Was Stimming wirklich gut findet – die 142. Ausgabe von How I Met The Bass


Podcastcover #142 Stimming

Cover: Daniel Gläser / Foto: Randy Rocket

Die Podcastreihe How I Met The Bass feiert im Januar 2019 ihr vierjähriges Bestehen. Betreiber und Initiator Marc DePulse hat es in der Zeit geschafft, 142 Künstler aus ihrer Jugend erzählen zu lassen. „Die Reihe spiegelt die Anfänge und Ursprünge der Künstler wider, offenbart viele verschiedene Stilrichtungen und erzählt somit ganz verrückte Geschichten“, fasst Marc das Konzept dahinter zusammen. Für den letzten Podcast des Kalenderjahres 2018 hatte sich Marc den Hamburger Live-Act und Produzenten Stimming eingeladen und dieser berichtet über seine Herangehensweise: „Da die Anfrage ja schon recht früh kam, habe ich immer mal wieder kurz über das Konzept nachgedacht. Es ging darum, die Leuchttürme auf meinem Weg zum House-Produzenten zu identifizieren. Ich wollte ohne Rücksicht auf Verluste einfach die Bandbreite dessen wiedergeben, was ich wirklich gut finde.“

Wenig Emotionen, viel Energie

Über seine Anfänge erzählt er: „Es fing alles mit Ambient an, genauer gesagt mit der „Space Night“ von Bayern3. Das muss Sampler Nummer 8 oder 9 gewesen sein. Danach ging es über Triphop zu Drum & Bass, um dann bei Techno zu landen.“ Dieser kam vor allem von HR XXL, der Show von Chris Liebing und Pauli Steinbach am Donnerstagabend – „und die habe ich eine Zeit lang alle mitgeschnitten. Ziemlich heftiger und doch sehr groove-basierter Techno. Wenig Emotionen, viel Energie“, schwelgt Martin in Erinnerungen. Auf die Frage, welche Jahre für ihn am prägendsten waren, antwortete er: „Von 1998 bis 2003 war wahrscheinlich meine aktivste Hörphase. Danach hab ich zum Geld verdienen, Klingeltöne geschnitten. Das waren Realtones, also Ausschnitte aus fertigen Stücken. Das war Fließbandarbeit und hat mir schon ein bisschen die Lust aufs Musikfinden genommen.“

Aufgenommen auf einer Verkehrsinsel

Neben den verschiedensten Stilrichtungen gibt es in Stimmings Podcast auch noch zwei eigens aufgenommene Field-Recording-Stücke: „Eines Tages fand ich heraus, wie wunderschön Regen klingen kann, wenn er nicht zu stark auf das Dach eines Autos fällt. Also habe ich das aufgenommen.“, erzählt Martin. Die andere Aufnahme sei in Mumbai/Indien entstanden, als er dort gespielt hatte: „Ich hatte am Tag darauf etwas Zeit, also bin ich mit meinem mobilen Aufnahmegerät durch die Straßen gelaufen. Die Aufnahme entstand auf einer Verkehrsinsel zwischen zwei Straßen und ich hatte beinahe Todesangst, diese Insel wieder zu verlassen. Es hat mich weitere zehn Minuten gekostet, bis ich mutig genug war, die Straße nochmals zu überqueren.“, erinnert er sich schmunzelnd. Aber am beeindruckendsten in seiner Auswahl findet er das Stück „Tanz Für Zwei Blaue Rechtecke“, was am Anfang und Ende seines Podcasts jeweils gespielt wird. „Immer werden nur die hellen Töne bevorzugt – genial“, schwärmt Stimming.