir holen uns immer noch mal die Meinungen der anderen natürlich ein. Die Verantwortung tragen wir irgendwie alle, da wir auch nach Aussen sehr als Gruppe auftreten.

trndmusik: Man sagt ja meist, dass für DJs die Woche erst am Freitag startet und am Montag endet. Natürlich ist dem nicht so. Kannst Du uns einen Einblick in deinen Alltag geben? Wie sieht eine Adam-Port-Woche aus?

Adam Port: Ich stehe meistens um 8:00 Uhr auf. Montag bis Donnerstag ist Studiozeit oder ich arbeite von zu Hause aus, wo ich ein kleines Set-Up habe. Und ab Freitag oder manchmal schon Donnerstag geht es auf Tour. Zudem gehe ich Montag, Mittwoch und Freitag mit Till von Sein zum Sport.

trndmusik: Was war dein bisher krassester Gig, den Du bisher erlebt hast? Gab es mal ein kurioses Ereignis, an das Du Dich erinnerst?

Adam Port: Es gibt immer wieder solche Erlebnisse. Vor allem wenn ich mit &ME und Rampa on the Road bin. Wüsste aber nich,t wo ich hier anfangen und aufhören sollte!

trndmusik: Was können wir in naher Zukunft von Dir erwarten? Stehen Release in der nächsten Zeit an? An welchen Projekten arbeitest Du gerade?

Adam Port: Die Keinemusik 013 steht vor der Tür. Am 27. Jaunuar 2012 kommt die KM013 aka Adam Port „Someone to Love“! Wir haben unglaubliches Feedback auf diese Nummer und ich freu mich riesig auf die Veröffentlichung. Zudem habe ich eine neue Play It Down EP fertig und arbeite an einem Stück für den Moon Harbour Sampler.

trndmusik: Als gefragter DJ kommst Du global gesehen gut rum. Schaust Du Dir bei deinen Auslandsgig auch die jeweilige Kultur des Gastlandes an? Oder heisst es da eher: Gig spielen und ab nach hause?

Adam Port: Kommt immer auf die Stadt an. Aber im Grunde versuche ich schon immer was zu sehen von der Stadt. Ab und an hänge ich ein paar Tage auch ran wie zum Beispiel nächste Woche in Paris.

trndmusik: Unsere Abschlussfrage: Wo willst Du Dich am liebsten in 20 Jahren sehen? Wirst Du bis dahin weiter auflegen und produzieren? Oder ist irgendwann Schluss mit elektronischer Musik?

Adam Port: In 20 Jahren will eigentlich das gleiche machen, aber auf einen höheren Level. Ich will besser werden und dazulernen. Ich habe immer einen gro0en inneren Hunger nach der nächsten Entwicklungsstufe.