Daniel Wilhelm & Jacob Groening (Tanzen hilft): „Würden wir mit dem Ding nach Berlin ziehen, wären wir nur einer von vielen“


Tanzen hilft! – Das ist das Motto von Jacob Groening und Daniel Wilhelm. Nicht nur ihr Leitsatz, sondern inzwischen auch fester Name des DJ-Duos und Aufgabe.

Daniel, der gebürtig aus dem nordrhein-westfälischen Meinerzhagen kommt, hat bereits 1998 angefangen Musik zu machen und 2006 auf Datapunk seinen ersten Release gefeiert. Irgendwann trafen er und der 30-jährige Niedersachse Jacob in Hamburg aufeinander und beschlossen gemeinsam Partys zu organisieren. Inzwischen ist der eine für ein Jahr in Australien, während der andere die Stellung hält. Im Interview mit trndmusik erzählen die beiden DJs, wie sie zueinander gefunden haben, was die zukünftigen Pläne sind und warum sie sich in der Hansestadt so wohl fühlen.

trndmusik: Hey ihr Zwei, schön dass ihr euch die Zeit genommen habt. Für die, die euch gar nicht kennen: Beschreibt mir doch kurz euren Musikstil.

Jacob: Ich würde es als eine Mischung aus Deep House und Tech House beschreiben. Natürlich ist es ein wenig abhängig davon, zu welcher Zeit man spielt.

Daniel: Die Mischung macht’s. Jacob mag es schön, ich mag es tanzbar. Tanzen hilft eben!

trndmusik: Wie und wann hat ihr zwei zueinander gefunden?

Jacob: Wir haben uns vor cira drei Jahren kennengelernt, als wir mit unseren damaligen Freundinnen essen waren. Die Beiden kannten sich nämlich und dachten, wir sollten uns mal kennenlernen. Und dann ging’s kurz darauf schon los!

Daniel: Das war ein abgekartetes Spiel unserer Ex-Freundinnen, definitiv. Es wahr ein Pärchenabend im Tapas-Laden. Dann habe ich ihn ab und zu beim Auflegen besucht, mit ihm Drinks geteilt und irgendwann schwangen wir zusammen die Hüften. Eines Tages habe ich Ihn dann gefragt, ob wir zusammen eine neue Partyreihe aufziehen wollen. Wie er geantwortet hat, wissen wir ja jetzt.

trndmusik: Wie seid ihr zur elektronischen Musik gekommen?

Jacob: Ich bin über meine Geschwister zur elektronischen Musik gekommen. Meine Schwester und mein Bruder haben damals Goa gehört und mein Bruder hatte Plattenspieler. Die habe ich mir auch mal genauer angeschaut. Ich habe aber anfangs eher mit Hip Hop & Drum & Bass herumexperimentiert. Elektronische Musik, also Techno oder House, war aber immer dabei und hat sich schlussendlich auch durchgesetzt.

Daniel: Ich lieh mir 1998 eine Love Parade-Compilation von einem mir bis dahin unbekannten „Freund von einem Freund“, und fand Gefallen am Rhythmus. Der „Freunde von’nem Freund“ ist heute einer meiner besten.

trndmusik: Ihr zwei und eurer Projekt ist inzwischen zu einer etablierten Größe in der Hamburger elektronischen Szene geworden. Was steht für die Zukunft an? Gibt es konkrete Pläne, die ihr hier verraten könnt? Aktuelle Release?

Jacob: Seit circa einem halben Jahr bin ich nebenher fleißig am Produzieren und es dürfte nicht mehr lange dauern, bis der ein oder andere Track releast wird. Ein passendes Label muss sich erst noch finden. Was die Partys betrifft, wird es auch im neuen Jahr wieder Tanzen hilft-Partys im Ego geben und ab und zu auch außerhalb Hamburgs. Wo genau, verraten wir an dieser Stelle aber noch nicht.

Daniel: Ja, die gibt es. Ich bin ab jetzt für ein Jahr in Australien und Neusseland. Neben Work & Travel werde ich versuchen auch Musik zu machen und vielleicht sogar die eine oder andere  „Tanzen hilft“- Party zu veranstalten. Kontakte stehen.

trndmusik: Ihr zwei spielt fast jedes Wochenende. Unter anderem auf der Fusion, in Kroatien, Berlin usw.. Wo wollt ihr unbedingt nochmal ein Set zum Besten geben?

Jacob: Ich würde mich freuen noch einmal im Kater Holzig zu spielen, bevor dieser schließt. Ansonsten sind wir da bescheiden und konzentrieren uns auf unsere Aufgaben, der Rest ergibt sich meistens von selbst.

Daniel: Ganz klar: Pannebar. Und noch unbedingter: Techno im Berghain.

trndmusik: Ihr spielt regelmäßig im Ego und seid somit nach am Label Diynamic dran. Wie ist diese Art der Zusammenarbeit zustande gekommen?

Jacob: Wir haben unsere Partys in der Klingel 3 in Hamburg angefangen und als diese schlicht zu klein wurde, haben wir im Ego nachgefragt. Die hatten Lust auf unser Projekt und wir hatten Lust auf das Ego, also los gings! Wir machen regelmäßig den ersten Donnerstag unsere Veranstaltung im Ego und außerhalb der Reihe ab und zu einen Freitag.

Daniel: Das war eigentlich eher ein Zufall, als alles andere. Ich kenne Solomun und Magda schon seit Anfang des Egos und bin dort auch ein- und ausgegangen. Als wir nach unseren Anfängen in der Klingel eine neue Location gesucht haben, habe ich Solomun eine Email frei nach dem Motto „mehr als absagen kann er nicht“ geschrieben. Irgendwann hatten wir ein Meeting und im Oktober 2010 unsere erste Veranstaltung im Ego.

trndmusik: Hamburg vs. Berlin. Warum hält es euch in Hamburg?

Jacob: Ich habe hier meinen Studioraum, in dem ich sehr glücklich bin. Freunde, Verwandtschaft, den Hafen und die Elbe. Aber ich habe schon mal mit dem Gedanken gespielt. Mal schauen, wie es weitergeht.

Daniel: Hamburg ist definitiv die schönere Stadt. Der Hafen, die Elbe und das Alte Land. Ausserdem haben wir in Hamburg, ohne großkotzig klingen zu wollen, einen Grundstein für uns gelegt und einen guten Status mit unsereren Veranstaltungen erreicht. Würden wir mit dem ganzen Ding nach Berlin ziehen, wären wir nur wieder „einer von vielen“. Und das leben wir weder privat, noch hat das was mit unserem Konzept zu tun.

Das Interview führte Sarah Schlifter.

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