Ulf Alexander veröffentlicht „Roots“ EP


roots

Am 20. Juli 2014 publizierte der Musikproduzent Ulf Alexander seine neue EP. „Roots“ – so der Titel der Zusammenstellung – erschien als 106. Katalognummer auf dem kroatischen Imprint Blacksoul Music. Neben vier Original-Tracks umfasst die EP ausserdem einen Remix von Ante Perry.

trndmusik: Woher kam die Idee für die EP?

Ulf Alexander: Die Idee zur EP ist eigentlich Schritt für Schritt entstanden. Ich bin seit ein paar Jahren als ?DJ unterwegs und früher oder später wächst bei jedem DJ der Wunsch, seine ganz eigene musikalische Geschichte zu erzählen. Insbesondere dann, wenn Dich Instrumente und „Musik machen“ – also im ganz analogen Sinne – schon seit Kindesbeinen beschäftigen. Das geht dann in der Tat mit der Blockflöte los und hat mich dann über das Klavier bis zur Gitarre getragen. Es gab für mich also eine relativ gute Einflugschneise zum Thema Produktionen und in langen Nächten habe ich angefangen, teilweise analoge Ideen mit den digitalen Tools umzusetzen. ??Der erste Track „Roots“ ist meine ganz persönliche Interpretation wie Reminiszenz an die Künstler und den Sound, der alles das, was wir heute als House und seine Ableger verstehen, geprägt hat. Ein housiges Ding, was im einem Teil des Vocals ganz plakativ verrät, worum es geht – Chicago. Mit dem Vocal habe ich das Rad wohl nicht neu erfunden, aber der Track ist schon etwas älter und zu dem Zeitpunkt waren Shouts in, um, über Chicago und seine House-Helden zumindest noch nicht in jedem zweiten Release. Ich wollt damit meine Motivation erzählen und wenn die auch noch für ein paar andere Menschen und Kollegen Gültigkeit hat, ist das ja eigentlich auch eine gute Sache.

Da dies meine erste EP ist, war der Gedanke mit den Wurzeln dann auch schnell nicht mehr nur Name des Tracks, sondern Aufhänger für den Rest. Die Konsequenz dann eine gewisse Bandbreite im Sound und mit fünf Tracks für eine EP auch eine gute Anzahl an Stücken. Mir fehlen manchmal die blumigen Worte, um die Charakteristika der einzelnen Tracks wirklich passend auf den Punkt zu bringen. Meine nicht ganz uneigennützige Empfehlung: reinhören. Die EP ist vor zwei Wochen exklusiv bei Traxsource erschienen. „Roots“ und „Love Circle“ sind beide Genre-Top 20 gegangen und ich freue mich wie Bolle. ?Seit dem 20. Juli 2014 gibt’s „Roots“ nun bei allen übrigen Verdächtigen. Mal schauen, wie es da für uns läuft.

trndmusik: Wie und wo ist die komplette EP entstanden?

Ulf Alexander: Die Geburt war trotz einer recht klaren Vorstellung am Ende doch recht schwierig. „Roots“ und „Love Circle“ sind schon vor über zwei Jahren entstanden. Dann gab es diverse andere Tracks, die ich im Laufe der Zeit wieder verworfen habe usw.. An manchen Tagen gefielen mir meine eigenen Sachen nicht mehr. Mit ein bisschen Abstand finde ich dann aber wieder Gefallen. Ein Auf und Ab, geht aber auch nicht nur mir so. Wenn ich mich eine gewisse Zeit mit einem Track auseindersetze, muss ich ab und an mal den Kopf aus dem Fenster halten und frische Luft schnappen – also vor allem im übertragenden Sinne. ??Produziert habe ich alle Tracks in meinem Studio zu Hause. Zum Sparring mit befreundeten Musikanten bin ich immer mal wieder hier und dort zu Gast in Studios gewesen. Beim „Roots“ hat Monte von Jeudi mit einem tollen Mixdown alles rausgeholt und ständiger Begleiter war mein Bruder, der mich immer wieder mit tollen wie schwachsinnigen Ideen inspiriert hat.

trndmusik: Wie kam der Kontakt zum kroatischen Label Blacksoul zustande?

Ulf Alexander: Ich durfte als DJ schon an ganz tollen Orten und mit noch tolleren Leuten spielen und wenn Du in dem Bereich meinst, einen ganz ordentliches Ding zu machen, dann soll es natürlich auch in Sachen Label direkt auf schicker Flughöhe weitergehen. Nun hat leider nicht die ganze Welt auf meine EP gewartet und so musste ich erst mal schauen, wie ich die Kollegen, die ich durch’s Auflegen glücklicherweise zumindest ein bisschen kannte, davon überzeuge, sich auch die 9375igste Promo anzuhören. Auf dem ADE im letzten Jahr habe ich mit Tom von Blacksoul einen feinen Kerl kennengelernt. Ich würde sagen, Blacksoul ist „klein“, aber mehr als fein und hat eben auch eine gewisse Bandbreite mit Tracks oder Remixen von Leuten wie Manik, Ghosts of Venice, Mr. Jools oder Ian Pooley – letzterer hat einen tollen Remix für die neue Pig & Dan gemacht, erscheint ganz bald ebenfalls auf Blacksoul. Ich finde generell Schubladen doof, auch wenn ein sehr stringenter roter Pfaden in Sachen Marketing bestimmt einfacher ist. In diesem Sommer habe ich ein paar Male für und mit Guy Gerber auf seiner Wisdom of the Glove-Reihe im Pacha auf Ibiza gespielt. Wer hätte das noch vor zwei Jahren gedacht, Guy Gerber und Pacha.

trndmusik: Wie kam es dazu, dass Ante Perry einen Remix anfertigte?

Ulf Alexander: Ich bin seit Jahren ein großer Fan von Antes Produktionen. Da wir beide Kinder des Potts sind, war der Weg zu ihm nicht nur räumlich ein kurzer. Ich hab ihn direkt gefragt, er hat ja gesagt und ich bin sehr glücklich darüber, dass wir auch mit diesem Remix nochmal eine ganz andere Facette des Tracks zeigen können. Es gibt darüber hinaus noch einen weiteren Remix, den dürfen wir leider nicht veröffentlichen, da der Künstler im letzten Jahr ein paar große Karriereschritte hingelegt hat und sein Management nachträglich ein Veto eingelegt hat. War ein tolles Ding, aber da wir ja nun alle mal mehr oder mal weniger gewollt Teil einer Industrie sind, muss man auch solche Entscheidungen respektieren.

Tracklist:

01. Ulf Alexander – Roots
02. Ulf Alexander – Roots (Ante Perry Remix)
03. Ulf Alexander – Ride
04. Ulf Alexander – Gun Room
05. Ulf Alexander – Love Circle