Westbalkonia: „Kreativität kann niemand von uns steuern, sie kennt keine Zeit“


unterdemradar

„Unter dem Radar“ ist die fünfte EP, die das Trio Westbalkonia produziert hat. Marcel Sterling alias Marc DePulse, der Gitarrist Adrian Kehlbacher sowie der Songwriter und Sänger Alexander Boedewig haben eine vielversprechende 2-Track-EP kreiert. „Diese beiden Tracks stehen für einen satten Clubbeat“, erklärt das Trio. Das stimmt. Denn beide Werke verköpern einen hypnotischen Sound, der von Soul ziemlich inspiriert wurde. Seit dem 5. Oktober 2015 ist die Platte via Beatport erhältlich. Wir sprachen mit den drei Musikern über das Release, was für sie Kreativität bedeutet, und ob sie schon Mal über ein Album nachgedacht haben.

trndmsk: Eure fünfte Platte ist nun fertig. Wie sind „Unter Dem Radar“ sowie „Hauptsache Es Knallt“ entstanden? Gibt es eine Geschichte zu den Tracks?

Westbalkonia: Die beiden Songs sind jeweils mitten in der Nacht, so zwischen 1:00 und 3:00 Uhr, nach anderen Songaufnahmen entstanden. Da sitzt du dann schon fünf Stunden vor den Instrumenten und Maschinen und willst aber unbedingt noch einen nachlegen. Kreativität kann niemand von uns steuern. Sie kennt keine Zeit, und wenn sie einen gepackt hat, spielt die Zeit auch keine Rolle mehr. Wenn sie kommt, dann musst du sie nutzen. Und wenn sie geht, dann gehst Du am besten direkt ins Bett! „Unter dem Radar“ ist mit einem Thema von Außen verknüpft. Egal wie man darauf hofft, wie hart man für etwas arbeitet oder wie schnell man sich gewisse Sachen herbeiwünscht, alles braucht Geduld und Zeit. Mach einfach weiter! Es kommt zu dir. Die Hoffnung kann schon ein übles Arschloch sein, da musst du aufpassen, dass du nicht selber zum Arschloch wirst.

Wie und wo ist Platte produziert worden?

Wir wohnen in drei verschiedenen Städten, und deswegen haben wir es bei unserer fünften Ausgabe genauso gemacht wie bei den letzten Beiden davor. Jeder hat den anderen Bandmitgliedern Songideen per Mail geschickt, und dann haben wir uns für „Hauptsache Es Knallt“ und „Unter Dem Radar“ entschieden. Natürlich haben wir am Ende alle zusammen im Studio gesessen und zusammen arrangiert und gefeilt. Ein Stück ist erst fertig, wenn jeder von uns dreien mit einem Grinsen ins Bett geht.

„Was macht man richtig, wie macht man’s falsch? ist doch egal, Hauptsache es knallt“, heisst es im Text. Soll man also weniger nachdenken, wenn man feiert? Oder welche Message verbirgt sich hinter dieser Aussage? Wenn du denkst, dann ist die Message schon im Arsch. Richtig oder falsch ist völlig egal! Es ist kein Apell ans Denken. Es ist der Ruf nach mehr Leidenschaft. Etwas immer und immer wieder tun zu können, und Neues daran zu entdecken, das ist doch eine herrliche Erfüllung. Auch wenn man dabei Fehler macht. Hauptsache es knallt.

Die EP kommt auf Eurem gleichnamigen Label raus. Habt Ihr auch mit einem Release bei einem anderen Label geliebäugelt? Oder ist der Sound zu speziell für andere Plattformen?

Liebäugeln – das machen wir gerne, und es ist schön, wenn sich Leute von außen für unseren Sound interessieren. Die Songs sind aber genau für unser Label gedacht gewesen. Das, was wir machen, finden wir nicht unbedingt speziell. Uns ist aber bewusst, dass wir natürlich nicht auf einem Rocklabel releasen sollten.

Was steht nach der Veröffentlichung bei Euch an? Habt Ihr schon mal über ein Album nachgedacht?

Na klar haben wir schon über ein Westbalkonia-Album nachgedacht. Es passt nur gerade einfach nicht rein, und wir wollen uns intensiv damit befassen, wenn wir eins machen. Dafür gibt’s aber bald die nächste Single namens “Roboter”. Jan Oberlaender steuert einen Remix dazu bei.

Tracklist:

01. Westbalkonia – Hauptsache Es Knallt (Radio Edit)
02. Westbalkonia – Unter Dem Radar