Pfeiffer (rheinrhythmik): „Wir buchen Leute, die uns flashen“


Michael Pfeiffer und Nils Boshuesen sind die Gründer der rheinrhythmik-Events mit Sitz in Köln. Die beiden Kölner Residents konnten bisher Acts wie David Dorad, Chris Lattner oder Red Robin für sich gewinnen und inzwischen gehören Julian Bomm und Shane Breiten fest zum rheinrhythmik-Team. Die Crew kann stolz auf ihr vierjähriges Bestehen zurückblicken: Am 25. Janaur wird dies ausgiebig mit Mihai Popoviciu im Stammclub Gewölbe zelebriert. Weiter erschien in diesen Tagen Michaels Release „Dew“ auf Woo.ble Recordings aus England.

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trndmusik: Michael, du bist Resident und unter Mit-Gründer von rheinrythmik. Seit wann gibt’s die Kölner Partyreihe und wie kam euch die Idee dazu?

Michael: Die erste rheinrhythmik gab es im Januar 2010. Wir hatten einfach Bock was Eigenes aufzuziehen und eine klare Vorstellung davon wie es klingen sollte, aussehen und wie es sich anfühlen sollte. Unser Herz schlägt vorangig für Off-Locations und die meiste Arbeit fließt defintiv in die Organisiation von Parties außerhalb des Clubs.
Trotzdem sind wir sehr glücklich darüber, dass wir die kälteren Monate des Jahres im Kölner Gewölbe überwintern dürfen. Nun feiern wir Vierjähriges im Gewölbe mit Mihai Popoviciu und haben nach wie vor Spass an der Sache.

trndmusik: Gibt es bestimmte Aufgabenverteilungen oder Strukturen bei rheinrhythmik?

Michael: Grundsätzlich macht Nils hinten die Räume eng, Breiten und ich gehen über Flügel und Julian macht vorne die Dinger rein. Abgesehen von unserer Dj-Startaufstellung läuft bei uns aber alles recht locker und ungerelt ab. Jeder macht den Teil, auf den er Bock hat, wobei Nils den Großteil der Organisation und Kommunikation übernimmt.

trndmusik: Welche Künstler bucht ihr für eure Veranstaltung? Gibt es da ein stringentes Muster, dem ihr folgt?

Michael: Wir buchen Leute, die uns flashen. Lee Burridge, der unser letzter Gast im Gewölbe war, hat uns beispielsweise während eines London Aufenthaltes dermaßen die Schuhe ausgezogen, dass uns gar nichts anderes übrig blieb, als ihn schnellstens nach Köln zu holen. Eigentlich ziehen wir bei unseren Gästen keine harte Linie in Sachen Musikstil, dennoch hat sich glaub ich durch die vier Jahre „Bookerei“ schon eine Art „sound imprint“ entwickelt, den wir nicht missachten. So gibt es teilweise Künstler, die wir zwar privat grandios finden, aber eher auf anderen Veranstaltungen in Köln sehen.

trndmusik: Silvester habt ihr mit den Jungs von andhim gefeiert. Kennt ihr euch alle persönlich?

Michael: Klar, Simon und Tobi sind super. Beide kommen ja ursprünglich aus Köln und man kannte sich schon bevor die beiden durch die Decke gegangen sind. Tobi wohnt nach wie vor in Köln und teilt einen Freundeskreis mit uns. Wir gehen zusammen ins Nagelstudio, Schlittschuhlaufen, Eisessen… sowas.

trndmusik: Wäre super, wenn du ein bisschen was über dein Release auf Varied Records erzählst.

Michael: Die Varied-Scheibe, die letztes Jahr im Frühling erschien, war meine erste Vinyl und das Projekt war eigentlich schon vor der Veröffentlichung für mich ein voller Erfolg. Ich habe super viel dazugelernt und die Jungs aus Potsdam sind mir regelrecht ans Herz gewachsen. Zudem flasht mich nach wie vor, wenn ich mitkriege wie andere DJs wie beispielsweise Cabanne oder David Dorad das Ding spielen.

trndmusik: Du spielst bereits Gigs in Berliner Clubs sowie auf der Fusion. Wo soll die Reise in den nächsten Jahren hingehen?

Michael: Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen. Ich würde sagen so lang es Spaß macht, mache ich weiter wie gehabt: hier und da mal auflegen, hier und da mal was veröffentlichen. Wer weiß, vielleicht bau ich ja noch den Beat der mich um die Welt schickt, vielleicht auch nicht.

Das Interview führte Sarah Schlifter.