UNFUG: „Die Ursprünge der Tracks waren ganz unterschiedlich“


dertaucher

Am 24. November 2014 veröffentlichte der Musikproduzent UNFUG seine EP „Der Taucher“. Die Kollektion des aus Bargteheide (Schleswig-Holstein) stammenden DJs erschien auf dem Label Plus Plus Records, das im US-amerikanischen Philadelphia sitzt. Wir sprachen mit ihm über die Ursprünge der EP, die Remixe und über den Titelsong – den er bei uns als kostenlosen Download bereitstellt.

trndmsk: Wo hast Du Dir die Inspiration zu den vier Tracks hergeholt?
 
UNFUG: Die Ideen bzw. Ursprünge der Tracks waren ganz unterschiedlich. Dreh- und Angelpunkt ist natürlich der Titeltrack, „Der Taucher“, bei dem ich viel mit einem alten Orgelsound rumgespielt habe, bis am Ende die Nummer, so wie sie jetzt ist, dabei herauskam. Ich fand dann den Namen „Der Taucher“ ziemlich passend zum dunklen und tiefen Sound, und die Idee diesen Track mit weiteren Sounds und Namen aus dem maritimen Spektrum zu erweitern, gefiel mir! Die Werke „Der Angler“ und „Käptn“ waren dann die logische Ergänzung, um den vorhanden Sound facettenreicher zu gestalten. Bei „Der Angler“ stelle ich mir immer eine entspannte Strandsituation vor, eben ganz entspannt – perfekt zum Angeln. Der „Käptn“ drückt dann eher die Aufbruchsstimmung vor einer großen Fahrt aus, egal ob Vergnügungsfahrt oder Kaperfahrt. Die Nummer „Der Taugenichts“ war eigentlich eine Idee, die ich schon halb verworfen hatte, weil sie mir dem Angler zu ähnlich war. Irgendwie ist dann doch ein Track daraus geworden und der Name erklärt sich dann denke ich von selbst.
 
Wie und wo sind die Nummern entstanden? Und wie lang hast Du an Ihnen gesessen?
 
UNFUG: Die meisten Sachen sind bei mir zu Hause in meinem kleinen Studio Anfang des Jahres entstanden, allerdings sind die Grundideen der Tracks „Der Angler“ und „Der Taugenichts“ auf dem iPad im abendlichen Berufsverkehr entstanden und später sind sie dann auf dem Rechner zu richtigen Tracks geworden. Am schnellsten war wohl „Der Taucher“ fertig, nachdem ich endlich den Sound hatte, lief die Nummer fast von selbst. Die anderen Sachen haben mich da schon mehr in Anspruch genommen. Für den „Käptn“ habe ich einen meiner freien Tage komplett damit verbracht, im Hamburger Hafen Samples aufzunehmen und aus den iPad-Ideen Songs zu machen, hat auch seine Zeite gedauert. Grob über den Daumen denke ich, dass alles in allem zwei Monate gedauert hat, bis ich meine vier Tracks halbwegs fertig hatte.
 
Wie kam der Kontakt zum Label zustande?
 
UNFUG: Jason Bay, der das Label in den Staaten kickt, kam irgendwann mal auf mich zu, ich glaube, er wurde durch meine erste Nummer, „Hillbill“, die bei Mittel Zum Zweck released wurde, auf mich aufmerksam und fragte mich, ob ich nicht zwei Remixe für sein Label machen könnte. Das nahm ich natürlich dankend an, weil es bisher für mich in meiner Arbeitsweise ziemliches Neuland war, zu remixen. Irgendwann habe ich ihm dann auch mal die vier Tracks geschickt und ihn nach seiner Meinung gefragt, er fand sie dann auch so weit ganz cool. Irgendwann, als ich mal bei ihm nach dem Stand von den Remixen, die ich gemacht hatte, nachfragte, wollte er, dass ich ihm die Stems und Sounds von meinen Tracks schicke. Aus einer Frage nach seiner Meinung wurde dann ganz schnell ein dickes Release-Projekt, denn die EP ist mit acht Tracks und über 50 Minuten Laufzeit doch recht mächtig geworden, wie ich finde.
 
Wie wurden die Remixer ausgesucht?
 
UNFUG: Die hat der gute Jason alle selbst ausgesucht und ich muss sagen, ich hätte es definitiv nicht besser gekonnt! Allerdings wusste ich lange überhaupt nicht, wer die Remixe anfertigt und fühlte mich wie damals als Kind, wenn man die Eltern dabei beobachtete, wie sie die Geschenke vor Weihnachten versteckten, man sie aber noch nicht aufmachen durfte. Aber das Warten hat sich gelohnt und es ist großartig, was die Jungs aus den Tracks gemacht haben.
 
Was steht nach der Veröffentlichung bei Dir noch an?
 
UNFUG: Gerade lasse ich „I See Clouds Coming Our Way“, also der Track, der schon auf eurer Seite zum freien Download angeboten wird, vernünftig mastern. Mein guter Freund Drivepitcher hat dafür einen Remix angefertigt und wir basteln gerade an einem Cover, am Ende wollen wir das Ganze dann auf Bandcamp.com anbieten und zwar als Pay-What-You-Want-Release – also gar nix oder ein wenig mehr, hauptsache die Leute haben Spaß an der Musik. Ansonsten brennt mir gerade wieder ein Orgeltrack unter den Fingern, der auch gut werden kann, allerdings noch ein wenig Feinschliff benötigt, also seid gespannt!

Tracklist:

01. Der Angler
02. Der Taugenichts
03. Der Taucher
04. Käptn
05. Der Taucher (Raul Garcia Remix)
06. Der Taucher (Matt McLean Remix)
07. Käptn (Jason Bays Remix For Little Annabelle)
08. Der Taugenichts (The Black Cat Project’s Loafer Remix)

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