Einmusik (Einmusika Recordings): „Anfänger? Jeden Tag am Ball bleiben und nie den Mut verlieren“


Der nach Berlin zugezogene Samuel Kindermann, in der Technoszene auch bekannt als Einmusik, feiert 2013 sein zehnjähriges Bestehen. Grund genug, um mit ihm über seine Eindrücke und Erfahrungen zu sprechen, die er in den letzten 20 Jahren gesammelt hat. In Hamburg startete Einmusik mit einfachem Auflegen, bis er sich dazu entschieden hat selber Musik zu produzieren. Neben seinen eigenen Live-Auftritten, supportet er nun mit seinem Label Einmusika junge, aufstrebende Künstler.

einmusik

trndmusik: Aus deiner Artist-Info zitiere ich: Vor zehn Jahren, als Techno noch schnell und staubig, der Club noch dunkel und die Partys noch illegal waren, hast Du das Projekt Einmusik in der Hafenstadt Hamburg gegründet. Mit welchen Worten würdest Du den heutigen Techno beschreiben?

Einmusik: Naja, vor zehn Jahren sah der Techno noch ein wenig anders aus. Heutzutage ist das ja von hier zu Lande bis nach Amerika sehr kommerziell und breitbandig geworden. Das, was früher in kleinen Clubs stattgefunden hat, hat sich nun mainstreammäßiger vervielfältigt. Es gibt immer noch tolle, kleine Underground-Clubs, die den Charme von früher bewart haben, aber diesen leicht illegalen Touch, den es früher hatte, gibt es jetzt nicht mehr.

Gerade wie zum Beispiel in Berlin oder auch in Hamburg, dass Leute einfach losgegangen sind, sich eine PA ausgeliehen haben, was aufgebaut und dann eine Party veranstaltet haben. Das war der Charakter vor zehn Jahren. Das gibt’s nur noch sehr selten und auch nicht mehr so unbedarft. Das ist schon alles viel mehr geplant.

Vor kurzem war ich im schweizerischen Basel. Da haben die mir erzählt, dass die über die letzten Jahre so ein paar illegale Partys veranstaltet haben. Das hat mich dann auch ein bisschen an die Zeit erinnert, da wir auch so ein paar Sachen in Hamburg gemacht haben.

Aber sonst ist musikalisch letztendlich gar nicht so viel passiert, finde ich. Es ist schon immer spannend geblieben, es sind immer neue Leute gekommen, was eine Szene letztendlich frisch hält.

Aber es sind nach wie vor die selben Drums. Die Herangehensweise ist relativ ähnlich, vielleicht waren die Stücke früher nicht ganz so schematisch, sondern ein bisschen freier vom Arrangement sowie vielleicht zudem ein wenig roher und mutiger. Heutzutage ist alles sehr in Formate gepresst. Unter anderem natürlich auch, weil es kommerzieller ist und damit auch ein Erfolgsdruck für die einzelnen Künstler entsteht. Das, was sich verändert hat, ist der technische Umgang mit Stücken. Früher hattest du einen Sampler, bei dem konnte man vielleicht so ca. 16 Sekunden aufnehmen, und das war schon relativ viel. Da hat man diverse Möglichkeiten gehabt, irgendwie Samples zu benutzen. Man hat Platten schneller gedreht, hat die Samples danach wieder runtergepitcht. Also von der Tonhöhe, sodass du mehr Platz hattest aufzunehmen.

Man hatte dann vielleicht noch ein Sequenzer-Programm, sei es Atari oder vielleicht sogar ein TC irgendwann. Und das wars dann. Vielleicht noch ein Effektgerät oder so was und eine Drum Machine.

Aber so als Otto-Normal-Producer heutzutage hast du halt einen Laptop und kannst damit multidimensionale Songs machen. Ohne Probleme, ohne dass es nach Amateurarbeit klingt, wenn man sich ein bisschen damit auseinander setzt. Aber das ist der Unterschied. Dass früher an den Songs viel mehr ins Detail gearbeitet wurde, weil du gar nicht so viele Möglichkeiten hattest. Dadurch hast du aber die Materie von Grund auf kennengelernt. Das klang ja nachher gar nicht so ’dolle’, aber es hatte halt, dadurch, dass du so viel Zeit und Energie reingesteckt hast, einen ganz anderen Gehalt, würde ich mal sagen. Nicht, dass es heute nicht mehr so ist, aber die Leute haben sich halt viel tiefer mit der Materie auseinandergesetzt. Gleichzeitig natürlich auch die Leute, die in Clubs gegangen sind. Die sind dann irgendwie 300 km gefahren, um zu einer Party zu kommen.

trndmusik: Du denn selber auch?

Einmusik: Zu der Zeit habe ich noch kein Techno oder House gehört. Ich komme ja aus der Drum’n’Bass-Szene. Und da sind wir auch zum Beispiel von Hamburg nach Hannover gefahren. Auf jeden Fall. Da gab es nicht überall eine Party und man musste auch ein bisschen reisen und sich dafür interessieren. Was wo läuft, man musste sich damit auseinandersetzen, was DJ XY grade so macht. Und heutzutage wird dir auch auf der Ebene alles ein bisschen einfacher gemacht.

trndmusik: Was es natürlich dann für Neueinsteiger wesentlich schwerer macht.

Einmusik: Auf jeden Fall! Ich bin heilfroh, dass ich nicht heute damit anfange. Es wäre auf jeden Fall eine sehr undankbare Arbeit, bei der man sehr viel Willenskraft beweisen muss. Und natürlich auch Glück haben muss, das kommt auch noch dazu. So mit den richtigen Leuten zur richtigen Zeit, was zu machen. Aber das ist nicht so einfach wie früher.

trndmusik: Hast du irgendwelche Tipps für Neuzugänge, die es mal schaffen wollen?

Einmusik: Ich glaube, das klingt fast altbacken. Einfach wirklich hart arbeiten. Schau mal, ich produziere seit 15 Jahren oder so, und Einmusik hat nächstes Jahr zehnjähriges Jubiläum. Vor zehn Jahren kam die erste Vinyl raus. Wenn man heutzutage anfängt, sollte man am Ball bleiben. Und wenn man das richtig fühlt und richtig Bock hat, und nicht irgendwie wegen Famegeschichten anfangen möchte, sondern weil man sich in gewisser Maßen dazu berufen fühlt, sollte man nie den Mut verlieren und einfach immer weiter machen. Weil es eigentlich, wenn man von null anfängt, mindestens drei bis vier Jahre braucht bis ein vernünftiger Song dabei rauskommt. Es mag wie gesagt technisch alles ein bisschen leichter sein. Das heißt aber nicht, dass man Dinge wie das Arrangement, das Arrangieren beherrscht. Das sind ja alles Dinge, die man im Laufe der Zeit durch Erfahrung erlernt.

Es dauert einfach seine Zeit bis ein Produzent oder Musiker das, was er ganz speziell mag, produktionell umsetzt. Du fängst an und denkst „Wow das klingt voll toll und fast so wie die Platten, die ich kaufe.“ Aber das ist dann nicht unbedingt das, was man erwartet hat, als man den Song angefangen hat. Dem auf die Schliche zu kommen, was seinen eigenen Sound ausmacht, das dauert. Wie beim Maler oder bei jedem anderen Beruf auch. Wenn man ein normales Handwerk erlernt, braucht man auch die drei Jahre, um es zu erlernen. Deswegen rate ich jedem, der anfängt, viel zu machen. Jeden Tag am Ball zu bleiben und nie den Mut zu verlieren.

trndmusik: Inwiefern hast du dich weiterentwickelt, wenn du auf deine Anfänge zurückblickst?

Einmusik: Wie schon gesagt, mit so ’nem Sampler mache ich jetzt keine Musik mehr. Es ist ein nostalgisches Gerät, das hier noch rumsteht. Eigentlich hat sich nicht so viel verändert. Ich bin einfach dem ein bisschen mehr auf die Schliche gekommen, was ich gerne mag. Und dadurch, dass ich das so lange mache, kann ich genauer und geduldiger nach Dingen suchen. Also nur weil man irgendeinen Beat hat, heißt es noch nicht, dass der cool ist. Man muss auch nach Instrumenten suchen, nach dem was man sich so vorstellt, was man ästhetisch gerne mag oder hört. Das ist präziser geworden.

trndmusik: Welchen Sound hört man zur Zeit am meisten?

Einmusik: Sound of the Season ist ganz klar der 90er Sound. Den finde ich auch cool, aber ich bin nie irgendwelchen Trends hinterhergelaufen. Natürlich beeinflusst es dich, wenn du das hörst, aber letztendlich hat das nicht wirklich was mit mir oder meinem Output zu tun. Aber das ist momentan klar, dieses 90er Ding. Das fing vor ein paar Jahren an und hat, denke ich, diesen Winter oder vielleicht noch nächstes Frühjahr so ein Peak, aber dann kommt auch was neues.

trndmusik: Eine Idee was den 90er Sound ablösen könnte?

Einmusik: Nein, das ergibt sich immer. Jetzt sind es die 90er und alles ist so lovely, ganz viele Vocals sind in den Stücken, jeder Hans und Franz macht Vocalstücke, macht Edits von irgendwelchen Vocalsachen, macht daraus dann eine Bootleg Version und so weiter. Ich kann mir vorstellen, dass es dunkler wird. Dass es wieder ’nen Split gibt. Wenn man mal zurückrechnet, Anfang der 90er gab es natürlich auch House und auch so Techno Zeug. Das war dann aber alles miteinander verbunden. Da wurden House, Drum’n’Bass, Hip Hop, und Techno irgendwie zusammen gespielt. Dann wurde der Sound aus dem Housebereich, der immer vocallastiger wurde, mehr präzise und aus dem Techno wurde der Sound ebenfalls präziser. Aber insgesamt glaube ich, dass auf happy dunkel folgt. Und es kann auch sein, dass es in den Clubs in der Wintersaison auch schon passiert. Weil natürlich auch viele DJ’s schon total genervt sind, dass alle DJ’s momentan diesen leichten, 90er Vocal Kram spielen. Und die Gegenreaktion ist dann erstmal das komplette Gegenteil.

trndmusik: Du bist ein Liveact. Hast Du mit ganz normalem Djing angefangen?

Einmusik: Ja, du siehst ja hinter dir noch Platten. Das sind so die letzten Sachen, die ich noch behalte. Das sind auch alles Drum’n’Bass Platten. Die verkaufe ich auch nicht. Genau, und damit habe ich dann so ’94 / ’95 angefangen. Da war ich so 16 Jahre alt und habe dann Partys selber gemacht in Jugendzentren. Und auch in Clubs habe ich ab und zu in Hamburg gespielt.

Das habe ich dann so bis 2000 / 2001 so gemacht, fleißig Platten gekauft. Aber dann war mir das irgendwann zu blöd und habe dann eine Zeit lang nur produziert. Klar, ich bin noch auf Partys gegangen, aber habe mich für den ganzen Kram nicht interessiert. Hab dann erstmal geguckt, was bei mir so los ist. Das war dann auch der Wechsel von Drum’n’Bass zu diesem Einmusik Sound. Ich habe das dann eine Zeit lang noch parallel gemacht. Aber Einmusik hat mir dann mehr Spaß gemacht, sodass ich mich dann darauf konzentriert habe. Und dann gab es irgendwann die technische Möglichkeit das live umzusetzen. Davor musstest du irgendwie mit Platten oder CD’s auflegen, und ein Live Act musste halt alle Studiogeräte mitnehmen. Und das fand ich alles anstrengend.

Mit Ableton, das ich seit 2004 benutze, entstand halt eine ganz neue Generation. Musik mit dem Computer und ein paar Controllern live zu machen. Und seit dem mache ich das auch. Zwischenzeitlich habe ich auch noch ein paar mal aufgelegt, aber das finde ich nicht so interessant.

Ein richtiger Live Act spielt 100%ig nur seine eigenen Stücke. Und ein DJ spielt ein Set von verschiedensten Künstlern. Und es ist schon cool und eine Ehre letztendlich irgendwo hinzufahren, gebucht zu sein und seine eigene Musik präsentieren zu können.

trndmusik: 2013 wird Einmusik zehn Jahre alt. Hast Du damit gerechnet, dass Du irgendwann so ein Jubiläum feierst?

Einmusik: 2005 war ich mit ein paar Leuten in Hamburg im Studio und die haben in der Zeit ihr zehnjähriges gefeiert. Und das war schon so ’ne Nummer. Das fand’ ich schon beeindruckend. Ich habe nie darüber nachgedacht, muss ich ehrlich gestehen. Ich bin halt viel getourt die letzten Jahre und so vergehen dann halt die Jahre. Dann ist mir das irgendwann mal klar geworden und ein bisschen stolz ist man schon. Weil das schwierigste in der Szene ist es eigentlich am Ball zu bleiben.

So mal einen Hit zu haben kriegt, glaube ich, jeder, der ein bisschen härter arbeitet am Sound, mit ein bisschen Glück, jeder hin. Da gibt es ja jedes Jahr so ein oder zwei Leute, die einmal dann so richtig aufpoppen und dann so zwei/drei Jahre mit dem Standing touren. Und viele fallen dann danach auch komplett wieder runter.

Weil sie dann keinen Anschluss gefunden haben und die Leute dann auf die eine Nummer reduziert werden. Ich hatte ja auch mal so einen großen Song, 2004 ‚Jittery Heritage’. Und das war schon nicht ganz leicht da wieder rauszukommen. Hat mich auch sehr gestört für ein paar Jahre, aber heute kennt die Nummer fast niemand mehr, weil es eine ganz andere Generation ist. Und dass man da trotzdem noch diese Nachfrage hat, ist schon cool. Und das ist nach wie vor harte Arbeit.

trndmusik: Ist anlässlich des Jubiläums eine offizielle Feier geplant?

Einmusik: Ich bin momentan noch am Überlegen. Vielleicht einfach so ein Best Of. Das klingt zwar ein bisschen altbacken, aber es kann sein, dass ich so was mache. Ein Release mit den interessantesten Sachen, die ich heute am interessantesten finde. Und dann halt ’ne Tour dazu oder auch ein zehn Jahre Einmusik Album nächstes Jahr. Ich produziere ’ne Menge gerade. Und dann guck’ ich einfach mal. Aber es wird auf jeden Fall eine Tour geben. Jetzt gar nicht so groß Headline mäßig. Aber man kann das schon ein bisschen daran aufhängen.

trndmusik: Was fällt dir spontan zu dem Begriff „ Elektronische Tanzmusik“ ein?

Einmusik: Von bis. Für mich existiert elektronische Tanzmusik seit dem Übergang von Disko letztendlich. Ab Anfang der 80er, wo alle angefangen haben mit Drum Machines zu arbeiten. Da ging für mich die elektronische Tanzmusik los. Ich bin ein 80er Kind und das hat mich natürlich geprägt. Aber die Fassetten heutzutage sind von bis. Also eigentlich ist heute ja fast alles, wenn es nicht explizit Alternative oder Rock Musik ist, elektronisch. Aber die Fassetten sind da so vielseitig. Da gibt es jetzt keinen bestimmten Sound.

trndmusik: Scheint so als würde es mittlerweile mehr eine Lebenseinstellung sein, oder?

Einmusik: Ja ja klar, das hat sich ganz krass in den letzten zehn bis zwanzig Jahren verändert. Wenn man sich die Love Parade anschaut, die anfangs nur mit 150 Leuten durch die Straßen zog und zuletzt waren es 1 ½ Millionen Menschen. Und in so einer Prozentzahl hat sich das auch gesellschaftlich, zumindest in Mitteleuropa, verändert. Wenn du zum Beispiel nach Holland fährst, da sind die ganzen Kids mit Danceradios aufgewachsen. Das heißt, die haben eine ganz andere Knowledge was Tanzmusik angeht und sind mit diversen Nuancierungen von elektronischer Tanzmusik aufgewachsen. Hier in Deutschland auch, aber das wurde vielleicht sogar weniger in den letzten Jahren. Das hat sich allgemein verändert. Dass die Leute damit aufgewachsen sind. Das verändert natürlich auch die Einstellung von den Menschen. Es ist jetzt nichts exotisches mehr. Mercedes macht zum Beispiel mit Dubstep Werbung. Daran sieht man, dass es sehr nah an der Gesellschaft dran ist.

trndmusik: Wenn Du von einem Gig nach Hause kommst, was läuft dann bei dir zu Hause?

Einmusik: Gar keine Musik. Ich habe auch immer beim Reisen, egal wohin, Ohrenstöpsel drin. Damit ich meine Ohren frei habe für das, was ich dann später im Club so mache. Man muss sich vorstellen, dass ich dann den nächsten Tag noch unterwegs bin um nach Hause zu kommen. Nur weil man als DJ unterwegs ist, heißt das nicht, dass man ein tolles Leben hat. Für einige klingt das dann halt nach Luxusproblemen, aber wenn du das jedes Wochenende hast, ein großer Bestandteil deines Lebens, dann muss man halt gucken, dass man möglichst komfortabel nach Hause fährt. Und das heißt bei mir Ohrenstöpsel rein oder wenn ich mit dem Taxi zum Flughafen fahre ,Können Sie bitte die Musik ausmachen?!’.

Und abends gehe ich mit meiner Frau und meinem Hund meistens etwas essen. In einem kleinen italienschen Restaurant. Und wenn man dann zu Hause ist, freue ich mich vielleicht noch, wenn im Fernsehen eine schöne Dokumentation läuft. Ich ziehe mir dann auch nicht noch irgendwelche Blockbuster rein. Vielleicht noch lesen oder auch einfach pennen gehen. Aber Geräuschkulisse reduziert. Muss auch sein. Früher war das nicht so. Bin ja mittlerweile auch 34. Was ja auch noch nicht so alt ist, aber ich hatte das auch schon mal anders erlebt. Es fällt mir schwer am Montag, wenn ich am Wochenende unterwegs war, dann wirklich Musik zu machen. Ich brauche den Montag dann als Sonntag, um draußen spazieren zu gehen und das Gehör wieder runterzufahren. Sonst fängt das halt an mit Geschichten wie ’nem Tinnitus. Weil man halt das Gehör und den Körper zu sehr beansprucht. Und da muss man einfach ein bisschen aufpassen, wenn man das hauptberuflich macht. Ich will das ja auch noch mindestens zehn bis fünfzehn Jahre weitermachen.

trndmusik: Und danach?

Einmusik: Ich habe ja mein Label und fange gerade an Künstler aufzubauen. Und das ist auch das, was ich zukünftig vorhabe. Also junge Leute zu produzieren. Die kommen mit Ideen hier her, mit halb fertigen Sachen oder sogar mit fertigen Sachen. Dann machen wir die halt hier im Studio schön und groß und von der Qualität einfach ein bisschen besser. Durch meinen Erfahrungsschatz kann ich ihnen dann helfen oder gewisse Dinge verbessern. Das ist auch das, was ich in fünfzehn Jahren mal machen will.

trndmusik: Dann auch immer noch in der elektronischen Richtung?

Einmusik: Das ergibt sich. Ich denke schon, weil das sicherlich auch in fünfzehn Jahren noch Thema ist. Wir leben in einer so technologisierten Gesellschaft. Ich glaube nicht, dass dann weniger Technologie in unserem Leben stattfindet. Es ist ja auch logisch, dass die Musik ein Stück weit angepasst ist. Wie die dann ausschaut und wie die dann klingt, das ergibt sich dann. Das steht ja im Wandel.

trndmusik: Und deine Familie, hört sie sich deine Musik auch gerne an?

Einmusik: Ja, also ich habe Geschwister, die finden das ganz toll und meine Mutter bemüht sich auch, das toll zu finden. Das ist ja eine andere Generation, aber meine Mutter findet auch manche Dinger sehr gut, ja. Die hören sich natürlich an, was ich mache, aber in Clubs treffe ich die jetzt nicht an. Da ich in einer Künstlerfamilie aufgewachsen bin, war das jetzt auch nichts exotisches. Man hat auch eigentlich nie was anderes gelernt.

trndmusik: Auf Festivals oder in Clubs: Wo legst du lieber auf?

Einmusik: Ist beides super. Ich freu mich im Winter auf die Sommersaison und jeden Sommer auf die Wintersaison. Ich habe eigentlich immer zum Ende einer Saisonphase genug von der jeweiligen Saison. Wenn ich irgendwie im März in Clubs spiele, freue ich mich schon so sehr darauf, bald auf Festivals spielen zu können. Und andersrum freue ich mich dann im September darauf bald wieder Jacken zu tragen und eine Mütze, oder was auch immer. Und abends dann halt in Clubs zu spielen.

trndmusik: Unsere Abschlussfrage: Helge Schneider oder Loriot?

Einmusik: Oh, das ist schwierig. Ich finde beide ganz toll. Also Loriot kann ich immer, da ich mit ihm groß geworden bin. Ich liebe ihn und auch den Humor. Helge Schneider finde ich auch toll, auch gerade die Filme, die er gemacht hat. Und er ist natürlich auch ein großer Musiker, er kann diverse Instrumente spielen, perfekt spielen. Hat ein krasses musikalisches Gehör und ist einfach auch ein krasser Künstler. Aber seinen Humor kann ich nicht immer. Ja, Loriot ist besser.

Das Interview führte Mareike Köhler.

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