Rico Puestel: Beitrag für Sensual Pieces Of Music


puestel

Ende Juli 2015 entstand Rico Puestels Beitrag für die Reihe Sensual Pieces Of Music: „Im Zenit des Sommers und mit weitschweifendem Blick über die kapitalen Weizenfelder des südlichen, erfreulicherweise naturgeschützten Kieler Umlandes habe ich den Mix zusammengestellt – aus allgemein pragmatischen und meinerseits konzentrationsinduzierten Gründen aber im „Indoor-Bereich“ und zur Abwechselung mal entspannt sitzend.“ Lexer, Kurator der Reihe, fragte den Kieler bereits im Frühjahr 2015, ob er nicht Lust hätte, ein Mixtape beizusteuern: „Der Kontakt und die gewissermaßen fortwährende Kommunikation mit Lexer kam im Jahr 2013 zustande. Damals spielte er Stücke wie mein „Starfish“-Bootleg oder Originalstücke wie „Volute“, und bei jener musikalischen Interaktion ist eine weiterführende Kommunikation bzw. Kontaktaufnahme dann nahezu nicht mehr auszuklammern.“

trndmsk: So, und nun wollen wir noch wissen, nach welchen Kriterien Du die elf Tracks ausgewählt hast?

Rico Puestel: Mein internes „Ouija Board“ navigiert soetwas äußerst intuitiv und ist natürlich rein emotional getrieben. Durch meinen fortwährenden musischen Output sind häufig gut 50% meiner Mixe mit eigenem, meist noch unveröffentlichen Material ausgestattet – das erlaubt eine besonders persönliche und aufrichtige Note. Es stellt zugleich eine Art exklusives musikalisches Prospekt meiner kommenden Veröffentlichungen dar und vermag vor allem, gewisse Kontexte einzelner Stücke, die durch ihre aufgesplitterte Disposition der Veröffentlichungsstandorte bzw. Labels in solch einem Mix besonders homogen zu präsentieren. Natürlich gibt es in der Welt mit Hilfe einer feinfühlig fortlaufenden Suche einiges zu entdecken (das gelegentlich auch in äußerst rar frequentierten Nischen des Internets) aber allem voran innerhalb der Bemusterung mit kommenden Veröffentlichungen. So stößt man dann beispielsweise auf ominöse Charaktere wie Urs Kuehren.

Und hast Du einen Lieblingstrack im Mixtape?

Der ganze Mix sollte sich natürlich stets wie ein kohärenter „absoluter Lieblingstrack“ anfühlen. Aber mal abgesehen von so universellen Glanzlichtern wie „Acamar“ oder eigens hervorgebrachten Stücken wie „SMMR“, auf die man dann, bemessen an der persönlichen Bedeutung, Hintergrund- und Entstehungsgeschichte und gewissermaßen distanzierteren Eigenreflektion auch einfach mal stolz ist, besticht für mich die Brisanz des Mixabschlusses „So Long“ vom vorhin erwähnten Urs Kuehren – ein Remix einer weiblichen YouTube-Cover-Interpretation (durch „Candy Cane“) eines Tool Songs („Eulogy“), eingebettet in einen unfassbar puristischen, nahezu urklassischen House-Groove mit aktuell 27 Plays und zwei Likes bei SoundCloud. Bisher meine Nischen-Überraschungs-Entdeckung des Jahres nebst anderen interessanten Erzeugnissen besagten Ursprungs.

Tracklist:

01. Rico Puestel – Antemasque, Demasqued, Chapter One (Unreleased)
02. Frankey & Sandrino – Acamar
03. Rico Puestel – Rope-A-Dope (Unreleased)
04. Rico Puestel – Van Ferry
05. Rico Puestel & Michael Skopnik – SMMR
06. Kyrill & Redford – Say
07. Marc DePulse – Usambara
08. Oliver Schories – Undisguised (Rico Puestel Remix)
09. Rico Puestel – Thank You, Nile
10. Dinamoe – Voided Quantity
11. Urs Kuehren – So Long