Nhan Solo (Mother Recordings): „Jeder für sich und doch zusammen“


Ende September 2014 brachte der in Berlin lebende Nhan Solo seine neue EP „Body“ in den Handel. Die Kollektion wurde in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Sängerin Cari Golden produziert. Mit trndmusik sprach der DJ, Produzent und Labelbetreiber über den Kontakt zur US-Amerikanerin, die neue EP und über seine eigene Plattform – Mother Recordings.

nhansolo

trndmusik: Am 29. September 2014 erscheint Deine neue Nummer. Das Stück entstand in Kollaboration mit der US-amerikanischen Sängerin Cari Golden. Wie habt Ihr Euch kennengelernt und wie kam es dazu, dass Ihr einen gemeinsamen Track produziert?

Nhan Solo: Ja, das ist richtig. Ich bin seit Jahren ein sehr großer Fan von Cari Golden und wir wurden uns damals von Trev Campbell vorgestellt. Sie war meine Wunschsängerin für das Instrumental und es hat – wie man hört – auch geklappt. Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit ihr war von Anfang an sehr easy und professionell. Cari ist spitze, Hut ab!

trndmusik: Es gibt zwei Version von „Body“: eine Day- und eine Night-Vision. Was war die Idee dahinter?

Nhan Solo: Cari gab mir sehr gute Aufnahmen von ihrer Stimme und ich hatte einfach Lust, mit ihnen zu arbeiten. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und am Ende des Tages kamen meinem Geschmack nach zwei tolle Versionen raus, die Cari auch sofort absegnete. „Wow, Bass bass and more fuckin bass. I love it“, sagte sie nur. Somit war die Bahn frei für unsere EP.

trndmusik: Wie lange habt Ihr an der Produktion gesessen? Und vor allem: Wo wurde die EP produziert?

Nhan Solo: Dank der heutigen Technik und dem WorldWideWeb verschmelzen Grenzen. Es ist unglaublich vorteilhaft, wie schnell man Daten bouncen und verschicken kann. Cari lebt aktuell in San Francisco und ich in Berlin – diese Freiheit und Unabhängigkeit kann Segen und Fluch zugleich sein. In unserem Fall lief alles wie am Schnürchen – jeder für sich und doch zusammen. 

trndmusik: Ist Berlin der perfekte Ort für Dich, um Dich für neue Produktionen inspirieren zu lassen?

Nhan Solo: Ja, mittlerweile bin ich schon eine Weile hier, habe mich gut eingegrooved und tolle Freunde gefunden. Langweilig ist Berlin nach fast einer Dekade für mich nicht. Im Gegenteil: Die Stadt ist immer noch erquickend und steckt täglich voller neuer positiver Überraschungen und Inspirationen – nicht nur im musikalischen oder künstlerischen Bereich. Kurz gesagt: Mama Berlin war, ist und bleibt vielseitig! Sie kann viele Türen öffnen, dennoch ist sie mit Bedacht zu genießen, denn den Weg muss man selber gehen. Aber unter uns: Trotz aller Vorteile „hob i scho a bisserl Heimweh“, da ich in manchen Facetten durch und durch Bayer bin. Leberkassemmel vor Currywurst (lacht). München ist auch sehr toll und inspirierend!

trndmusik: Was war 2012 der ausschlaggebende Grund, um ein eigenes Label zu gründen? Wolltest Du eine Plattform errichten, auf der Du Dich musikalisch ausleben kannst?

Nhan Solo: Plattform ist das richtige Stichwort. Wir sehen Mother Recordings als ein gesundes Gemeinschaftsprojekt. Wir sind ein kleines, aber feines Team, bestehend aus unserem französischen Grafiker Elroy, Journalist Consti, Soundengineer Mathias, die Labelmanager Jens, Deniz und ich und last but not least: natürlich auch unsere tollen Künstler, die wunderbare Clubmusik produzieren – das kostbare Salz in der Suppe.

trndmusik: Welche Künstler haben Dich in Deinem bisherigen musikalischen Schaffen inspiriert?

Nhan Solo: Oh, da waren sehr, sehr viele! Aber um ein kleines spontanes Ranking aufzuzählen: Quincy Jones, Prince, Falco, J. Dilla, Beastie Boys, Thomas Bangalter, Bob Marley.

trndmusik: Was steht nach der Veröffentlichung Deiner EP bei Dir und dem Label noch an? Gibt es schon weitere Zukunftspläne?

Nhan Solo: Musikalisch wollen wir weiterhin die Qualität halten, dazu gehören immer noch die Vinyl-Pressungen, die uns sehr am Herzen liegen. Wir sind kein „just another digital label“. Die nächsten Release kommen aus dem engen Freundeskreis wie Daniel Dexter, Dilby, Superlover, Kyodai. Persönlich bin ich momentan super happy! Jackmode macht einen top Job! Ich werde dieses Jahr nochmal auf Südamerika- (Panama, Mexiko, Ecuador) und Asien-Tour (China, Korea) gehen.

Das Interview führte Benjamin Reibert.