Oscars 2020: Highlights von einer historischen Nacht


An einem Sonntagabend im Februar war es wieder einmal so weit. In Los Angeles wurden wie jedes Jahr aufs Neue die Oscars verliehen. Aber die wenigsten legen den Schwerpunkt ihrer Aufmerksamkeit dabei auf die Musik. Hier gibt’s zur Abwechslung mal was auf die Ohren. Welche Komponisten haben die Chance auf die begehrte Trophäe? Nachstehend eine kleine Vorstellung aller Nominierten so wie sie vor der Verleihung ausgesehen hätte. Natürlich lösen wir auch auf was das Ergebnis angeht.

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Foto: „Oscar graffiti“ von Tim Olson (CC BY 2.0 / Creative Commons)

1st. Joker

Der Soundtrack aus dem Kassenknüller „Joker“ stammt aus der Feder der 38-Jahre jungen aus Island stammenden Cellistin Hildur Guðnadóttir  und ist im Übrigen mit insgesamt 11 Nominierungen der absolute Spitzenreiter des Jahres 2020. Die filmische Umsetzung des Comica berichtet die Geschichte des klassischen Antihelden Joker und wie er zu einem späteren Zeitpunkt zu Batmans Gegenspieler wird. Für ihre düstere musikalische Untermalung hat Guðnadóttir bereits zahlreiche Preise wie zum Beispiel den „Golden Globe Award“ als auch den „Critic’s Choice Movie Award“ sowie den „British Academy Film Award“, abgesahnt. Der Oscar könnte diese Sammlung komplettieren.

2nd. Marriage Story

Randy Newman wurde dieses Jahr als Filmkomponist gleich doppelt nominiert. Zum einen für den Song „Can’t Let You Throw Yourself Away“; aus dem Kinderfilm „Toy Story 4“ und zum anderen für die von ihm komponierte Filmmusik zu „Marriage Story“. Eine so intime wie auch subtile, kammermusische Filmmusik zu komponieren war für Newman, der aussagte dazu selten solch eine Gelegenheit zu erhalten, gerade wenn es um Animationsfilme geht, ein riesiges Vergnügen.

3rd. Little Women

Alexandre Desplat damit begonnen hat, die Filmmusik zu „Little Women“ zu schreiben, muss Wolfgang Amadeus Mozart über seine Schulter geschaut haben. Detailversessen schrieb er laut Interview für eine Vielzahl an Szenen gleich mehrere Muikversionen. Gerade weil der Film so feinschichtig ist, wollte Desplat kein riesengroßes Filmorchester nutzen. So erschuf er mit nur zwei Klavieren und einem sehr überschaubaren Ensemble an wenigen Musikern, den atmosphärisch klingenden Soundtrack.

4th. Star Wars: The Rise of Skywalker

Filmmusik-Meister John Williams ist absoluter Rekordhalter für Nominierungen von Filmmusik. Völlig zurecht, bedenkt man seine epochalen Werke. Niemand wurde öfter für einen Oscar nominiert. Sagenhafte und fast schon unglaubliche 52 Mal taucht sein Name auf der Nominierten Liste auf. Auch seine Quote kann sich sehen lassen. Die liegt mit 5 abgeräumten Oscars bei knapp 10% – Chapeau! Einen erhielt er bereits für seinen „Star Wars“-Soundtrack aus dem Jahr 1978.

5th. 1917

Das Kriegsdrama "1917" welches über Soldaten innerhalb des Ersten Weltkriegs berichtet wirkt optisch als hätte man es in nur einer einzigen Einstellung abgedreht. Bevor Thomas Newman den passenden Soundtrack für das Drama kreierte, traf und beratschlagte er sich mit drei befreundeten Musikern. Innerhalb ihrer Treffen experimentierten sie mit  diversen Klangfarben, unterschiedlichen Geräuschen und Rhythmen, bis Newman ein Grundgefühl für die richtige zu erzeugende Stimmung für jede Szene entwickeln konnte. Erst danach begann er damit zu komponieren. „1917“ war für Newman laut eigener Aussage „das bislang anspruchsvollste Projekt“. Opulent und getragen beschreibt seine Musik in „1917“.

And the winner is …

Die 92. Oscar Verleihung in der Rubrik Beste Filmmusik hat Hildur Guðnadóttir gewonnen. Die isländische Komponistin nahm die goldene Trophäe für ihr musikalisches Werk bei „Joker“ mit nach Hause und  konnte sich somit final als Gewinnerin gegen Größen wie John Williams, Alexandre Desplat oder Randy Newman und Thomas Newman durchsetzen und erfolgreich behaupten.